21. Januar 2019 / 13:13 Uhr

75.000 Pferdesport-Fans sehen Seriensieger, Abschiede und rasante Wettbewerbe

75.000 Pferdesport-Fans sehen Seriensieger, Abschiede und rasante Wettbewerbe

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Der Australier Boyd Exell entschied das Weltcuprennen der Vierspänner für sich.
Der Australier Boyd Exell entschied das Weltcuprennen der Vierspänner für sich. © Christian Modla
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Springreiten, Voltigieren, Vierspännerfahren: Gleich drei Weltcup-Entscheidungen fielen im Rahmen der Partner Pferd. Daneben absolvierten Reiterinnen und Reiter zahlreiche weitere Prüfungen. Der SPORTBUZZER fasst einige Ergebnisse zusammen.

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Leipzig. „Höher, schneller, weiter – nicht nur die Turnierpferde haben in den vergangenen vier Tagen große und großartige Sprünge gezeigt, auch die Partner Pferd selbst ist 2019 einmal mehr über sich hinaus gewachsen“, freute sich Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. Von Donnerstag bis Sonntag waren hier über 260 Aussteller aus insgesamt 13 Ländern zu Gast, lieferten sich Athleten mit Weltklasse-Format spannende Wettkämpfe. Vier Tage lang begeisterten die weltbesten Springreiter, Gespannfahrer und Voltigierer. Knapp 75.000 Besucher sahen ihnen zu.

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Die letzte Entscheidung der Veranstaltung ist traditionell die bedeutendste, das Weltcup-Springen um den Großen Preis von Leipzig. Den Sieg sicherte sich - natürlich - Christian Ahlmann. Sechs Mal ritt er als Sieger in dieser Prüfung vom Platz. Ein siebter Triumph gelang ihm beim Weltcup-Finale 2011. „Ich kann es gar nicht richtig fassen“, waren seine ersten Worte nach dem neuerlichen Erfolg. „Schade, dass Leipzig nur ein Mal im Jahr ist“, lachte der Mann aus Marl. Nachdem Ahlmann im Vorjahr mit Taloubet alle Konkurrenten hinter sich gelassen hatte, war es in diesem Jahr Caribis, den er zum Gewinn führte. "Ich hab gehofft, dass es klappt", so der Leipziger Abonnement-Champion. "Aber dass es so klappt, hätte ich nicht unbedingt gedacht.“

Keiner ist schneller als Boyd Excell

Auch er ging in der Messestadt schon oft als Favorit an den Start , denn er hat schon alles gewonnen, was es im Fahrsport zu gewinnen gibt. Und auch in diesem Jahr kam Boyd Exell als aktueller Weltmeister in die Sachsenmetropole. Letztlich gewonnen hatte er bisher drei Mal. Nachdem er und sein Gespann sich im Vorjahr dem Schweizer Jérome Voutaz beugen mussten, lief es anno 2019 gewohnt gut für den Australier. Er siegte und verwies einen anderen Jungspund in die Schranken.

Partner Pferd: Boyd Exell und sein Gespann beim Weltcup der Vierspänner

Bram Chardon (NED), Sohn des Erfolgsfahrers Ijsbrand Chardon, sicherte sich Platz zwei, gefolgt von Voutaz auf Rang drei. Da Exell mit einer Wildcard in Leipzig an den Start ging, musste er den Topscore an den Zweitplatzierten abgeben, der sich somit auf Platz zwei im FEI Driving World Cup-Ranking vorschob. Und er gibt zu, er fühle den Atem von Bram Chardon regelrecht im Nacken: „Das hat wohl etwas mit der Jugend zu tun, als ich in dem Alter war, hab ich auch versucht, die älteren Fahrer zu ärgern“, lachte Exell.

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FEI World Cup Driving geht es traditionell rasant zu, wenn die Gespanne um die beste Zeit im engen Parcours kämpfen. Zur Galerie
FEI World Cup Driving geht es traditionell rasant zu, wenn die Gespanne um die beste Zeit im engen Parcours kämpfen. © Christian Modla
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Ahlmann scheitert knapp mit Solid Gold

Während Leipzig beim FEI Driving World Cup als letzte Station fungierte, startete der Equiline Youngster Cup hier. Bei den ersten beiden Qualifikationen beeindruckte zunächst der aktuelle Deutsche Meister Mario Stevens (Molbergen), denn er siegte in beiden Prüfungen mit dem Balou du Rouet-Sohn Botakara. Im Finale musste er allerdings zwei Springfehler hinnehmen und den Sieg einer anderen Nachwuchshoffnung überlassen. Marlon vd Heffinck mit Christopher Kläsener (Bad Essen) war in der zweiten Qualifikation Zweiter geworden und überzeugte im Finale auf ganzer Linie. Der in Belgien gezogene Desir du Chateau-Sohn und der Bereiter im Stall von Marco Kutscher verwiesen Katrin Eckermann (Sassenberg) und ihren Hengst Daddy’s Destiny auf Platz zwei. Und auf Platz drei folgte eben Kutscher (Bad Essen) seinem Angestellten mit dem Perigueux-Sohn Policeman.

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In der Abteilung der Achtjährigen gab es ein Wiedersehen mit dem Vorjahressieger der Siebenjährigen. Solid Gold Z hatte ein phantastisches Jahr 2018, das nach vielen erfolgreichen Starts mit dem Sieg bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde in seiner Altersklasse gipfelte. Sein Reiter Christian Ahlmann (Marl) hält große Stücke auf den Hengst: „Er hat sich super entwickelt. Er ist ein Traumpferd, ist super zu reiten und hat im Parcours mit keiner Aufgabe Probleme!“ Am Leipziger Turniersonntag musste er sich jedoch knapp geschlagen geben. Viel riskiert und dafür mit dem Sieg belohnt wurde nämlich Christian Kukuk (Riesenbeck). Der Bereiter im Stall von Ludger Beerbaum ging mit Creature an den Start, der den Topscore im Equiline Youngster Cup landete. Dritter wurde Max Kühner (AUT) mit Elektric Blue P.

Hohes Niveau beim Kampf um den "Goldenen Sattel"

Im Kampf um den Sieg bei der Traditiosnprüfung "Goldener Sattel" hatte Enno Klaphake (Mühlen) die Nase vorn. „Es ist eine große Ehre sich jetzt in die Liste der Sieger des Goldenen Sattels eintragen zu dürfen“, freute er sich. Denn dort stehen Namen wie Christian Ahlmann, Marcus Ehning und Daniel Deußer. Vier U21-Reiter treten im Goldenen Sattel an und finden ihren Besten im Pferdewechsel. Durchweg kam Klaphake mit allen Pferden gut zurecht und erzielte mit seinem eigenen und zwei weiteren die Wertnote 8,8 und mit einem Pferd die 8,1. Unterm Strich eine Gesamtwertzahl von 33,5. Nur 0,1 Punkte dahinter rangierte Cedric Wolf (Buchholz). Es folgte Emelie Pieper (Arnsberg) auf Rang drei und Hannes Ahlmann (Reher) auf Platz vier.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Ritt um den "Goldenen Sattel"

Das Springen um den HGW Nachwuchsförderpreis in Memoriam Debby Winkler Zur Galerie
Das Springen um den HGW Nachwuchsförderpreis in Memoriam Debby Winkler ©

„Das Niveau war in diesem Jahr enorm hoch“, attestierte Joachim Geilfuß, einer der beiden Richter, den jungen Springreitertalenten und auch sein Richterkollege Marco Kutscher war voll des Lobes, auch für die Prüfung an sich: „Es ist für alle eine völlig neue Herausforderung gewesen, in dieser Atmosphäre mit Pferdewechsel. Die vier haben das sehr gut gemacht und nehmen eine tolle Erfahrung mit nach Hause“, ist sich Kutscher sicher.

Boe zum Abschied auf Platz drei

Weder Sprunghöhe noch Geschwindigkeit im Umlauf sind die entscheidenden Kriterien beim Voltigieren. Auch hier ging es in Leipzig um Weltcup-Punkte. Die Topscores gingen ausschließlich an deutsche Athleten. In der Damenwertung siegte die Vize-Weltmeisterin Janika Derks (Dormagen) mit Dark Beluga und Barbara Rosiny an der Longe. Weltmeisterin Kristina Boe landete im Rahmen ihrer Abschiedstour auf dem dritten Platz. Bei den Herren dominierte ebenfalls ein Vize-Weltmeister, nämlich Jannik Heiland (Wulfsen/Dark Beluga/Barbara Rosiny), der in Leipzig neue Elemente in der Kür testete, und zwar mit ganz offensichtlichem Erfolg. Im Pas de Deux sicherten sich wie im Vorjahr Theresa Sophie Bresch (Heidelberg) und Torben Jacobs (Köln) mit Danny Boy und Longenführer Patric Looser die Punkte. Es war ihr letzter Auftritt in Leipzig, denn nach dem Weltcup-Finale in Saumur beenden die beiden ihre Voltigier-Laufbahn.

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Der zweite Umlauf der Internationalen Voltigierprüfung im FEI Vaulting World Cup der Damen Zur Galerie
Der zweite Umlauf der Internationalen Voltigierprüfung im FEI Vaulting World Cup der Damen ©

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