06. Juli 2020 / 22:30 Uhr

Eigentor und Augustinsson verhindern Abstieg von Werder Bremen – 1. FC Heidenheim bleibt zweitklassig

Eigentor und Augustinsson verhindern Abstieg von Werder Bremen – 1. FC Heidenheim bleibt zweitklassig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Werder-Profis Josh Sargent (links) und Milot Rashica bejubeln das Missgeschick des Heidenheimers Norman Theuerkauf.
Die Werder-Profis Josh Sargent (links) und Milot Rashica bejubeln das Missgeschick des Heidenheimers Norman Theuerkauf. © Eibner/Walther/Pool
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Werder Bremen hat den ersten Bundesliga-Abstieg seit 40 Jahren mit Ach und Krach vermieden. Die Hanseaten retteten sich im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Heidenheim durch ein Eigentor von Norman Theuerkauf und einen Treffer von Ludwig Augustinsson.

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Ein Eigentor und ein Last-Minute-Treffer von Ludwig Augustinsson haben Werder Bremen vor dem Abstieg aus der Bundesliga bewahrt. Die Hanseaten kamen im Relegations-Rückspiel beim Zweitliga-Dritten 1. FC Heidenheim zu einem 2:2 (1:0) und machten den Klassenerhalt nach dem 0:0 im ersten Duell am vergangenen Donnerstag nur aufgrund der beiden erzielten Auswärtstore perfekt. Pechvogel des Abends war Norman Theuerkauf, der den Ball bei einem Klärungsversuch aus rund 14 Metern unglücklich im eigenen Netz versenkte (3.) und Werder damit früh in Richtung Klassenerhalt brachte.

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Heidenheim, das kurz vor dem Ende durch Tim Kleindienst ausglich (85.), verpasste den größten Erfolg der Vereinsgeschichte denkbar knapp und muss auch in der kommenden Saison in der 2. Liga ran. Werders zweiter Treffer gelang Augustinsson in der vierten Minute der Nachspielzeit. Heidenheim kam anschließend durch einen verwandelten Foulelfmeter von Kleindienst noch zum Endstand (90.+8).

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt, dessen Zukunft in Bremen trotz der Rettung auf der Zielgeraden als ungewiss gilt, hatte seine Startelf im Vergleich zum Hinspiel umgebaut. Insgesamt gab es drei Wechsel. Für Niclas Füllkrug stürmte Josh Sargent, zudem rückten Augustinsson und Kevin Vogt für den gesperrten Niklas Moisander und Philipp Bargfrede in die Anfangsformation. Bei Heidenheim durfte Vereinsikone Marc Schnatterer von Beginn an ran.

Werder erwischt in Heidenheim starken Start

Den besseren Start erwischte Werder. Sargent prüfte Kevin Müller im FCH-Tor schon nach wenigen Sekunden. Dass kurz darauf schon die Führung heraussprang, hatten die Bremer dann allerdings dem Zweitligisten zu verdanken. Bedrängt von Milot Rashica und Sargent schaufelte Theuerkauf den Ball am chancenlosen Müller vorbei ins eigene Tor. Auch in der Folge blieb der Favorit tonangebend, Heidenheim fand erst langsam ins Spiel und erarbeitete sich zunehmend mehr Ballbesitz. Wirklich gefährlich wurde die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt in ihren Offensivbemühungen zunächst aber nicht.


2009 wurde die Bundesliga-Relegation wieder eingeführt. Alle bisherigen Begegnungen im Überblick:

Der <b<SPORT</b>BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. Zur Galerie
Der BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. ©

Dies änderte sich mit Beginn des zweiten Durchgangs. Zwischen der 46. und 48. Minute boten sich den Heidenheimern gleich drei gute Möglichkeiten. Im Mittelpunkt: Die kurz zuvor eingewechselten Stefan Schimmer und David Otto. Doch das frische Duo brachte den Ball nicht im Bremer Tor unter. Werder, das zuletzt 1980 aus der Bundesliga abgestiegen war, blieb von der kurzzeitigen Wucht der gegnerischen Angriffe unbeeindruckt und stabilisierte sich schnell. Statt das Ergebnis nur zu verwalten, suchten die Hanseaten wieder selbst den Weg nach vorn.

Plötzlich 50 Fans auf der Tribüne

Die vielleicht beste Möglichkeit zum 2:0 vergab Sargent, als er frei vor Müller auftauchte – aber am Schlussmann der Heidenheimer scheiterte (59.). Kurz darauf gab es dann Aufregung auf der Tribüne. Rund 50 Fans waren ins Stadion gelangt und hatten es sich bequem gemacht. Das Ordnungspersonal verwies die Anhänger jedoch schnell wieder von ihren Plätzen. Auf dem Spielfeld startete Heidenheim währenddessen immer wieder neue Angriffsbemühungen, konnte sich aber nur noch einmal entscheidend durchsetzen: Kleindienst staubte nach einem Lattenschuss von Tobias Mohr zum Ausgleich ab. Augustinsson machte Werders Klassenerhalt schließlich perfekt – auch wenn Kleindienst per Elfmeter noch einmal ausgleichen konnte.