19. September 2020 / 18:17 Uhr

"Absoluter Blödsinn": Werder-Profi Selke kontert "Sky"-Reporter – Kohfeldt: "Sensible Situation"

"Absoluter Blödsinn": Werder-Profi Selke kontert "Sky"-Reporter – Kohfeldt: "Sensible Situation"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Davie Selke und Florian Kohfeldt zeigten sich nach der Werder-Niederlage zum Auftakt enttäuscht.
Davie Selke und Florian Kohfeldt zeigten sich nach der Werder-Niederlage zum Auftakt enttäuscht. © Getty
Anzeige

Nach der enttäuschenden Vorsaison droht Werder Bremen erneut ein Fehlstart in der Bundesliga. Die 1:4-Niederlage gegen Hertha BSC veranlasste das Publikum im Weserstadion sogar zu vereinzelten Pfiffen. SVW-Trainer Florian Kohfeldt und Stürmer Davie Selke sehen dennoch auch Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Anzeige

Werder Bremen kommt einfach nicht aus der sportlichen Krise. Im ersten Bundesliga-Spiel seit der Rettung über den Umweg der Relegation in Heidenheim unterlag der SVW beim Auftakt der neuen Saison mit 1:4 (0:2) gegen Hertha BSC. Im Bremer Weserstadion waren erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise wieder 8500 Fans zugelassen, die die enttäuschende Leistung der Werder-Profis teilweise mit Pfiffen quittierten. Trainer Florian Kohfeldt nannte die Reaktion der Zuschauer "absolut berechtigt", nahm seine Spieler aber auch in Schutz.

Die Bremer befänden sich zurzeit in einer "sensiblen Situation", erklärte Kohfeldt nach dem Spiel bei Sky. "Es ist kein schöner Moment, wir haben auch in der Summe verdient verloren", sagte der 37-Jährige, der konsterniert feststellen musste: "Der letzte Funke hat uns gefehlt, das sieht man auch an den Gegentoren." Insbesondere die beiden Treffer zum 0:2-Rückstand direkt vor der Pause ärgerten den Coach. Peter Pekarik (42.) und Dodi Lukebakio (45.+2) hatten binnen weniger Minuten den Grundstein zum späteren Sieg der Hertha gelegt, während die Bremer Spieler sich defensiv überfordert präsentierten. "Die fünf Minuten vor der Pause waren dumm, das muss man so sagen", sagte Kohfeldt. "Da musst du mit dem 0:1 in die Halbzeit kommen."

Mehr vom SPORTBUZZER

Die Leistung von Werder sei ihm insgesamt "zu seicht" gewesen, so Kohfeldt, dem die Bremer Bosse nach dem erreichten Klassenerhalt das Vertrauen ausgesprochen hatten. "Wir müssen uns darüber klar sein, dass wir das Angefasste haben müssen", machte der Trainer vor allem einen Mangel an Körperlichkeit und mentaler Robustheit für die deutliche SVW-Pleite verantwortlich, die am Ende allerdings etwas zu hoch ausgefallen sei. Werder benötige nun "Souveränität und Sicherheit, indem wir uns in die Saison reinkämpfen". In den nächsten Spielen geht es für Werder gegen den zuletzt desolaten FC Schalke 04, der mit 0:8 in München baden ging, und Aufsteiger Arminia Bielefeld, das sich in Frankfurt achtbar schlug und 1:1 spielte.

Sichtlich angefressen trat indes Werder-Profi Davie Selke vor die Mikrofone. Auf die Frage von Sky-Reporter Jens Westen, ob sich bei Werder angesichts der deutlichen Niederlage im Vergleich zur Vorsaison nichts verändert habe, reagierte der Schütze des einzigen Bremer Tores verärgert. Das sei "absoluter Blödsinn", moserte der Ex-Herthaner. Die Verbesserungen seien am heutigen Tag zwar "noch nicht zu sehen. Dieser Satz ist aber absoluter Blödsinn." Die Bremer hätten "trotzdem viele Punkte gezeigt, auf die man aufbauen kann", sagte Selke.