24. Juli 2021 / 23:17 Uhr

"Darf nicht passieren": Anfang ärgert sich über Werder-Gegentor gegen Hannover – Verständnis für Fan-Pfiffe

"Darf nicht passieren": Anfang ärgert sich über Werder-Gegentor gegen Hannover – Verständnis für Fan-Pfiffe

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Markus Anfang hat sich über den 96-Ausgleich gegen Bremen geärgert.
Markus Anfang hat sich über den 96-Ausgleich gegen Bremen geärgert. © Getty/IMAGO/Team2
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Das 1:1 gegen Hannover 96 war für Werder Bremen kein optimaler Start in die Zweitliga-Saison. SVW-Trainer Markus Anfang haderte mit dem Ausgleich der Niedersachsen, warb jedoch auch um Geduld für die neuformierte Mannschaft der Hanseaten.

Werder Bremen ist zum Saisonstart der 2. Bundesliga hart auf dem Boden der Realität gelandet. Der Bundesliga-Absteiger kam am ersten Spieltag nicht über ein 1:1 (0:0) gegen Hannover 96 hinaus und musste letztlich von Glück reden, dass die Partie vor 14.000 Fans im Bremer Weserstadion nicht sogar verloren ging. "Phasenweise hätten wir auch das Spiel entscheiden können. Klar ist auch, dass wir von Glück reden müssen, dass Hannover uns nicht gekillt hat", sagte SVW-Kapitän Ömer Toprak nach dem Spiel bei Sky. Etwas weniger drastisch formulierte es der neue Bremen-Trainer Markus Anfang, der das Remis als "etwas glücklich" bezeichnete.

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Vor allem eine Szene der Partie wühlte die Gastgeber auf - das 1:1 weniger als zehn Minuten nach dem eigenen Führungstreffer. "Du darfst nicht fünf Minuten später ein Konter kriegen. Das müssen wir uns ankreiden", sagte Toprak. Ein langer Chip-Pass von Sei Muroya landete hinter der Bremer Abwehrkette, 96-Stürmer Marvin Ducksch entwischte seinen Bewachern, überlupfte Werder-Torwart Michael Zetterer und stellte die Karten auf Unentschieden. "Das 1:1 war ein sehr billiges und dummes Gegentor. Wir sind in einen Konter gelaufen und dann sehr unglücklich", moserte Zetterer, der den verletzten Stammtorwart Jiri Pavlenka vertrat. Auch Anfang war alles andere als happy: "Wir müssen die Tiefe immer sichern. Wir dürfen dem Gegner nicht die Chance geben, den Ball hinter die Kette spielen. Das ist recht einfach zu verteidigen, das haben wir einfach nicht gemacht", schimpfte der Ex-Darmstädter. Ein Kontertor im eigenen Stadion, das dürfe nicht passieren.

Anfang über Werder-Team: "Haben eine schwere Zeit hinter uns"

Man müsse mit dem Unentschieden zufrieden sein, bilanzierten Anfang und Toprak unisono. Denn bei Werder war nach dem Ausgleichstreffer nicht mehr viel zusammengelaufen, Hannover war dem Auswärtssieg deutlich näher. "Wir sind zu wenig in den Sechzehner rein gekommen, haben am Ende noch drei Situationen überstanden. Das Unentschieden ist am Ende okay", sagte Anfang bei Sport1. Allerdings zeigte er auch Verständnis für sein Team. "Wir können das wesentlich besser, wir haben eine schwere Zeit hinter uns. Da kann nicht alles direkt funktionieren", sagte er mit Blick auf den bitteren Bremer Abstieg. Deshalb seien nun vor allem Erfolgserlebnisse wichtig - im Idealfall schon am kommenden Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (20.30 Uhr, Sky und Sport1).

Der Trainer war auch den eigenen Fans nicht gram, die nach Spielschluss die Mannschaft vereinzelt ausgepfiffen hatten. "Für mich ist es kein Drama", sagte der 47-Jährige. "Der Fan geht in so einem Spiel halt emotional mit; wenn er nicht mitgehen darf, dann ist es auch wieder nicht richtig." Ähnlich sah es Toprak, der erklärte: "Die Fans haben uns unterstützt. Es hat nicht alles gepasst. Die Fans wollten drei Punkte, das ist auch klar." Nun wolle man gegen Düsseldorf dreifach punkten - nicht zuletzt für den leidgeprüften Anhang.