01. August 2022 / 14:57 Uhr

Euphorie trotz Sparkurs: Wie sich Werder Bremen mit Trainer Ole Werner wieder in der Bundesliga etablieren will

Euphorie trotz Sparkurs: Wie sich Werder Bremen mit Trainer Ole Werner wieder in der Bundesliga etablieren will

Fynn Engelbrecht-Greve
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Beim SV Werder Bremen herrscht vor dem Start in die Bundesliga-Saison gute Laune.
Beim SV Werder Bremen herrscht vor dem Start in die Bundesliga-Saison gute Laune. © IMAGO/Nordphoto (Montage)
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Nach dem direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga herrscht bei Werder Bremen vor dem Saisonstart Euphorie. Und das obwohl die Grün-Weißen einen Sparkurs fahren müssen. Doch mit geschicktem Handeln auf dem Transfermarkt und mit Trainer Ole Werner soll der Klassenerhalt gelingen.

Bei Werder Bremen sind die Kaderplanungen für die neue Spielzeit bereits Wochen vor Ende der Transferfrist abgeschlossen – gezwungenermaßen. Nach der Stippvisite in der 2. Bundesliga ist die Kasse nicht mehr so gefüllt, wie zu früheren, erfolgreicheren Zeiten. Trotz Sparkurs hat es Geschäftsführer Frank Baumann geschafft, den Kader zumindest mit Qualität und Erfahrung aufzuwerten. Mit Niklas Stark (Hertha) und Amos Pieper (Bielefeld) kamen zwei neue Innenverteidiger ablösefrei, die ihre Bundesliga-Tauglichkeit bereits unter Beweis gestellt haben. Auch Stürmer Oliver Burke (Sheffield United), für den RB Leipzig 2016 mal 15 Millionen Euro zahlte, und Linksverteidiger Lee Buchanan (Derby County) kosteten nichts. Für Mittelfeldstratege Jens Stage überwies Werder 4 Millionen Euro an den FC Kopenhagen.

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Ein ganz wichtiges Puzzleteil war zudem die feste Verpflichtung von Mitchell Weiser, der nach seiner letztjährigen Leihe für zwei Jahre unterschrieb. Der Flügelspieler war eine der zentralen Stützen beim Wiederaufstieg der Bremer, wollte unbedingt bleiben und dabei helfen, etwas aufzubauen, mit dem sich Fans und Spieler gleichermaßen identifizieren können.

Auch Torjäger Niclas Füllkrug verzichtete jüngst bei seiner Vertragsverlängerung (bis 2025) auf Gehalt – ganz ohne Murren. "Das ist okay für mich. Den Tod muss ich sterben, wenn ich hierbleiben will", so der Mann, der nach 19 Treffern durchaus andere Angebote hatte. Und damit war er nicht alleine, wie er betonte: "Wir haben hier Spieler, die woanders mehr Geld verdienen könnten. Aber die sagen: Ich habe Bock auf Werder, auf die Aufgabe, ich habe Lust, mit dem Trainerteam zu arbeiten. Ich habe Lust, mich in der Bundesliga für diesen Verein zu beweisen."

Werner hat den Aufschwung an der Weser geschafft

Es sind Bekenntnisse wie diese und Typen wie Füllkrug, Weiser und Trainer Ole Werner, die rund um das Weser-Stadion die Euphorie nach dem Aufstieg aufrechterhalten haben. Neben allen Dauerkarten sind auch alle Logen und alle Businesssitze für die neue Saison ausverkauft. Das hätten vor einigen Monaten wohl nur die kühnsten Optimisten für möglich gehalten. Nach dem späten Abstieg 2020/2021 stagnierte der Umbruch, teure Altlasten mussten verkauft werden. Als Trainer Markus Anfang auch noch über seine Impfpassaffäre stolperte, schien eine schnelle Bundesliga-Rückkehr abwegig. Doch der erzwungene Trainerwechsel entpuppte sich als Glücksfall. Unter dem 34-Jährigen rollte Werder das Feld von hinten auf – und nun geht Werner als jüngster Coach im Oberhaus an den Start.

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Prognose des Autors: Um mehr als den schnellstmöglichen Klassenerhalt wird es in Bremen nicht gehen. Mit Werner, Weiser und Co. ist jedoch ein Grundgerüst geschaffen, mit dem man sich mittelfristig wieder nachhaltig in der Bundesliga etablieren kann.

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