03. Mai 2021 / 11:52 Uhr

Wenige Frauen im deutschen Tischtennis: Vorsfeldes Hellen Niemann will das ändern

Wenige Frauen im deutschen Tischtennis: Vorsfeldes Hellen Niemann will das ändern

Andreas Vogel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lebt für ihren Sport: Hellen Niemann vom MTV Vorsfelde mit Töchterchen Lara Liv. 
Lebt für ihren Sport: Hellen Niemann vom MTV Vorsfelde mit Töchterchen Lara Liv.  © Privat
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Frauen sind im DTB in der Unterzahl. Tischtennis-Tausendsassa Hellen Niemann vom MTV Vorsfelde hat sich neben Job und Familien-Leben auch zum Ziel gesetzt, dem entgegenzuwirken.

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Frauen sind im deutschen Tischtennis klar in der Unterzahl. Nur 23 Prozent beträgt der weibliche Anteil im Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) - und der ist dazu seit Jahren rückläufig. Tischtennis-Tausendsassa Hellen Niemann vom MTV Vorsfelde ist selbst nicht nur aktiv an der Platte, sondern fast noch aktiver daneben. In ihren zahlreichen Ehrenämtern, die sie für ihren Lieblingssport ausübt, hat sie unter anderem das Ziel, mehr Mädchen für den Tischtennis-Sport zu begeistern.

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„Schon vor Corona mussten wir in den letzten drei Jahren einen stagnierenden Trend bei den Zahlen der Tischtennis-Kinder feststellen. Daher hat der MTV seit zwei Jahren eine zusätzliche Trainingszeit für Anfänger und Anfängerinnen ab sechs Jahren an jedem Samstagvormittag eingeführt", berichtet Niemann. Ihr Plan für die Zukunft: Trainingszeiten, in denen Mädchen unter sich üben können. So will sie mehr Spielerinnen gewinnen - und die niedrige Frauen-Quote im DTTB wieder nach oben schrauben.

Mehr heimischer Sport

Aber auch sonst lebt die 37-Jährige, die im Dezember letzten Jahres Mutter von Töchterchen Lara Liv geworden ist, für ihren Lieblingssport. Sie bringt Familienleben, Job und Ehrenämter nicht nur gekonnt unter einen Hut, sondern verbindet diese sogar. „Letztlich ist alles eine Frage der Organisation. Ehrenämter sind eine wichtige Säule der Gesellschaft, meinen Beitrag dafür kann ich nicht einfach so aufgeben", sagt Niemann. „Meine Ehrenämter und mein Beruf als Lehrerin helfen dem Tischtennis-Sport, sich in Wolfsburg weiter zu stärken."

Duell mit dem Lehrer

Tischtennis und Schule - beides spielte schon bei ihrem allerersten Punktspiel im Erwachsenenbereich eine Rolle. „Mein erster Gegner war ausgerechnet mein Lehrer Günter Donath vom Ratsgymnasium, der für den TSV Ehmen aufschlug. Das hat mich damals ganz schön nervös gemacht“. Mittlerweile ist es so, dass Niemann als Lehrerin selbst gegen ihre Schülerinnen und Schüler spielt.

Zudem meldet die Pädagogin, die seit sieben Jahren am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) in Westhagen unterrichtet, seit ihrer Zeit als Referendarin immer eine Tischtennis-Schulmannschaft des ASG zum Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“. Außerdem richtete sie bereits zweimal den Orts- beziehungsweise Bezirksvorentscheid für diesen Wettbewerb aus. Niemann betont: „Dabei liegt mir die Kooperation mit anderen Schulen am Herzen, damit die Freude am Sport für die Kinder durch solche Wettbewerbe steigt."

Kapitänin bei den siebten Herren

Doch auch abseits der Schule macht sie sich in vielen Ämtern für ihren Sport stark: Niemann, die auch die B-Trainer-Lizenz besitzt, war unter anderem auch Jugendreferentin im Tischtennis-Stadtverband, ist nun Staffelleiterin der Jugend- und Schülerligen und seit 2014 Spartenleiterin beim MTV Vorsfelde. Dort schlägt Niemann, die bereits in der Bezirksoberliga spielte, als Mannschaftsführerin im siebten Herren-Team in der Kreisklasse auf - weil es mit drei aktiven Spielerinnen zu wenige für eine Damen-Mannschaft gibt. Doch der Tischtennis-Tausendsassa arbeitet ja daran, dass sich das in Zukunft bessert.