26. April 2021 / 21:51 Uhr

Trotz Niederlagen-Serie: Werder Bremen hält an Trainer Florian Kohfeldt fest

Trotz Niederlagen-Serie: Werder Bremen hält an Trainer Florian Kohfeldt fest

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Werder Bremen vertraut ihm weiterhin: Trainer Florian Kohfeldt.
Werder Bremen vertraut ihm weiterhin: Trainer Florian Kohfeldt. © IMAGO/Nordphoto
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Trotz zuletzt sieben Bundesliga-Niederlagen in Folge und akuter Abstiegsgefahr hält Werder Bremen an Trainer Florian Kohfeldt fest. Der abstiegsbedrohte Verein von der Weser sprach dem Coach das Vertrauen aus und geht mit ihm in den Bundesliga-Endspurt.

Die Bremer straucheln im Kampf um den Klassenerhalt. Trotzdem schenkt Werder Bremen seinem Trainer Florian Kohfeldt weiter das Vertrauen. Wie der abstiegsbedrohte Klub am Montag bekanntgab, wird der Coach weiter auf der Bremer Bank Platz nehmen. Kohfeldt selbst hatte nach dem 1:3 am Samstag bei Union Berlin einen Rücktritt ausgeschlossen und erklärt, dass er nicht weglaufen, sondern kämpfen werde. Am Sonntagvormittag war dem 38-Jährigen vor dem Training der Ersatzspieler ein ungemütlicher Empfang bereitet worden. Rund um den Trainingsplatz waren von einigen Fans "Kohfeldt raus!"-Plakate platziert worden.

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Als Grund für das Festhalten an dem Coach nannte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann "Florians Qualitäten als Trainer, seinen Willen, die Aufgabe anzugehen, und das absolut intakte Verhältnis zwischen Florian, der Mannschaft und dem kompletten Staff“. Der 45-Jährige richtete zugleich den Blick nach vorn und nahm sowohl Kohfeldt als auch das Team für die kommenden Aufgaben in die Pflicht. "Wir sehen Florian und die Mannschaft in der Verantwortung, bereits im Pokal gegen Leipzig am Freitag eine deutliche Reaktion zu zeigen und die Trendwende mit Blick auf die letzten Bundesligaspiele zu schaffen." Die Bremer teilten mit, dass die Verantwortlichen am Sonntag und Montag in unterschiedlichen Konstellationen über die aktuelle Situation diskutiert hätten. Am Montagnachmittag sei die Entscheidung gefallen, mit Kohfeldt weiterzumachen.

Baumann räumte am Montagabend Gespräche mit anderen Kandidaten ein. "Ich kann bestätigen, dass wir uns mit Alternativen beschäftigt haben, aber Namen werde ich nicht kommentieren", sagte Baumann. Auch Werder-Legende Thomas Schaaf sei in die Beratungen der vergangenen Tage eingebunden gewesen. Ob Schaaf, der als möglicher Kohfeldt-Nachfolger gehandelt worden war, es abgelehnt habe einzuspringen, wollte Baumann aber nicht kommentieren.

Baumann: "Ich möchte keine längerfristigen Garantien aussprechen"

Doch scheint gut möglich, dass Kohfeldt auch deshalb weitermachen darf, weil die Verantwortlichen auf die Schnelle und angesichts der prekären Lage keinen Nachfolger gefunden haben. Der Trainer, den Baumann in den Debatten als "sehr kämpferisch" wahrnahm, steht nun auf jeden Fall weiter unter Druck. Denn einen Freifahrtschein bis zum Saisonende stellten die Werder-Bosse ihrem hoch geschätzten, zuletzt jedoch extrem erfolglosen Coach nicht aus. "Wir müssen in der aktuellen Situation von Spiel zu Spiel schauen, von daher möchte ich keine längerfristigen Garantien aussprechen", sagte Baumann

Mit Kohfeldt wird sich Werder nun also auf das Halbfinale im DFB-Pokal an diesem Freitag (20.30 Uhr, ARD und Sky) gegen RB Leipzig vorbereiten. Danach geht es für die Hanseaten in den noch ausstehenden Punktspielen gegen Bayer Leverkusen, beim FC Augsburg und gegen Borussia Mönchengladbach um den Klassenerhalt.

In der vergangenen Saison hatte Kohfeldt, der seit November 2017 als Werder-Cheftrainer fungiert und noch einen Vertrag bis 2023 besitzt, die Bremer in der Relegation gegen den damaligen Zweitliga-Dritten 1. FC Heidenheim vor dem Abstieg bewahrt - auch weil Sportchef Baumann bis zum Schluss bedingungslos hinter dem Trainer gestanden hatte. Werder hat aktuell nur noch einen Punkt Vorsprung auf den 1. FC Köln auf dem Relegationsplatz 16. Zudem hat der Tabellenvorletzte Hertha BSC bei vier Punkten Rückstand auf die Grün-Weißen noch drei Nachholspiele zu bestreiten.