03. Mai 2020 / 12:38 Uhr

Werder-Boss Klaus Filbry klärt über finanzielle Probleme in Bremen auf: "Die Situation ist ernst"

Werder-Boss Klaus Filbry klärt über finanzielle Probleme in Bremen auf: "Die Situation ist ernst"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mit deutlichen Worten hat Klaus Filbry auf die angespannte finanzielle Situation bei Werder Bremen hingewiesen.
Mit deutlichen Worten hat Klaus Filbry auf die angespannte finanzielle Situation bei Werder Bremen hingewiesen. © imago images/Nordphoto/Montage
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Die Corona-Krise sorgt bei Werder Bremen für erhebliche finanzielle Probleme. Klub-Boss Klaus Filbry hat sich detailliert zu den möglichen Ausfällen geäußert, die dem SVW drohen. Gleichzeitig verteidigte er das Wirtschaften der Bremer, die unverschuldet in die Krise geschlittert seien.

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Die wirtschaftliche Situation bei Werder Bremen ist in der Corona-Krise angespannt - soviel ist klar. Jüngst hatte Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführer der Bundesligisten, bereits eingeräumt, dass der Klub Schulden aufnehmen musste. Im Sport1-"Doppelpass" verdeutlichte der SVW-Boss nun die finanziellen Ausmaße der Zwangspause für die Norddeutschen. "Wir haben transparent die Folgen dargelegt", sagte Filbry.

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Konkret muss Werder die Rückerstattung für Dauer- und Tagestickets sowie Business-Karten stemmen, die 7 bis 8 Millionen Euro kostet. Hinzu kommen die aktuell offene TV-Rate, die bei Abbruch der Bundesliga-Saison im Ernstfall zurückgezahlt werden müsste, in Höhe von 15 Millionen Euro, offene Rechnungen von Partnern in Höhe von 5 Millionen Euro sowie auslaufende Sponsoren-Verträge in Höhe von 5 bis 8 Millionen Euro. "Selbst Unternehmen wie VW müssen das Engagement bei Werder Bremen prüfen", betonte Filbry.

Filbry: Werder ist "bis in den Herbst durchfinanziert"

Mit Blick auf die nächste Saison tun sich weitere finanzielle Verluste auf. "Wir müssen lange ohne Zuschauer spielen, womöglich bis Jahresende, was uns 8 bis 9 Millionen Euro kostet", meint Filbry. Darüber hinaus stehen weitere 3 bis 4 Millionen Euro von Sponsoren sowie 5 bis 6 Millionen Euro von Business-Kunden für Werder auf dem Spiel. "Im Worst-Case-Szenario sprechen wir von 40 bis 45 Millionen Euro", erklärte Klub-Boss Filbry. Der 53-Jährige weiter: "Selbst wenn es weitergeht geht es noch um 15 bis 20 Millionen. Die Situation ist ernst." Dennoch sei der SVW "bis in den Herbst hinein durchfinanziert".

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Die Kritik von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, die Bundesligisten wären wirtschaftlich nicht ausreichend auf eine Krise vorbereitet und hätten unzureichend Rücklagen erarbeitet, wies Filbry für seinen Verein vehement zurück: "Wir haben immer ein positives Ergebnis erwirtschaftet, aber das ist jetzt unverschuldet. Wir haben positives Eigenkapital aufgebaut und sind vernünftig aufgestellt", erklärte er. Dabei verwies der Werder-Obere auf die Probleme anderer Unternehmen wie Adidas, die selbst einen Kredit aufnehmen mussten: "Es ist ein gesamtwirtschaftliches Problem. Corona hat uns vor Probleme gestellt, die wir nicht erwartet haben."