19. Mai 2020 / 11:40 Uhr

Früherer Werder-Profi Caldirola kritisiert Ex-Kollegen scharf: "Ich habe immer mit Herz gespielt"

Früherer Werder-Profi Caldirola kritisiert Ex-Kollegen scharf: "Ich habe immer mit Herz gespielt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Werder Bremen steckt tief im Abstiegssumpf. Der frühere Bremer Luca Caldirola vermisst von der Mannschaft den nötigen Kampfgeist.
Werder Bremen steckt tief im Abstiegssumpf. Der frühere Bremer Luca Caldirola vermisst von der Mannschaft den nötigen Kampfgeist. © Getty/imago images
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Bremen gehen die Spiele aus: Der ehemalige Werder-Verteidiger Luca Caldirola vermisst im Abstiegskampf der Bundesliga bei seinen Ex-Kollegen den nötigen Kampfgeist. Für den Klassenerhalt benötigt der SVW inzwischen schon fast ein kleines Wunder.

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Werder Bremen gehen im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga langsam die Spiele aus. Nach der 1:4-Pleite im Montagsspiel gegen Bayer Leverkusen haben die Bremer nur noch neun Spiele, um den Rückstand auf den Relegationsplatz (fünf Punkte) aufzuholen - oder gar einen Nichtabstiegsplatz (neun Punkte) zu erreichen. Der Glaube daran schwindet allerdings bei den SVW-Fans - zu ernüchternd waren die Leistungen der Mannschaft in dieser Saison.

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Das Spiel gegen Leverkusen machte da keine Ausnahme. Eine erhoffte Trendumkehr blieb aus, Bremen schlittert immer tiefer in die Krise. Ein früherer Bremer leidet mit: Luca Caldirola, von 2013 bis 2019 bei Werder unter Vertrag, twitterte während des Spiels erst unterstützend ("Auf geht's!") und später resigniert ("Mein Gott - Lösungen?"). Nach dem Spiel kam der Italiener zu einem ernüchternden Fazit und kritisierte seine früheren Kollegen in gebrochenem Deutsch deutlich: "Ich war vielleicht nicht immer top, aber ich habe immer mit Herz gespielt, was ich jetzt nicht auf dem Platz sehen kann", schrieb der Verteidiger, der inzwischen beim überlegenen italienischen Zweitliga-Tabellenführer Benevento spielt.

Werder-Trainer Kohfeldt: "Das ist noch kein K.o.-Schlag für uns"

Der Vorwurf: die Spieler der Bremer würden sich zu sehr in ihr Schicksal ergeben, nicht um den Klassenerhalt kämpfen. Das hatte der angeschlagene Trainer Florian Kohfeldt unmittelbar nach dem Spiel anders gesehen. "Das ist nichts, wo ich sage: Das war es jetzt. Das ist noch kein K.o.-Schlag für uns", sagte der Trainer des Tabellen-17. nach der Niederlage.

Das erste Geisterspiel der Bremer Bundesliga-Geschichte sollte dabei eigentlich ein Neustart sein. Zwei Monate hatte Werder Zeit, um seine Fitness-Rückstände aufzuholen und sich die Negativerlebnisse der bisherigen Saison aus den Kleidern zu schütteln. Doch die bittere Erkenntnis des Montagabends war: Dieses Spiel lief genauso, wie es nach Einschätzung vieler schon am 16. März mit Zuschauern in einem vollen Stadion gelaufen wäre. Werder fehlte Überzeugung, Leidenschaft, Qualität. Werder spielte genauso, als hätte es in der Bundesliga nie eine Corona-Unterbrechung gegeben. "Wir haben alles gegeben, aber wir waren nicht gut genug", sagte Kapitän Niklas Moisander.

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Werder bleiben nur noch neun Spiele

Der Einzige, der sich gegen diesen Eindruck stemmte, war Kohfeldt. "Ich kann jetzt nicht auf die Mannschaft eindreschen", sagte der Trainer. "Der Schlüssel wird sein, dass wir das Vertrauen in unser Offensivspiel behalten. Wenn wir jetzt zweifeln, dann wird es nicht gehen." Am Samstag geht es mit einem Auswärtsspiel beim SC Freiburg weiter, wieder nur drei Tage später kommt dann schon Borussia Mönchengladbach ins Weser-Stadion. "Wir müssen punkten, egal gegen wen“, sagte Kohfeldt. „Die Hoffnung ist nach wie vor groß. Beim nächsten Spiel ist schon ein bisschen mehr Rhythmus da.“ Aber, das sagte auch Kohfeldt: "Die Zeit wird knapp." Nur noch neun Spiele bleiben Werder, um nicht nach genau 40 Jahren ein zweites Mal aus der Bundesliga abzusteigen.