08. März 2020 / 07:12 Uhr

Werder-Manager Frank Baumann erklärt aktuelle Krise mit "Fehler" in der Vorbereitung: "Waren zu ehrgeizig"

Werder-Manager Frank Baumann erklärt aktuelle Krise mit "Fehler" in der Vorbereitung: "Waren zu ehrgeizig"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sportchef Frank Baumann steckt mit Werder Bremen in einer großen sportlichen Krise.
Sportchef Frank Baumann steckt mit Werder Bremen in einer großen sportlichen Krise. © imago images/Martin Hoffmann
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Die Krise von Werder Bremen verschärft sich nach dem Remis bei Hertha BSC weiter. Sport-Geschäftsführer Frank Baumann nennt im "Aktuellen Sportstudio" mehrere Gründe für den sportlichen Absturz - aber blickt vor allem auf "Fehler" in der Vorbereitung.

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Werder Bremens Sport-Geschäftsführer Frank Baumann bewertet die aktuelle Spielzeit im Abstiegskampf als „die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte“. Die Norddeutschen sind als Tabellen-17. der Bundesliga in akuter Abstiegsgefahr. „Das aktuell ist die schwierigste Phase, die ich bei Werder Bremen erlebt habe“, sagte Baumann am Samstagabend im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. Der 44-Jährige war 1999 als Spieler nach Bremen gewechselt und ist seit 2010 als Funktionär für den SVW tätig.

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Werder hatte am Samstagnachmittag eine 2:0-Führung bei Hertha BSC hergegeben und nur 2:2 gespielt. Dadurch könnte der Rückstand auf Fortuna Düsseldorf und den Relegationsplatz 16 am Sonntag auf sechs Punkte anwachsen. Die Fortuna spielt am Sonntagabend (18 Uhr, Sky) beim Tabellen-15. Mainz 05. Auf der Suche nach den Ursachen für den sportlichen Absturz der Bremer meinte Sportchef Baumann: "Es kommen viele Faktoren zusammen, es gibt nicht den einen Grund dafür, der für die Saison verantwortlich ist."

Werder in Vorbereitung laut Baumann "zu ehrgeizig"

Als einen der Gründe nennt er dennoch ziemlich eindeutig die Vorbereitung im Sommer. Dort habe Werder zu viel gewollt. "Wir waren aus meiner Sicht zu ehrgeizig und haben deshalb einige Fehler gemacht und zu viele Verletzte gehabt - mit dem Ziel, noch besser zu werden. Aber wir mussten dann zurückfahren", erklärte Baumann. Zeitweise musste Trainer Florian Kohfeldt in Saison-Spielen auf elf verletzte Profis verzichten.

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Kritik an der falschen Kader-Zusammenstellung wehrte Baumann ab. "Das glaube ich nicht", meinte er. Vor allem in der Offensive ist nach dem Abgang des im Sommer in die Türkei gewechselten Führungsspielers Max Kruse mangelnde Qualität erkennbar. Doch der Werder-Manager sagte: "Wir haben nur einen Stammspieler verloren, das war Max. Wir wussten, dass Max ein sehr wichtiger Spieler für uns in den letzten Jahren und Unterschiedsspieler war. Es gab nur keine Chance, ihn von einer Verlängerung zu überzeugen. Wir haben versucht, ihn zu ersetzen, aber so eine Qualität kostet 30 Millionen Euro aufwärts heutzutage."

Baumann hat "Vertrauen in Florian Kohfeldt"

Dass Baumann trotz der sportlichen Talfahrt an Coach Kohfeldt festhalten möchte, machte er schon direkt nach dem enttäuschenden Remis in Berlin deutlich. "Das Vertrauen in Florian Kohfeldt ist absolut da", betonte der 44-Jährige bei Sky und fügte mit Blick auf den Abstiegskampf hinzu: "Natürlich ist es so, dass der direkte Platz, der für den Klassenerhalt reicht, schon einige Punkte entfernt ist. Wir müssen nicht zu sehr auf die anderen schauen, sondern wir müssen Punkte holen und gegen Mannschaften punkten, gegen die man es nicht so erwartet, weil wir in dieser Saison schon zu viele Punkte liegen gelassen haben."