21. April 2021 / 16:01 Uhr

Mit Aktivität und Aushilfsprofi: So will Werder Bremen gegen Mainz 05 den Negativrekord abwenden

Mit Aktivität und Aushilfsprofi: So will Werder Bremen gegen Mainz 05 den Negativrekord abwenden

Frank Hellmann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Florian Kohfeldt (l.) könnte mit Werder Bremen erneut in den Abstiegskampf rutschen. Aushelfen muss nun der langjährige SVW-Profi Philipp Bargfrede.
Florian Kohfeldt (l.) könnte mit Werder Bremen erneut in den Abstiegskampf rutschen. Aushelfen muss nun der langjährige SVW-Profi Philipp Bargfrede. © Getty/Montage
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Werder Bremen will gegen Mainz unbedingt verhindern, noch in den Abstiegskampf der Bundesliga zu rutschen. In der vergangenen Saison ging das gewaltig schief.

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Die Wunde ist bis heute noch nicht ganz verheilt. Dafür erinnern sich die Protagonisten von Werder Bremen noch zu gut an die verletzende Wirkung des wohl schlimmsten Heimauftritts der vergangenen Jahre. 17. Dezember 2019. Vorletzter Hinrundenspieltag. Flutlichtspiel im Weserstadion. Ein 0:5 gegen Mainz 05 ging als Bremer Menetekel des Niedergangs in die Annalen ein. Nachdem die Grün-Weißen auch das Rückspiel 1:3 in Mainz vergeigten, musste schon ein viel zitiertes "Wunder von der Weser" am letzten Spieltag (und Unterstützung von Union Berlin) helfen, um sich letztlich in der Relegation zu retten.

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Lange sah es so aus, als würde Werder in dieser Spielzeit das Zittern erspart bleiben. Doch fünf Niederlagen in Folge haben die Sorgen wachsen lassen – an diesem Mittwoch geht es wieder gegen Mainz. Trainer Florian Kohfeldt will vor dem Abstiegsduell keine Ausreden mehr zulassen. "Mit einem Sieg können wir einen großen Schritt machen, bei einer Niederlage wird es kribbelig." Kohfeldt findet es gar nicht schlecht, dass es um so viel geht und freut sich auf "ein geiles Spiel". Sechs Pleiten am Stück wären neuer Negativrekord.

Zu sportlichen Nöten kommen wirtschaftliche Zwänge. Die Corona-Einbußen steigen wohl auf bis zu 40 Millionen Euro. Der Verein will demnächst über eine Mittelstandsanleihe Kapital von rund 20 Millionen generieren. Zunächst ist Zuwachs auf dem Punktekonto angesagt, wobei Kohfeldt als Faustpfand die "tabellarisch gute Situation" anführt. Doch ist sie das wirklich? Nach 24 Spieltagen lag man zwölf Punkte vor Mainz, nun sind es noch zwei Zähler, dazu haben die 05er das Nachholspiel gegen Hertha BSC vor sich.

Die Mainzer Auferstehung unter Bo Svensson ist bemerkenswert

Die Auferstehung unter dem zu Jahresbeginn installierten Trainer Bo Svensson ist bemerkenswert. Der Däne hat seine seit fünf Spielen ungeschlagene Mannschaft auf Rang fünf der Rückrundentabelle geführt. Der Mentalitätswandel unter Ex-Profi Svensson ist eklatant. So zögerliche Auftritte wie bei der 0:1-Heimniederlage gegen Werder kurz vor Weihnachten unter dem überforderten Vorgänger Jan-Moritz Lichte gehören der Vergangenheit an. Selbst nach Rückständen kommen die Rheinhessen oft sogar stärker zurück. Und anders als das oft merkwürdig passive Kohfeldt-Team ist der Svensson-Trupp immer aktiv, stört die Gegner früh. Die Mainzer haben sich in nimmermüde Quälgeister verwandelt.

Das alles weiß auch Kohfeldt und verlangt "eine hohe eigene Aktivität, es wird viel Stress auf dem Platz geben". Zudem überlegt er, Philipp Bargfrede einzusetzen, weil Ömer Toprak (verletzt) und Christian Groß (gesperrt) fehlen – ansonsten ist keiner da. Der ­32-Jährige hat seit einem Dreivierteljahr nicht mehr in der Bundesliga gespielt, war vergangene Saison aussortiert worden. Im Herbst schloss sich der vereinslose Bargfrede dann Werders U23 an – nun ist er aushilfsweise wieder bei den Profis.

Kohfeldt sieht in ihm einen Stabilisator, "der sich mit solchen Situationen auskennt". Am Happy End hat der Coach übrigens keine Zweifel: "Wir werden stabil in der Liga bleiben. Davon bin ich überzeugt." Dann sollte im Heimspiel gegen Mainz aber etwas herausspringen, denn auf der Zielgeraden kommen nur noch die Europapokalanwärter Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen an die Weser.