14. Juni 2019 / 14:42 Uhr

Wenn Göttinger Sporthallen in der Nacht zu Schlafsälen werden

Wenn Göttinger Sporthallen in der Nacht zu Schlafsälen werden

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Am Ende wird es eng in der FKG-Halle: Nach dem letzten Finale gibt es noch die große Siegerehrung.
Am Ende wird es eng in der FKG-Halle: Nach dem letzten Finale gibt es noch die große Siegerehrung. © Swen Pförtner
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1650 Kinder bevölkern am Sonnabend und Sonntag die Sporthallen in Göttingen. Das 40. Basketball-Miniturnier ist wieder einmal ein Magnet, es lockt Nachwuchsmannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet nach Südniedersachsen.

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Richtig eng wird es dann am frühen Sonntagnachmittag in der FKG-Halle, wenn um 14.30 Uhr das Finale der „Königsklasse“ U12 gespielt wird.

Junge Sportler zwischen acht und zwölf Jahren kommen alljährlich im Juni nach Göttingen, wenn Europas größtes Nachwuchsturnier ausgetragen wird. Chef-Organisator Manfred Ude und sein Team konnten sich auch bei der 40. Auflage dieses Turnier-Klassikers wieder einmal nicht vor Anfragen retten.

Das Los entscheidet

Dem Bewerbungsaufruf waren mehr als 250 Mannschaften für die zwölf ausgeschriebenen Alters- und Leistungsklassen gefolgt. „Diese große Bewerberzahl lässt sich selbst bei der sehr guten Göttinger Hallensituation nicht realisieren“, sagte Ude, der schließlich 165 Mannschaften aus dem großen Topf loste, die in diesem Jahr dabei sein dürfen. „Ich freue mich besonders darüber, dass sich bei den Mädchen – gegenüber dem vergangenen Jahr – eine weitere Leistungsklasse ergeben hat“, so der Orga-Chef, der auch wieder internationale Gäste begrüßen kann. Die kommen 2019 aus Tschechien und Luxemburg.

Schlafsäle in elf Hallenteilen

2500 Turnierteilnehmer – darunter auch mitreisende Trainer, Betreuer und Eltern – werden die Hallen während der Spiele bevölkern, diese auch als Schlafstätten nutzen oder ihre Zelte davor aufbauen. In elf Hallenteilen in Geismar, im FKG und in der Jahnsporthalle wird übernachtet, maximal 70 Personen dürfen in einem Hallenteil schlafen. „Da gibt es dann auch Sonderwünsche, weil ein Verein unbedingt mit einem anderen befreundeten Verein übernachten möchte. Ich versuche alles möglich zu machen, aber das ist oft mit einem wahnsinnigen Aufwand verbunden“, berichtet Ude, dessen Tagesablauf das Miniturnier in den vergangenen Wochen eindeutig bestimmt hat.

Immer die günstigen Angebote im Blick

Frühstück gibt es in den Mensen der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Geismar und des Felix-Klein-Gymnasiums. Schon seit Monaten beobachtet Ude die Angebote und kauft möglichst günstig ein. „Ich habe das sogar von meinem Urlaub aus beobachtet und meine Mitstreiter dann losgeschickt, als beispielsweise Nutella besonders günstig war“, erzählt der 69-Jährige, der in seinem Berufsleben als Chef-Logistiker gearbeitet hat.

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Neue Herausforderungen

Viele Abläufe sind über Jahre verbessert worden, dennoch steht das Orga-Team immer wieder vor neuen Herausforderungen. Kürzlich kam von den Stadtwerken die Nachricht, dass diese keine Bus-Sonderfahrten übernehmen können. Fallen die Busse für den Frühstücktransport zwischen IGS Geismar und FKG-Halle aus, hätten das zwischen 60 und 70 zusätzliche VW-Bus-Fahrten bedeutet. „Das wäre nicht zu bewerkstelligen gewesen. Jetzt gibt es in der kleineren Mensa in Geismar einen Frühstücksdurchgang mehr“, sagt Ude, der „erst 27 Jahre“ als Helfer und in der Turnierorganisation dabei ist.

Sonderwünsche gibt es immer

Die Spielpläne sind lange im Vorfeld erstellt, dennoch gibt es immer wieder Mannschaften, die noch kurzfristige Änderungen wünschen, weil sie beispielsweise später als geplant anreisen. „Daran hängen auch Schiedsrichter- und Kampfrichter-Einsätze. Wir haben die Teams, die Verlegungen wünschen, aufgefordert, innerhalb ihrer Leistungsklasse zu versuchen zu tauschen. Manchmal klappt das, manchmal aber auch nicht“, sagt Ude. Insgesamt wird in zwölf Hallen auf 34 Basketballfeldern gespielt.

Fundsachen-Versand bis September

Der Chef-Organisator macht zwei Wochen nach dem Turnier mit der Helferparty einen Haken hinter das Miniturnier. Für Ursula Eisener, die während des Turniers Pommes Frites am FKG verkauft, fängt dann erst die Arbeit an: Sie verwaltet die Fundsachen, lagert diese im heimischen Gästezimmer. „Von Zahnspangen über einzelne Turnschuhe bis hin zu hochwertiger Bekleidung ist immer alles dabei“, sagt Eisener. Sie wäscht die T-Shirts, Jacken und Hosen, stellt Fotos davon online und korrespondiert mit den Eltern, die sich per E-Mail an sie wenden. „Manche schicken auch ein Foto von ihren Kindern als Beweis, auf denen sie das vermisste Kleidungsstück tragen. Ich verpacke das dann und versende es per Post. Die Portokosten überweisen die Eltern dann an die BG 74.“ Spätestens im September werden alle nicht zurückgeforderten Fundsachen an die Flüchtlingshilfe übergeben.

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