24. April 2019 / 22:39 Uhr

Irrer Pokal-Fight: FC Bayern gewinnt dank Lewandowski Halbfinal-Kracher gegen Werder

Irrer Pokal-Fight: FC Bayern gewinnt dank Lewandowski Halbfinal-Kracher gegen Werder

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robert Lewandowski und Thomas Müller waren Bayerns Matchwinner gegen Werder Bremen.
Robert Lewandowski und Thomas Müller waren Bayerns Matchwinner gegen Werder Bremen. © imago images / Matthias Koch
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Der FC Bayern München hat sich in einem umkämpften Halbfinale beim SV Werder Bremen durchgesetzt. In einem verrückten Spiel sahen die Bayern bis zu einem Blitz-Comeback der Bremer schon wie die sicheren Sieger aus. Doch dann änderte ein umstrittener Elfmeter alles.

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Was für ein Fußballfest im Weserstadion! Der FC Bayern München hat mit einem knappen 3:2 (1:0)-Sieg beim SV Werder Bremen das Ticket für sein 23. Pokalfinale gelöst. In einem umkämpften und phasenweise auch wilden Fußballspiel waren Doppeltorschütze Robert Lewandowski und der starke Thomas Müller die Matchwinner der Münchner. Yuya Osako und Milot Rashica glichen in der Schlussphase binnen 60 Sekunden von 0:2 auf 2:2 aus, ehe Lewandowski die Werder-Träume mit einem verwandelten Foulelfmeter beendete. Zuvor hatte es einen umstrittenen Pfiff nach einem leichten Rempeln von Werders Gebre Selassie gegen Kingsley Coman gegeben.

"Thomas Müller macht es seit der Ausbootung richtig gut", lobte Bayerns Trainer Niko Kovac vor allem den starken Weltmeister nach der Partie in der ARD. "Ich sehe bei allen dreien, auch bei Mats und Jerome, dass sie es allen zeigen wollen. Kompliment, wie der Thomas das heute gemacht hat. So erwarte ich das von ihm – nicht einmal, sondern immer." Für Ärger sorgte auf beiden Seiten der entscheidende Elfmeter, den Coman gegen Gebre Selassie herausgeholt hatte. "Wenn das ein Elfmeter war, dann brauchen wir auch den Videobeweis nicht mehr, den können wir gleich wieder abschaffen", sagte Werder-Kapitän Max Kruse. Alle Reaktionen zur entscheidenden Situation hat der SPORTBUZZER hier zusammengestellt.

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Die erste Halbzeit begann hochemotional und blieb es durchweg. Thomas Müller, der mit seiner zehnten Pokal-Halbfinalteilnahme einen neuen Rekord aufstellte, stand zunächst nicht im Fokus, dafür legte Werder feurig los: Eggestein und Rashica kombinierten sich gut in die Bayern-Hälfte, wurden von der umformierten FCB-Abwehr aber gestellt. Mats Hummels ersetzte im Abwehrzentrum Niklas Süle, der nach seiner Roten Karte aus dem Viertelfinale gegen Heidenheim gesperrt fehlte.

Pokal-Klassiker ist durchweg munter und ausgeglichen

Vor 42 100 Zuschauern und einer beeindruckenden Kulisse entwickelte sich ein munteres und ausgeglichenes Spiel. Die Münchner hatten durch Müller (10.) die erste größere Möglichkeit, doch der Ex-Nationalspieler schoss eine Alaba-Hereingabe nur wenige Zentimeter am Werder-Kasten vorbei. Müller scheiterte auch nach 16 Minuten, diesmal nach einer Vorarbeit von Coman. Der Ball wurde zum Eckball abgefälscht. Doch auch Werder hatte Chancen, etwa durch Osako (19.) und vor allem durch Klaassen (23.), der den Ball nach feinem Pass von Rashica haarscharf über das Bayern-Tor von Sven Ulreich ballerte.

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Die temporeiche Partie behielt ihre Fahrt bei, immer wieder gab es bei beiden Teams gute Ansätze. Etwas enttäuscht war daher das Zustandekommen der Bayern-Führung. Denn die war von Werder-Seite fehlerbehaftet und von Bayern-Seite glücklich. Nach einem langen Pass von Boateng gab Müller per Kopf ziellos von der Seitenauslinie in die Mitte. Die Kerze verunsicherte SVW-Schlussmann Pavlenka und Abwehrspieler Veljkovic (der einfach stehenblieb) und prallte vom Pfosten ab - am schnellsten schaltete Lewandowski. Der Bayern-Goalgetter blieb cool und schoss das 1:0. Das war unterm Strich auch verdient.

Coman hat kurz nach der Pause Großchance zum 2:0

Auch nach Wiederanpfiff hatte der FCB die klareren Möglichkeiten - und in Person von Coman (48.) das 2:0 auf dem Fuß. Der Franzose scheiterte mit einer Direktabnahme aber an Pavlenka. Wieder hatte Müller die Vorarbeit geleitet. Der Weltmeister blieb einer der Aktivposten im Bayern-Spiel und legte in der 58. Minute einen satten Fernschuss über den Werder-Kasten. Diesmal hatte Coman ihn bedient.

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Und nochmal Müller: Der 29-Jährige machte in der 63. Minute alles klar. Der eingewechselte Goretzka schoss nach Kimmich-Zuspiel seinen Teamkollegen mehr oder weniger an - und der reagierte in typischer Müller-Manier. Der Weltmeister nahm den Ball an und schloss sofort mit rechts ab - keine Chance für Pavlenka im Werder-Tor. Die Bremer versuchten nach der Hereinnahme des Ex-Bayern Claudio Pizarro sofort zu reagieren und scheiterten per Kopf durch Klaassen (66.) mit einer sofortigen Antwort. Bayern sah wie der sichere Sieger aus - bis zur ominösen 74. Minute.

Irre sechs Minuten mit Werder-Comeback und umstrittenem Elfmeter

Denn da antwortete Werder - aus dem Nichts. Nach einem starken Spielzug über Gebre Selassie und Rashica, der nach einem schnellen Dribbling in die Mitte spielte und Yuya Osako fand, der locker zum 1:2 einschob. Bremen hoffte plötzlich - und wurde zum Tollhaus, als Rashica nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff und einer überragenden Einzelleistung von Milot Rashica (75.) sogar ausglich.

Auch diese Freude währte nicht lange. Denn nach einem naiven Zweikampfverhalten von Gebre Selassie im Duell mit Coman zeigte Schiedsrichter Siebert sofort auf den Punkt. Eine umstrittene Entscheidung, weil der Tscheche seinen Gegenspieler kaum berührt hatte. Coman nahm den Kontakt jedoch an und Lewandowski (80.) verwandelte den fälligen Strafstoß zum 3:2. Bayern wieder vorn - was für ein irres Spiel! Joker James Rodriguez (89.) hätte nach feiner Coman-Vorarbeit auf 4:2 stellen können - genau wie Lewandowski (90.+3), der den Ball an den Pfosten setzte.