05. Juni 2020 / 06:21 Uhr

Werder Bremen im Abstiegskampf mit Düsseldorf, Mainz 05 und Co. unter Druck - Restprogramm mit Tücken

Werder Bremen im Abstiegskampf mit Düsseldorf, Mainz 05 und Co. unter Druck - Restprogramm mit Tücken

Frank Hellmann und Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Werder Bremen um Ludwig Augustinsson muss im Abstiegskampf mit Köln, Augsburg, Düsseldorf und Mainz noch kräftig zittern.
Werder Bremen um Ludwig Augustinsson muss im Abstiegskampf mit Köln, Augsburg, Düsseldorf und Mainz noch kräftig zittern. © Getty Images (Montage)
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Werder Bremen kommt nicht aus dem Tabellenkeller. Nachdem das Team von Trainer Florian Kohfeldt im Nachholspiel gegen Eintracht Frankfurt eine Niederlage kassiert hat, bleiben vor allem noch vier Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg.

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Die Stille im Weserstadion, die erloschenen Lichter der Flutlichtmasten: Gespenstischer hätte die Atmosphäre in der Heimspielstätte von Werder Bremen nach der 0:3-Pleite gegen Eintracht Frankfurt nicht sein können. In einem Nachholspiel, in dem es fast schon um alles für die Grün-Weißen ging, blieb am Mittwochabend ein geisterhaftes Nichts übrig. Vielleicht war die Szenerie auch nur Vorbote für das Ambiente, das sich womöglich am 27. Juni nach dem letzten Heimspiel gegen den 1. FC Köln bietet.

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Denn klar ist: Wenn die Bremer so weiterspielen, dann ist der zweite Bundesliga-Abstieg nach 1980 unvermeidlich. "Der Weg zum Klassenerhalt ist schwieriger geworden, aber er ist nicht unmöglich", sagte Trainer Florian Kohfeldt, der vor der Saison versprochen hatte: "Ausschließen kann ich nur zwei Dinge: dass wir um die Meisterschaft spielen und dass wir etwas mit dem Abstieg zu tun bekommen."

Schwache Heimbilanz, schwache Abwehr

Vor allem die schwache Heimbilanz zieht dieses Team jedoch nach unten wie ein Magnet. Nur einmal, am 1. September 2019 gegen den FC Augsburg (3:2), blieben die drei Punkte an der Weser. Das zarte Pflänzchen Hoffnung, mit zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen erwachsen, hat nach der Pleite gegen Frankfurt einen Knacks bekommen. "Wir haben nicht erwartet, jedes Spiel zu gewinnen", sagte Kohfeldt.

Seine Abwehrspieler bewiesen bei allen drei Gegentoren von André Silva (60.) und Stefan Ilsanker (81. und 90.), wie unrealistisch eine entsprechende Erwartung gewesen wäre. Das defensive Fehlverhalten begleitet die Bremer schon die ganze Saison und sorgte nun für die Gegentore 60 bis 62 – mit den ebenfalls abstiegsbedrohten Mainzern Negativrekord in der Liga.

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Und so verpassten es die Bremer, zum ersten Mal seit dem 20. Spieltag die direkten Abstiegsränge zu verlassen. Der Abstand zu Fortuna Düsseldorf auf Platz 16 beträgt weiter zwei Punkte. Bis zum FC Augsburg auf Platz 13 sind es sechs Zähler – viel, aber nicht uneinholbar. Die Kölner auf Platz zwölf dürften mit 34 Punkten raus sein aus dem Abstiegsrennen. Ähnlich übrigens wie am anderen Ende der SC Paderborn, der sechs Punkte hinter den Bremern zu abgeschlagen scheint, um noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu besitzen.

Kohfeldt: "Sollten enttäuscht sein"

Gegen Frankfurt hatten die Bremer bis zum ersten Gegentor den Gegner mit allen Mitteln bekämpft – letztlich aber waren "100 Prozent Mentalität und 99 Prozent Aufmerksamkeit" (Kohfeldt) zu wenig, um einen vermeintlichen Mitkonkurrenten noch in den Abstiegskampf zu ziehen. Noch vor Mitternacht machte sich Kohfeldt in kämpferischer Haltung an die Aufbauarbeit. "Wir sollten enttäuscht sein, weil das ein Rückschlag war. Aber es war kein Knockout." Der 37-Jährige wollte keine "Wende in der Mentalität" beobachtet haben, obwohl die Köpfe nach dem Rückstand erkennbar nach unten gingen.

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Kohfeldt wollte den Glauben an den Klassenerhalt wachrufen. Er habe "nicht den Eindruck, dass etwas zerbrochen ist". Man habe ohnehin keine Zeit, der vergebenen Chance nachzutrauern. Denn das Restprogramm birgt Tücken: Nach dem Spiel am Sonntag gegen Wolfsburg geht es gegen Paderborn, Mainz und Köln (und gegen die Bayern), aber schon in der Hinrunde erwies sich die Hoffnung auf eine ordentliche Ausbeute gegen diese vermeintlich schwachen Gegner als trügerisch: Statt neun gab es null Zähler aus dem finalen Viererpack.

Hoffnung auf Schützenhilfe aus Frankfurt

So bleibt die Hoffnung auf Schützenhilfe: Mainz muss am Samstag im Rhein-Main-Derby zu den wiedererstarkten Frankfurtern, Düsseldorf empfängt die seit drei Spielen ungeschlagenen Hoffenheimer. An den übrigen Spieltagen treffen einige Abstiegskandidaten noch in direkten Duellen aufeinander denn auf den Faktor von außen, der Werder nicht nur 2016 im Schulterschluss mit den Fans Zutrauen auf der Zielgeraden vermittelte, können die Norddeutschen in Corona-Zeiten nicht mehr setzen.

Das Restprogramm im Tabellenkeller:

13. FC Augsburg (40:56 Tore, 31 Pkt.): 1. FC Köln (H), Mainz 05 (A), TSG Hoffenheim (H), Fortuna Düsseldorf (A), RB Leipzig (H)

14. Union Berlin (34:52, 31): FC Schalke 04 (H), 1. FC Köln (A), SC Paderborn (H), TSG Hoffenheim (A), Fortuna Düsseldorf (H)

15. FSV Mainz 05 (37:62, 28): Eintracht Frankfurt (A), FC Augsburg (H), Borussia Dortmund (A), Werder Bremen (H), Bayer Leverkusen (A)

16. Fortuna Düsseldorf (31:58, 27): TSG Hoffenheim (H), Borussia Dortmund (H), RB Leipzig (A), FC Augsburg (H), 1. FC Union Berlin (A)

17. Werder Bremen (30:62, 25): VfL Wolfsburg (H), SC Paderborn (A), Bayern München (H), FSV Mainz 05 (A), 1. FC Köln (H)

18. SC Paderborn (32:61, 19): RB Leipzig (A), Werder Bremen (H), 1. FC Union Berlin (A), Borussia Mönchengladbach (H), Eintracht Frankfurt (A)