14. Januar 2021 / 21:40 Uhr

Wenn sie die Nacht vorm Spiel bei ihren Frauen verbringen, verlieren die Wolfsburger nicht

Wenn sie die Nacht vorm Spiel bei ihren Frauen verbringen, verlieren die Wolfsburger nicht

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
VfL Wolfsburg - 1899 Hoffenheim
Zu Hause ist’s am schönsten: Seitdem Trainer Oliver Glasner seine Spieler vor Heimpartien im eigenen Bett schlafen lässt, hat der VfL nicht mehr verloren – und zuletzt sogar fünfmal in Folge gewonnen. © dpa
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Heimstark wie lange nicht mehr - der VfL Wolfsburg fühlt sich in dieser Saison in der VW-Arena richtig wohl, hat noch kein Heimspiel verloren. Wie kommt's, nachdem die Wolfsburger in der vergangenen Saison in ihrem Wohnzimmer noch geschwächelt hatten?

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In der vergangenen Saison waren die Heimspiele noch ein Problem für den VfL Wolfsburg – lediglich viermal durfte ein Dreier bejubelt werden, darüber hinaus gab es sieben Unentschieden und sechs Niederlagen. Der VfL war in der Heimtabelle nur 14. – auch deshalb klappte es am Ende nicht mit der direkten Europa-Quali. In diesem Jahr läuft’s für den Fußball-Bundesligisten in der VW-Arena bedeutend besser, der VfL ist noch ungeschlagen. Vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr) mit RB Leipzig gab es fünf Siege und zwei Remis. Woher rührt diese neue Heimstärke? Mit ein Grund seien die Nächte vor den Spielen, sagt Oliver Glasner schmunzelnd.

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Normalerweise schlafen die Profis sowohl vor Auswärts- als auch vor Heimpartien in der Nacht vor einem Spiel im Hotel – um gut ausgeruht in die Partie gehen zu können. Aber seit dieser Saison macht der VfL das anders, nun dürfen Wout Weghorst und Co. vor Heimspielen zu Hause bei Frau oder Freundin übernachten. „Wir gehen am Vorabend nicht mehr ins Hotel“, bestätigt der Trainer. „Das ist der größte Unterschied zum letzten Jahr.“ Der Coach weiter: „Ich erachte das als nicht so sinnvoll, dass wir da am Vortag hingehen.“ Es reiche, wenn sich das Team erst morgens am Spieltag zum Frühstück treffe. „Das beste Bett sollte das zu Hause sein - die Nacht bei der eigenen Frau oder Freundin tut den Jungs offenbar sehr gut“, fügt der Österreicher augenzwinkernd hinzu.

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Glasners heimstarke Heimschläfer – schaut man auf die Heimbilanz in dieser Runde, stehen die Chancen gut, dass die Wolfsburger zum ersten Mal in dieser Saison ein Team aus den Top Sechs schlagen können, nachdem es fünf Heimsiege in Folge gab: Arminia Bielefeld (2:1), 1899 Hoffenheim (2:1), Werder Bremen (5:3), Eintracht Frankfurt (2:1) und der VfB Stuttgart (1:0) wurden allesamt bezwungen. Zum Vergleich: Fünf Bundesliga-Heimspiele in Folge gewann der VfL zuletzt im Winter 2014/15, damals waren es gar sechs hintereinander – Höhepunkt der tollen Serie: Das grandiose 4:1 zum Rückrunden-Start gegen die Bayern.

Aber das ist Vergangenheit, am Samstag will Glasner mit seinen Heimschläfern die tolle Heimserie ausbauen. Das werde jedoch nicht einfach, weil mit Leipzig ein Team aus den Top Sechs der Liga kommt. Gegen diese Mannschaften war der Tabellensechste in dieser Saison zwar gut, aber nie gut genug, um einen Sieg landen zu können. Der Trainer weiß das, er sagt dazu: „Wir sind ihnen sportlich einen kleinen Schritt nähergekommen, aber um dann auch zu gewinnen, muss alles zusammenpassen. Gerade in der Effektivität vor dem gegnerischen Tor haben wir in diesen Spielen noch Verbesserungspotenzial.“

Beim 1:2 in München etwa „hatten wir 17:11 Torschüsse für uns, auch in Dortmund haben wir uns ein deutliches Plus an Torschüssen erarbeitet – und trotzdem haben wir nicht gewonnen. Das eine ist, sportlich näherzukommen, das andere aber, das Ganze auch in Ergebnisse umzumünzen.“ Am Samstagnachmittag bekommen Glasners heimstarke Heimschläfer die nächste Chance dazu, das zu schaffen.