03. September 2020 / 18:01 Uhr

Zu wenige Trainingszeiten für den SC DHfK Leipzig - Stadt gegenüber ZSL mit harter Linie

Zu wenige Trainingszeiten für den SC DHfK Leipzig - Stadt gegenüber ZSL mit harter Linie

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
karstengünther
DHfK-Manager Karsten Günther fordert ein gemeinsames Vorgehen von Sportamt und ZSL, um eine Lösung zu finden. © Christian Modla
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Aufgrund der Kurzarbeit fehlt das Personal, weshalb die Sporthalle früher als üblich abgeschlossen wird. Dies wirkt sich natürlich negativ auf die Trainingszeiten der Jugend-Teams des SC DHfK Leipzig aus. Am kommenden Montag trifft sich Sportamtschefin Kerstin Kirmes mit den Handballern, um über mögliche Optimierungen zu sprechen.

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Leipzig. Keine Veranstaltungen in der Arena Leipzig, keine Einnahmen. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist bei Hallen-Betreiber ZSL Ebbe in der Kasse. Schon seit Anfang April befinden sich die Mitarbeiter in Kurzarbeit 25. „Wir haben zwar keine akute Insolvenzgefahr, verbrauchen jetzt aber die in den vergangenen Jahren erarbeiteten Rücklagen“, sagt ZSL-Chef Matthias Kölmel. Eigentlich wird die Halle nur noch für die Trainingsstunden von Handball-Bundesligist SC DHfK Leipzig geöffnet.

Atmosphärische Störungen zwischen Sportamt und ZSL

Seit Beginn des neuen Schuljahres am vergangenen Montag und überstandenen Corona-Einschränkungen von April bis Juni wollen nun auch die Nachwuchstalente der Grün-Weißen von der A- bis zur C-Jugend und der U 23 wieder in der kleinen Arena üben und am Wochenende auch spielen. Doch das ist nicht möglich. Wegen der Kurzarbeit fehlt das Personal. Deshalb wird die Halle spätestens um 18.30 Uhr abgeschlossen. Sonst waren Trainingszeiten bis 22 Uhr möglich. „Zusammen mit den Betriebskosten benötigen wir eine fünfstellige Summe, um zum alten Umfang zurückzukehren“, so Kölmel. Das Geld ist aber nicht da.

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Hinzu kommen offenbar auch atmosphärische Störungen zwischen Sportamt und ZSL. Laut Kölmel fehle eine direkte Kommunikation. „Wir müssen uns alle an einen Tisch setzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen“, meint DHfK-Manager Karsten Günther. Ein solcher Gipfel scheint derzeit allerdings weit entfernt.

Am kommenden Montag will sich Sportamtschefin Kerstin Kirmes mit den DHfK-Handballern treffen. „Wir werden dann prüfen, ob alle Trainingszeiten nötig sind und wo man optimieren kann“, sagte die Amtsleiterin. Gegenüber der ZSL fährt sie dagegen eine harte Linie. „Wir haben eine klare Anspruchshaltung, die ZSL muss ihren Vertrag erfüllen“, so Kirmes. Mit anderen Worten: Die ZSL soll trotz Kurzarbeit gewährleisten, dass die Halle für die vereinbarten Trainingszeiten zur Verfügung steht.

Karsten Günther bedankt sich

Zumindest die Profimannschaft kann nicht nur üben, sondern auch spielen. Am Sonnabend erwarten die Grün-Weißen die Füchse Berlin zum Test vor Zuschauern. Mehr als 500 Tickets sind schon weg, Anwurf ist um 17 Uhr. Auch zum Bundesligaauftakt öffnet die ZSL trotz ihrer Beschränkungen die Hallentore und legt dann die gekürzten Arbeitszeiten auf die Abendstunden um. Der SC DHfK startet am 1. Oktober gegen die Eulen Ludwigshafen in die neue Spielzeit.

Von den Möglichkeiten der Leipziger Profis dürfen die Gäste im Augenblick nur träumen. In Rheinland-Pfalz sind derzeit nur 150 Zuschauer zugelassen. Und selbst das Topteam von der Rhein-Neckar-Löwen weiß noch nicht, wie es weitergeht. „Spiele ohne Zuschauer oder mit einer durch Auflagen bedingten sehr geringen Anzahl sind für uns wirtschaftlich nur schwer machbar und wären in der SAP Arena nicht denkbar“, sagte Löwen-Managerin Jennifer Kettemann. Die Mannheimer suchen derzeit nach einer kleineren Ausweichhalle.

Günther bedankte sich deshalb am Donnerstag bei einem Treffen mit Ministerpräsident Michael Kretschmer und Sportminister Roland Wöller (beide CDU). „Der Sport in Sachsen hat in den letzten Monaten bewiesen, dass er in schwierigen Zeiten zusammenhält und konstruktiv gemeinsam nach Lösungen sucht“, so der Manager.