14. April 2016 / 16:56 Uhr

"Wenn nicht jetzt, wann dann": Egestorf/Langreder feiert bis tief in die Nacht

"Wenn nicht jetzt, wann dann": Egestorf/Langreder feiert bis tief in die Nacht

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nach dem Sieg im dramatischen Elfmeterschießen kannte die Freude bei den Germanen keine Grenzen mehr.
Nach dem Sieg im dramatischen Elfmeterschießen kannte die Freude bei den Germanen keine Grenzen mehr. © Stefan Zwing
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Nach dem Abpfiff war in Egestorf noch lange nicht Schluss. Kein Wunder, gelang dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder gegen den VfL Osnabrück doch ein historischer Erfolg.

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Nach dem Pokal-Coup gegen den VfL Osnabrück haben Spieler, Trainerteam, Vereinsverantwortliche und Fans des 1. FC Germania Egestorf/Langreder es richtig krachen lassen: „Ich habe morgen ums 2 Uhr die Veranstaltung verlassen, der Rest dürfte noch lange weitergefeiert haben“, sagt Coach Jan Zimmermann.

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Aber: „Wenn nicht jetzt, wann dann“, bemüht Zimmermann einen Hit der Kölner Band „De Höhner“, der vor neun Jahren die deutschen Handballer zum Weltmeistertitel im eigenen Land trug. Einen ähnlichen Stellenwert dürfte für die Germanen der 6:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den Drittligisten haben. „Wir sind zum ersten Mal ins Finale des Landespokals eingezogen und haben uns für den DFB-Pokal qualifiziert – das ist sensationell.“

Germanen-Coach ist "unendlich stolz"



Der Egestorfer Trainer war voll des Lobes für seine Mannschaft. „Wir wussten vorher, dass bei so einem Spiel alles zusammenpassen muss. Entscheidend ist aber immer das, was die Jungs auf dem Platz abliefern. Und das hat mich unendlich stolz gemacht.“ Wie mutig und selbstbewusst seine Schützlinge agiert, wie beeindruckend sie die taktischen Vorgaben umgesetzt, wie fokussiert und entschlossen sie sich präsentiert und mit welcher Überzeugung sie im Elfmeterschießen die „Beute“ erlegt hätten – „das war eine Meisterleistung“, schwärmte Zimmermann.

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„Und wenn ich daran zurückdenke, wie wir vor eineinhalb Jahren im Elfmeterschießen gegen den TSV Havelse ausgeschieden sind, dann hat die Mannschaft eine Entwicklung hinter sich, die ist unfassbar.“ Nie habe sich die Mannschaft stumpf hinten rein gestellt und mit Mann und Maus verteidigt. „Wir haben nach Ballgewinn immer versucht, nach vorne zu spielen.“

Spiel verflachte dank starker Leistung

Die Mannschaft habe es geschafft, die Stärken der Profis zu neutralisieren. „Dass das Spiel im Grund schnell verflachte und vor sich hin plätscherte, war das Ergebnis einer richtig starken Leistung.“ Das Fehlen von Torraumszenen habe allerdings dazu beigetragen, dass trotz Riesenkulisse lange Zeit nie so richtig Pokalatmosphäre aufgekommen sei. „Laut wurde es erst in der Schlussphase, als es in Richtung Elfmeterschießen ging“, sagt Zimmermann, fügt aber schmunzelnd hinzu. „Wir stecken als Fußballverein ja noch in den Kinderschuhen.“

Dass der Coach in den Schlussminuten mit Andreas Baranek und Christoph Beismann zwei routinierte und sichere Elfmeterschützen einwechselte, die auch prompt trafen, und Keeper Markus Straten-Wolf einen Spickzettel wie einst Jens Lehmann bei der WM 2006 zur Hilfe nahm, war dann das Tüpfelchen auf dem i: „Er ist bei vier Schüssen dreimal in die richtige Ecke gesprungen und hat einen pariert – so falsch können unsere Informationen also nicht gewesen sein.“

Am Sonntag beginnt der Alltag wieder

  1. FC Germania Egestorf/Langreder - VfL Osnabrück (Landespokal-Halbfinale)
Marco Schikora (links) und Jannik Oltrogge. Zur Galerie
Marco Schikora (links) und Jannik Oltrogge. © Stefan Zwing

Ach ja, am Sonntag (15 Uhr) wartet auf die Germanen wieder der Oberliga-Alltag: Bei den FT Braunschweig peilen die Egestorfer trotz Kräfteverschleiß einen Dreier an: „Wir schauen erst mal, wer belastbar und einsatzfähig ist. Und dann versuchen wir, den Schwung aus dem Pokalspiel mitzunehmen“, sagt Zimmermann.