07. Juli 2020 / 09:03 Uhr

Kommentar: Auch nach dem Klassenerhalt bleibt der Weg von Werder Bremen auf dem Prüfstand

Kommentar: Auch nach dem Klassenerhalt bleibt der Weg von Werder Bremen auf dem Prüfstand

Eric Zimmer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Werder-Trainer Florian Kohfeldt (links) und die Bremer Bosse um Klaus Filbry müssen sich neu ausrichten, meint <b>SPORT</b>BUZZER-Redakteur Eric Zimmer.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt (links) und die Bremer Bosse um Klaus Filbry müssen sich neu ausrichten, meint SPORTBUZZER-Redakteur Eric Zimmer. © Nordphoto/Press Photo Herd/Pressefoto Rudel/Pool/Imago Images/Montage
Anzeige

Trotz des geschafften Klassenerhalts ist Werder Bremen zum Umdenken gezwungen und sollte sich für Investoren öffnen, meint SPORTBUZZER-Redakteur Eric Zimmer.

Anzeige

In der Weser ist noch Wasser, die Werder-Fahnen wehen weiter erstklassig: Bremen hat in der Relegation gegen Heidenheim den Kopf aus der Schlinge gezogen, sich knapp gerettet. Und jetzt? Steht Werder auch mit der Sicherheit, 2020/2021 zu den 18 Klubs im Oberhaus zu gehören, vor einem finanziell schwierigen Weg.

Das Drinbleiben bedeutet, dass die Kaufpflichten für die Spieler Leonardo Bittencourt und Ömer Toprak gegriffen haben – zusammen elf Millionen Euro. Und hält Werder in der kommenden Saison wieder die Klasse, werden weitere zehn Millionen für den bisherigen Transferflop Davie Selke fällig. Um das aufzufangen, steht das Tafelsilber, allem voran Milot Ra­shica, vor dem Verkauf. Dass das reicht, um finanziell so dazustehen, um keine Abstiegs- und Graue-Maus-Gefahr zu haben, ist kaum vorstellbar.

Mehr zur Relegation

Deshalb sollte Werder seinen Werder-Weg, der frei von Investoren ist, verlassen. Minderheitsbeteiligung in Corona-Zeiten zu verkaufen, ist schwierig, aber "es könnte ein Lösungsansatz sein", sagte Werder-Boss Klaus Filbry jüngst. Die Bremer wären gut beraten, weiter hartnäckig nach entsprechenden Möglichkeiten zu suchen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit dem Verkauf der Namensrechte des Weserstadions an die Wohninvest Holding hat der Klub selbst den Beweis dafür geliefert, dass entsprechende Schritte kaum zu umgehen sind, Vereine allein mit Romantik nicht oben mitspielen können.

2009 wurde die Bundesliga-Relegation wieder eingeführt. Alle bisherigen Begegnungen im Überblick:

Der <b<SPORT</b>BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. Zur Galerie
Der BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. ©

Werders Stolz, ein familiärer, traditioneller Klub zu sein, reicht jedenfalls nicht mehr, um nennenswert in der Bundesliga bestehen zu können. Werder muss umdenken, darf die Relegation nur als ersten Schritt einer größeren Rettungsaktion ansehen.