21. Februar 2020 / 09:57 Uhr

Michael Rummenigge: Nur Milot Rashica kann Werder Bremen retten – sportlich und finanziell

Michael Rummenigge: Nur Milot Rashica kann Werder Bremen retten – sportlich und finanziell

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für die Zukunft von Werder Bremen spielt Milot Rashica eine wichtige Rolle, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge.
Für die Zukunft von Werder Bremen spielt Milot Rashica eine wichtige Rolle, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge. © imago images/Nordphoto/Team2/Montage
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge beleuchtet die brenzlige Lage von Werder Bremen im Abstiegskampf der Bundesliga. Er analysiert den Kader, die Rolle von Trainer Florian Kohfeldt - und sieht einen Lichtblick: Den von Top-Klubs umworbenen Milot Rashica.

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Eines vorweg: Ich mag Werder Bremen sehr und erinnere mich noch gern an die alten Duelle zwischen den Bremern und dem FC Bayern zurück. Willi Lemke gegen Uli Hoeneß - da trafen ja fast Weltanschauungen aufeinander. Das hat dem Ganzen neben den sportlichen Aspekten richtig Pfeffer gegeben. Umso trauriger macht mich die Entwicklung von Werder. Aktuell stecken sie mitten im Abstiegskampf. Das hat dieser Klub nicht verdient. Die Bundesliga braucht solche Traditionsvereine. Daher hoffe ich auch, dass der HSV, der VfB Stuttgart und der 1. FC Nürnberg zurückkommen.

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Aber Werder hat sich die missliche Lage selbst zuzuschreiben. Wer mit so einem Kader in die Saison geht und von Europa träumt, ist einfach blauäugig. Die Mannschaft ist überaltert. Ich denke da an den 34-jährigen Niklas Moisander, den 30-jährigen Ömer Toprak oder den 31-jährigen Nuri Sahin. Das ist einfach zu wenig. Ob sie dann ein Winter-Transfer von Davie Selke weiterbringt, wage ich auch zu bezweifeln. Er hat sich nirgendwo richtig durchgesetzt. Das ist auch ein Mangel an Qualität.

Kohfeldt hat einfach nicht das Material zur Verfügung

Mit Blick auf solche Personalentscheidungen müssen sich die Verantwortlichen um Frank Baumann oder Marco Bode hinterfragen. Florian Kohfeldt ist als Trainer nur das schwächste Glied in der Kette - sollte sich der Negativtrend weiter fortsetzen, werden auch in Bremen irgendwann die Mechanismen des Marktes greifen. Allerdings sehe ich keine wirkliche Alternative zu Kohfeldt. Er ist ein guter, junger Trainer und passt zum Verein. Er hat nur einfach nicht das Material zur Verfügung.

Da Mannschaften wie der SC Paderborn oder Fortuna Düsseldorf noch schlechter sind, wird sich Werder am Ende zwar retten - entweder direkt oder über die Relegation. Will man sich weiterentwickeln, muss man danach allerdings Geld in die Hand nehmen. Da sollte der Verein über seinen Schatten springen und notfalls auch die Kreditabteilung aufsuchen. Wahrscheinlich hat man aber durch eine fette Transfer-Einnahme ganz neue Möglichkeiten: Milot Rashica wird nicht zu halten sein.

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Rashica und der BVB – das würde passen

Das ist ein wirklich guter Spieler, der eigentlich 50 oder 60 Millionen Euro einbringen könnte. Seine festgeschrieben Ablöse soll ja aber bei knapp 40 Millionen liegen. Für Werder ist das immer noch viel Geld. Rashica würde gut zum FC Liverpool oder zu Borussia Dortmund passen - gerade, wenn Jadon Sancho den BVB verlassen sollte, bräuchten sie so jemanden. Ähnlich wie Erling Haaland, der ja weiterhin in aller Munde ist, hat Rashica den nötigen Willen und den nötigen Biss.

Zudem ist seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Er wird in einer besseren Mannschaft noch besser. Ich kenne das noch aus meiner aktiven Zeit: Man saugt von Top-Spielern alles auf und macht selbst Fortschritte. Bei Werder kann Rashica all seine Qualitäten gar nicht zeigen. In Bremen geht es derzeit nur um das sportliche Überleben. Auch er muss vor allem kämpfen und alles in die Waagschale werfen, um dem Verein die Klasse zu halten. Vom Potenzial her hat er jedoch ganz andere Möglichkeiten.

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