13. Februar 2020 / 22:13 Uhr

Ex-Torwart Frank Rost zählt Werder-Trainer Florian Kohfeldt an: "Zu viel Erklärerei und Rumjammerei"

Ex-Torwart Frank Rost zählt Werder-Trainer Florian Kohfeldt an: "Zu viel Erklärerei und Rumjammerei"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Torwart Frank Rost (rechts) hat Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen mit scharfen Worten kritisiert.
Ex-Torwart Frank Rost (rechts) hat Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen mit scharfen Worten kritisiert. © imago images/Nordphoto/Montage
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Ex-Bundesliga-Torwart Frank Rost hat sich in einem "Sky"-Interview zur Situation bei seinem früheren Klub Werder Bremen geäußert. Vor allem Trainer Florian Kohlfeldt bekommt von Rost scharfe Kritik ab.

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Rost äußert sich auch zu Ex-Werder-Kapitän Clemens Fritz

Der frühere Bundesliga-Torwart Frank Rost hat sich in einem Sky-Interview kritisch zur Krise seines ehemaligen Klubs Werder Bremen geäußert. Vor allem Trainer Florian Kohfeldt griff Rost mit teils scharfen Worten an. "Das ist alles zu viel Erklärerei und Rumjammerei", sagte Rost über Kohfeldt, der sich "permanent über die Außenverteidiger" aufrege oder über verletzte Spieler spreche. Die Entscheidung, den früheren Bremer Kapitän Clemens Fritz mit ins Kurz-Trainingslager vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig am Samstag (15.30 Uhr, Sky) zu nehmen, wertet Rost als einen Akt der Hilflosigkeit: "Man sollte ihn das gleich alles machen lassen. Er ist ein guter Mann. Auch das zeigt ein wenig, dass man mit seinem Latein am Ende ist, wenn man auf solche Schachzüge zurückgreift."

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Im Falle einer Niederlage in Leipzig sei Kohfeldt, dessen Rauswurf Geschäftsführer Frank Baumann bisher strikt abgelehnt hat, nicht mehr zu halten, ergänzte Rost: "Du hast irgendwann alles versucht. Wenn in Leipzig jetzt nicht ein Big Point kommt, dann ist die Glaubwürdigkeit dahin." Als einen der Hauptgründe für die Krise der Bremer, die jüngst in einer 0:2-Heimpleite gegen Aufsteiger Union Berlin gipfelte, hat der 46-Jährige offenbar die defensive Schwäche ausgemacht. "In taktischer Hinsicht sind sie defensiv eine Katastrophe. Es ist zu einfach, gegen Werder Bremen Tore zu erzielen. Man muss nur genug Geduld haben und gut stehen, denn hinten sind sie nicht gut organisiert", so Rost.

Kritik am Umgang mit Claudio Pizarro

Ebenfalls kein gutes Haar lässt der frühere Schlussmann, der 2002 nach zehn Jahren bei Werder zu Schalke 04 wechselte und von 2007 bis 2011 beim Bremer Nordrivalen Hamburger SV unter Vertrag stand, am Umgang mit Bremens Stürmer-"Oldie" Claudio Pizarro. Der 41 Jahre alte Peruaner hatte sich im Urlaub zum Jahreswechsel mit einer Bierdose ablichten lassen und das Foto anschließend bei Instagram gepostet. Kohfeldt hatte die Aktion moderat kritisiert, das "nicht ganz optimale Zeichen nach innen" bemängelt, aber auch gesagt: "Ich finde es nicht wirklich dramatisch, wenn Claudio im Urlaub ein Bier trinkt."

Dazu merkte Rost an: "Ich würde mich als Pizarro kaputt lachen, wenn mir jemand, der gerade versucht, seine zweite Saison einigermaßen unfallfrei über die Bühne zu kriegen, das Profi-Fußball-Dasein erklärt." Als Trainer müsse man auch mal Dinge ertragen, meinte Rost. Kohfeldt ist bei Werder seit Oktober 2017 im Amt - er absolviert damit derzeit seine zweite volle Spielzeit als Chefcoach.

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Auch Baumann ist nach Rosts Geschmack offenbar keine Idealbesetzung auf seiner Position. "Er ist ein sehr guter Mensch und er versucht, das immer mit seiner Ruhe zu klären. Aber vielleicht muss man auch mal Leute in diese Positionen bringen, die eine Persönlichkeit haben, wie einen Clemens Fritz oder Tim Borowski", sagte Rost, der mit Werder als Spieler 1993 Deutscher Meister und 1999 Pokalsieger wurde - letzteres unter Trainer Thomas Schaaf nach einer Aufholjagd in der Bundesliga. "Am Ende haben wir vier der letzten fünf Spiele und das Pokalfinale gewonnen. Die gleichen Chancen hat Werder immer noch", zog Rost eine Parallele zur aktuellen Saison, in der Bremen nach dem 3:2-Erfolg über Borussia Dortmund im Pokal-Viertelfinale steht.