20. Dezember 2020 / 12:38 Uhr

Bundesliga-Debüt nach Maß: Youngster Eren Dinkci bringt Werder Bremen wieder auf Kurs

Bundesliga-Debüt nach Maß: Youngster Eren Dinkci bringt Werder Bremen wieder auf Kurs

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Eren Dinkci feierte am Samstag ein Bundesliga-Debüt nach Maß.
Eren Dinkci feierte am Samstag ein Bundesliga-Debüt nach Maß. © imago images/Nordphoto/Getty/Montage
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Was für eine Geschichte: Das erste Mal im Kader, erste Einwechslung, erster Ballkontakt und erstes Tor. Eren Dinkci erlebte in Mainz fünf Tage vor Weihnachten ein Traum-Debüt. Dank des jungen Stürmers sieht die Lage bei Werder Bremen kurz vor dem Fest positiv aus.

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Eren Dinkci dürfte sich fühlen wie im Weihnachtsmärchen. Gerade einmal 262 Sekunden stand der 19 Jahre alte Bundesliga-Debütant am Samstag auf dem Rasen, da bescherte er Werder Bremen in der 90. Minute mit seinem Treffer zum 1:0 (0:0) beim FSV Mainz 05 den ersten Sieg seit neun Spielen. "Er ist ein sehr zurückhaltender Junge und soll sein Debüt und Tor genießen", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt über den gefeierten Neuling.

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Erst am Freitag war Dinkci für den verletzten Leonardo Bittencourt auf den letzten Drücker in den Bremer Kader für das Gastspiel beim Tabellenvorletzten gerückt. „Ich habe ihn vom Warm up der U23 zum Abschlusstraining rübergeholt“, erzählte Kohfeldt. Dass der Youngster dann kurz vor Schluss der Partie zu seinem Profi-Debüt kam, lag vor allem an Co-Trainer Tim Borowski. "Er hat mich den ganzen Tag lang malträtiert, dass er ein gutes Gefühl bei Dinkci hat", berichtete Kohfeldt. "Und da habe ich einfach mal auf einen ehemaligen Nationalspieler gehört."

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Über sich und seine Glücksgefühle reden durfte Dinkci nach dem Abpfiff nicht. Das taten dafür seine Teamkollegen. "Eren hat im Training sein Potenzial bereits gezeigt. Für ihn ist das ein besonderer Tag", sagte Mittelfeldspieler Kevin Möhwald. Und Maximilian Eggestein lobte: "Eren ist ein bodenständiger Typ. Er hat sich toll eingefügt."

Der deutsche U20-Nationalspieler kam ungewöhnlich spät zu Werder, erst mit 18 Jahren wechselte er zu den Bremern. Zuvor hatte er beim SC Borgfeld noch die Saison beendet, ehe er vom Sommer 2019 an mit seinen Treffern in der U19 der Grün-Weißen auf sich aufmerksam machte. Auch in der Bremer Regionalliga-Mannschaft fügte sich Dinkci gleich ohne Probleme ein, erzielte bislang sieben Treffer in acht Partien. "Er ist einer der Spieler aus der U23, bei denen wir uns große Hoffnungen machen, dass sie in Zukunft in den Profikader vorstoßen und da eine Rolle spielen können", sagte Kohfeldt.

Nächste Chance für Dinkci gegen Hannover 96

Schon am Mittwoch im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals bei Hannover 96 könnte Dinkci erneut im Werder-Kader stehen. Die Angreifer Milot Rashica, Niclas Füllkrug und Davie Selke werden weiter fehlen, ob Bittencourt rechtzeitig für das letzte Spiel des Jahres fit wird, ist noch unklar. Insgesamt will Kohfeldt den Hoffnungsträger, der vor allem körperlich noch zulegen muss, aber behutsam aufbauen.

Doch mit seinem Treffer hat sich Dinkci endgültig in den Fokus der Bremer Verantwortlichen gespielt und die Ausgangslage der Hanseaten in der Bundesliga deutlich verbessert. Nach zuvor vier Niederlagen in Serie tat der Dreier in Mainz besonders gut. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf den FSV Mainz 05 auf dem ersten Abstiegsplatz bereits. Der Relegationsrang, den Arminia Bielefeld zum Weihnachtsfest inne hat, ist zwar nur vier Zähler entfernt, dennoch zog Kohfeldt ein positives Fazit der ersten Saisonphase. "Wir konnten uns heute für die stabilen Leistungen der letzten Wochen, wo wir auch einige Verletzungen hinnehmen mussten, belohnen."

Zugleich beendeten die Bremer ihr Mainz-Trauma. In der vergangenen Saison hatte es beim 0:5 daheim und beim 1:3 in Mainz schmerzhafte Niederlagen gegeben. Dieses Mal könnte die Reise nach Mainz im Rückblick eine entscheidende Weichenstellung auf dem Weg zum Erhalt der Klasse gewesen sein.