12. Januar 2021 / 16:50 Uhr

Weitere Abgänge beim SV Frankonia Wernsdorf

Weitere Abgänge beim SV Frankonia Wernsdorf

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Christian Thyron (Wernsdorf)
Christian Thyron, der in allen sieben Brandenburgliga-Partien zum Einsatz kam, ist in die USA zurückgekehrt. © Oliver Schwandt
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Brandenburgliga: Neben Bennet Wengler haben auch Christian Thyron und Jan Medewitz das Team von Trainer Norbert Welzel verlassen.

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Ob in dieser Saison überhaupt noch einmal im Amateurfußball gespielt werden kann, ist derzeit noch nicht zu sagen, da das Coronavirus die gesamte Sportwelt fast komplett zum Erliegen gebracht hat. Nur im Profisport geht es noch um Punkte und Ergebnisse. Auch beim Fußball-Brandenburgligisten SV Frankonia Wernsdorf hätte man sich die erste Saison in der höchsten Spielklasse des Landes sicherlich etwas anders vorgestellt, denn die Mannschaft von Trainer Norbert Welzel konnte bisher nur sieben Punktspiele auf dem neuen Level bestreiten. „Mit den Begegnungen zuhause war ich sehr zufrieden, doch unsere Auswärtsauftritte waren überhaupt nicht gut. Daran müssen wir noch arbeiten“, resümiert der Coach des Tabellen-15. Sieben Punkte holte das Team.

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Hinzu kamen noch drei erfolgreiche Auftritte im AOK-Landespokal (FC Eisenhüttenstadt, RSV Eintracht 1949, Werderaner FC), die den Wernsdorfern den Sprung ins Brandenburger Cup-Viertelfinale brachten. In diesem sollte das Frankonia-Team eigentlich am 14. November 2020 gegen den Regionalligisten FSV Union Fürstenwalde um den Einzug in die Runde der letzen vier Mannschaften kämpfen. Aufgrund der Saisonunterbrechung wegen des Coronavirus wurde dieses Match aber auf unbestimmte Zeit verschoben.

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In der Corona-Zwangspause haben drei Spieler den SV Frankonia Wernsdorf verlassen. Wir bereits vor zwei Wochen berichtet hat sich Bennet Wengler dem Süd-Landesligisten SG Großziethen angeschlossen – der Angreifer war in der Brandenburgliga nur zu vier Kurzeinsätzen im Frankonia-Team gekommen.

Viel schwerer dürfte die Rückkehr des US-Amerikaners Christian Thyron in seine Heimatstadt Portland (Oregon) wiegen, der in allen sieben Punktspielen (zwei Tore) auf dem Platz stand. „Christian hat hier ein duales Studium auf der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Berlin begonnen. Den praktischen Teil absolvierte er in einem Fitnessstudio. Da diese seit November geschlossen sind und er auch kein Fußball mehr spielen konnte, hat er sich entschieden, in die USA zurückzufliegen“, erklärt Tobias Rath, Sportlicher Leiter beim SV Frankonia.

Der 23-jährige Mittelfeldspieler hatte sich seit Saisonstart zu einem Leistungsträger in der Mannschaft entwickelt. „Christian war mit seiner lockeren Art im Team auch sehr beliebt. Auch sportlich war er eine absolute Bereicherung für unsere Mannschaft, in der er viele Freunde hatte“, so Rath, der die Rückkehr von Thyron in die Vereinigten Staaten versteht. „Beruflich muss Christian natürlich sehen, wo er bleibt. Deshalb war es für ihn auch richtig, in seine Heimatstadt Portland zurückzukehren, wo er jetzt ein Lehrer-Studium beginnen wird. Aus diesem Grund glaube ich auch nicht, dass wir ihn noch einmal im Frankonia-Trikot sehen werden.“

Jan Medewitz wechselt zu Union Klosterfelde

Dritter Frankonia-Abgang ist der deutsche Gehörlosen-Nationalspieler Jan Medewitz, der in Wernsdorf nie über die Reservistenrolle hinaus kam – nur fünf Kurzeinsätzen in der Brandenburgliga weist seine Bilanz auf. Der 27-jährige Mittelfeldspieler hat sich dem Ligakonkurrenten SG Union Klosterfelde angeschlossen.

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„Jan erhofft sich bei Union deutlich mehr Einsatzzeiten, als er diese bei uns hatte“, begründet Rath den Wechsel von Medewitz nach Klosterfelde und fügt hinzu: „Er ist jedenfalls ein absolut feiner Kerl, der sehr trainingsfleißig und immer loyal mir gegenüber war. Für seine Zukunft bei Union wünsche ich ihm natürlich alles Gute.“

Jan Medewitz (Wernsdorf)
Jan Medewitz kam im Frankonia-Trikot zu vier Kurzeinsätzen in der Brandenburgliga. Jetzt versucht der 27-Jährige sein Glück bei Union Klosterfelde. © Oliver Schwandt

Trotz dieser drei Abgänge plant Rath im Falle einer Wiederaufnahme der Saison mit keinen neuen Spielern, die die Weggänge von Thyron, Wengler und Medewitz kompensieren sollten. „Wir haben einen großen Kader, der qualitativ echt gut besetzt ist. Sollte es noch einmal weitergehen, dann werden wir mit der derzeitigen Mannschaft wieder den Spielbetrieb aufnehmen und versuchen, die Klasse zu halten“, kündigt der Sportliche Leiter an.

Auf alle Fälle könnte er dann wieder mit Abwehrspieler Tino Kapannusch planen, der verletzungsbedingt nur zu einem Einsatz in der Brandenburgliga kam und jetzt wieder einsatzbereit wäre und auf seine Rückkehr ins Team brennt. „Stand heute denke ich nicht, dass wir in dieser Saison überhaupt noch einmal den Spielbetrieb aufnehmen werden“, glaubt Welzel. „Wie die Serie dann gewertet wird, darüber kann ich mir wirklich kein Urteil bilden. Mir tut es für meine Spieler leid, die sich alle selbst intensiv mit viel Lauftraining fit halten und gerne wieder einmal gegen das runde Leder treten möchten.“