13. Januar 2022 / 14:07 Uhr

"Werden als Verein reagieren oder jubeln": BVB-Trainer Rose über Haaland-Zukunft, Personal und Zwayer

"Werden als Verein reagieren oder jubeln": BVB-Trainer Rose über Haaland-Zukunft, Personal und Zwayer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Vor dem 19. Bundesliga-Spieltag sprach BVB-Trainer Marco Rose (r.) unter anderem über Schiedsrichter Felix Zwayer (l.) und Stürmer Erling Haaland.
Vor dem 19. Bundesliga-Spieltag sprach BVB-Trainer Marco Rose (r.) unter anderem über Schiedsrichter Felix Zwayer (l.) und Stürmer Erling Haaland. © IMAGO/Revierfoto/Norbert Schmidt (Montage)
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BVB-Torjäger Erling Haaland blieb zuletzt zweimal ohne eigenen Treffer. Trainer Marco Rose sieht die Mini-Flaute des Norwegers jedoch gelassen - und sprach vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg auch über die personelle Situation und die Pause von Schiedsrichter Felix Zwayer.

In zwei Spielen blieb Borussia Dortmunds Torjäger Erling Haaland zuletzt ohne eigenen Treffer. Trainer Marco Rose sieht dies jedoch gelassen. "Es ist für mich kein Drama, wenn Erling mal zwei, drei, vier Spiele nicht trifft. So eine Phase hat jeder Top-Stürmer mal", sagte Rose am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg am Freitag (20.30 Uhr, DAZN).

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Allerdings räumte der Coach auch ein, dass die Phase nicht spurlos an dem Norweger vorbei gehe. "Es nagt grundsätzlich an Erling, das ist klar. Er definiert sich über Tore, aber er hat in Frankfurt einen Assist gegeben. Für mich als Trainer ist noch wichtiger, wie er sich in der Kabine mit allen über den Sieg gefreut hat. Wichtig ist, dass er seine Lockerheit und Leichtigkeit nicht verliert", so Rose weiter.

Haaland hat beim BVB einen Vertrag bis 2024, soll aber eine Ausstiegsklausel für den kommenden Sommer besitzen. Er gilt als umworben von zahlreichen europäischen Top-Klubs. Dazu Rose: "Unsere Haltung ist klar. Wir würden uns freuen, wenn er noch ein bisschen länger hier in Dortmund bleibt. Alle anderen Sachen sind vertraglich geklärt. Wir sind entspannt, weil wir die Gemengelage kennen. Wenn irgendwann eine Entscheidung getroffen wird, werden wir als Verein reagieren oder jubeln."


Zuschauer-Situation: Rose hat "zwei weinende Augen"

Außerdem sprach Rose am Donnerstag über...

...die personelle Situation vor dem Freiburg-Spiel: "Manuel Akanji ist weder eine Option, wir warten aber noch das Abschlusstraining ab. Raphael Guerreiro hat diese Woche wenig bis gar nicht trainiert. Gio Reyna wird noch keine Rolle für den Kader spielen. Dan-Axel Zagadou ist zurück im Training nach seiner Covid-Erkrankung, aber er wird morgen auch noch nicht dabei sein. Marius Wolf wird wieder dabei sein können. Youssoufa Moukoko hat mit Steffen Tigges zusammen eine Halbzeit bei der U23 gespielt und ist wieder voll einsatzfähig. Neue Ausfälle sind zum Glück nicht dazu gekommen."

...750 zugelassene Fans im Stadion am Freitag: "Ich sehe es mit zwei weinenden Augen. Ich freue mich für alle, die dabei sei dürfen. Es bringt zumindest ein wenig Atmosphäre. Aber sind wir ganz ehrlich: Eigentlich bringt es keine Atmosphäre. Wenn wir über ein Stadion reden, wo 80.000 reinpassen und unsere Fans fehlen, dann ist es schwierig. Es macht auch wenig Spaß, das muss man ehrlich sagen."

...über die hohe Zahl an Gegentoren unter seiner Regie: "Ich bin Teil des Vereins. Wenn wir zu viele Gegentore kriegen, kann ich nicht zufrieden sein, ist doch klar. Was sollen wir machen, mit 12 spielen, mit 13? Wir arbeiten an den Dingen. Es geht immer wieder um das Thema Aufmerksamkeit. Jeder weiß um unsere Konstellationen. Keine Ahnung, wie viele unterschiedliche Viererketten wir in der Saison auf dem Platz hatten. Aus Ballverlusten lassen wir zu viele Großchancen zu. Das bedeutet, wir müssen Ballverluste vermeiden. Wir müssen klarer in unserem Spiel mit dem Ball werden, verantwortungsvoller mit dem Ball umgehen und Ballverluste besser absichern. Fakt ist eines: Wir müssen besser werden. Es gibt eine einfache Regel: Spiele gewinnst du über die Offensive, Titel holst du über eine stabile Defensive."

Defensive Taktik für Rose keine Option

...die Option, eine defensivere Taktik zu wählen: "Das ist gar keine Option, anzufangen, sich hinten reinzustellen oder passiver zu werden. Da verwirren wir die Jungs und erreichen genau das Gegenteil. Wir wollen aktiv verteidigen, und möglicherweise sind wir da noch in einem Prozess. Die Gegentore, die wir bekommen, sind erklärbar, die analysieren wir immer wieder."

...über die Pause von Schiedsrichter Felix Zwayer, dessen Leistung beim Topspiel des BVB gegen FC Bayern (2:3) für Diskussionen gesorgt hatte: "Es hatte einen gewissen medialen Nachhall, aber wir haben das relativ schnell abgehakt. Ich glaube, dass das eine persönliche Entscheidung von Felix Zwayer ist. Wenn man in diesen Bereichen arbeitet, ist klar, dass man immer wieder Dinge über sich hören und lesen muss. Damit muss man umgehen können. Ich wünsche ihm eine gute und ruhige Phase. Dann wird er zurückkommen und wieder Fußballspiele pfeifen. Ich bin immer für Dialog. Ich glaube, es macht grundsätzlich Sinn, sich zu unterhalten, weil man dann vielleicht einen anderen Blickwinkel bekommt. Wir haben den Eindruck gehabt, dass die Schiedsrichterleistung nicht gepasst hat, das haben wir kundgetan. Dann geht es auch schon weiter."