23. Mai 2021 / 13:19 Uhr

Werder-Abstieg: Baumann gibt Einblicke in Profiverträge und Kader-Pläne – Bode: "Es droht keine Insolvenz"

Werder-Abstieg: Baumann gibt Einblicke in Profiverträge und Kader-Pläne – Bode: "Es droht keine Insolvenz"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach dem Abstieg haben sich Frank Baumann und Marco Bode zur künftigen Planung bei Werder geäußert.
Nach dem Abstieg haben sich Frank Baumann und Marco Bode zur künftigen Planung bei Werder geäußert. © IMAGO/Nordphoto (Montage)
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Werder Bremen arbeitet den Abstieg auf: Manager Frank Baumann kämpft um seinen Job und erklärt Kader-Pläne sowie Trainer-Suche. Aufsichtsratsboss Marco Bode äußert sich zur finanziellen Lage bei den Hanseaten.

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Einen Tag nach dem Abstieg aus der Bundesliga kehren die Verantwortlichen von Werder Bremen die Scherben zusammen und starten mit Plänen für die Zweitklassigkeit. "Die Nacht war sehr, sehr kurz. Wir haben gestern eine große Enttäuschung erlebt und nun eine große Traurigkeit zu verarbeiten, die natürlich immer noch anhält", sagte der im Umfeld umstrittene Manager Frank Baumann am Sonntag im "Doppelpass" von Sport1 und kämpfte im Verlauf der Sendung mit zahlreichen Aussagen um seinen Job. "Ich bin davon überzeugt, dass ich der Richtige für Werder Bremen bin", erklärte der Ex-Nationalspieler, der einen freiwilligen Abgang schon am Samstag ausgeschlossen hatte.

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Am Sonntag meinte er: "Sie können mir glauben: Ich bin keiner, der auf seinem Posten klebt. Wenn der Aufsichtsrat zu der Entscheidung kommt, dass wir eine Veränderung brauchen, dann werden wir im Sinne das Vereins eine sehr, sehr gute Lösung finden. Ich bin aber davon überzeugt, dass ich in dieser schwierigen Situation die richtigen Entscheidungen treffen kann – und wir brauchen jetzt schnelle Entscheidungen im sportlichen Bereich. Wir brauchen einen neuen Trainer, wir werden große Veränderungen im Kader haben."

Bei der Zusammensetzung der künftigen Mannschaft sieht Baumann den Verein in einer guten Ausgangsposition und gab einen kleinen Einblick in Interna. So habe man bereits in der Vergangenheit die "Vorkehrungen" für einen etwaigen Abstieg getroffen: "Alle Spielerverträge gelten auch für die 2. Liga. Die Spieler haben dort 40 bis 60 Prozent weniger Einkommen. Das versetzt uns in die Lage, eine gute Grundbasis im Kader zu haben." Allerdings werde es "natürlich" auch den einen oder anderen Abgang geben.

Bode: Wirtschaftliche Lage bei Werder "nicht komfortabel"

Dies dürfte trotz der angepassten Gehaltsstruktur allein aus finanziellen Erwägungen nötig sein. Die Corona-Pandemie hat den ohnehin finanziell gebeutelten Klub hart getroffen. Aufsichtsratsboss Marco Bode stellte am Sonntag bei "Sky90" aber klar: "Richtig ist, dass die wirtschaftliche Situation nicht komfortabel ist. Aber es droht hier keine Insolvenz. Ich bin zuversichtlich, dass Werder auch die wirtschaftliche Situation meistern wird und dass wir eine schlagkräftige Mannschaft in der 2. Liga haben werden."

Auch zur Zukunft von Baumann, dem er vor dem Abstieg das Vertrauen für eine Zusammenarbeit im Unterhaus ausgesprochen hatte, äußerte sich Bode. Zwar wurde er nicht so deutlich wie im Vorfeld der 2:4-Pleite am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach, schloss Kurzschlusshandlungen aber aus: "Wir nehmen uns jetzt nicht Zeit, nur um Ruhe zu bewahren. Wir werden natürlich versuchen, so schnell wie möglich Entscheidungen zu treffen. Es müssen aber die richtigen sein, deshalb ist eine gewisse Besonnenheit notwendig." Der Chefkontrolleur weiter: "Ich halte es für völlig falsch, es jetzt einfach nur daran festzumachen: Wer hat schuld und was müssen jetzt für Köpfe rollen? Wir brauchen sicher auch einen Moment, um das alles einzuordnen."

Baumann nennt Zeitplan für Suche nach Werder-Trainer

Baumann versprach derweil, dass es "klare Ideen" gebe, wie man sich "aus der schwierigen sportlichen und wirtschaftlichen Situation befreien" könne. Die dringlichste Aufgabe sei nun die Verpflichtung eines neuen Trainers. Der künftige Coach müsse "aus wenig mehr machen" und "Begeisterung entfachen" können. Man habe klare Vorstellungen und ein umfangreiches Anforderungsprofil. "Wir haben schon erste Gespräche geführt", hatte der Manager bereits am Samstag gesagt. Bis "Ende Mai, Anfang Juni" soll der neue Mann gefunden sein. Namen möglicher Kandidaten nannte Baumann branchenüblich nicht.

Nachdem sich zuletzt Andreas Herzog für ein Engagement bei seinem früheren Klub ins Spiel gebracht hatte, wurde auch über ein Bremer Interesse an Gerhard Struber berichtet. Der 44-Jährige ist hierzulande ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, allerdings auch ein Produkt der Trainerschmiede Red Bull Salzburg, die die aktuellen oder designierten Bundesliga-Trainer Marco Rose (Gladbach, ab Sommer BVB), Adi Hütter (Frankfurt, ab Sommer Gladbach), Bo Svensson (Mainz) und Jesse Marsch (Salzburg, ab Sommer Leipzig) hervorgebracht hat. Seit Oktober 2020 arbeitet er bei den New York Red Bulls in der Major League Soccer. Seine Verpflichtung soll dem Vernehmen nach aber nur für den Fall des Klassenerhalts angedacht gewesen sein.