20. Juli 2021 / 23:24 Uhr

"Bin nicht hier, um aufzuräumen": Werder-Trainer Anfang bremst Erwartungen vor Zweitliga-Saison

"Bin nicht hier, um aufzuräumen": Werder-Trainer Anfang bremst Erwartungen vor Zweitliga-Saison

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Markus Anfang blickt seiner ersten Saison als Trainer von Werder Bremen entgegen.
Markus Anfang blickt seiner ersten Saison als Trainer von Werder Bremen entgegen. © IMAGO/Nordphoto (Montage)
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Werder Bremen geht mit dem neuen Trainer Markus Anfang in die anstehende Zweitliga-Saison. Der neue Übungsleiter dämpft vor dem Auftakt in die Spielzeit die Erwartungen an den Bundesliga-Absteiger und skizziert seine Pläne für das Jahr.

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Markus Anfang soll es als Nachfolger von Florian Kohfeldt und Interimscoach Thomas Schaaf richten und Werder Bremen nach dem Bundesliga-Abstieg zurück ins Oberhaus führen. Einfach wird die Saison in der Zweitklassigkeit jedoch nicht, das weiß auch der neue Trainer der Hanseaten. "Dass Werder zurück in die Bundesliga will, steht ja außer Frage", ist sich der 47-Jährige im Bild-Interview der Erwartungshaltung bewusst, fügt sogar an: "Ich verstehe, dass der Drang nach dem sofortigen Wiederaufstieg da ist."

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Doch 17 Jahre nach dem Double-Gewinn unter Trainer Schaaf hat sich in Verein und Mannschaft einiges verändert. Der erste Absturz in die Zweitklassigkeit seit 41 Jahren war letztlich nicht mehr zu verhindern. Anfang warnt daher vor zu hohen Erwartungen, legt den Fokus stattdessen auf einen angestrebten Entwicklungsprozess. "Es geht zunächst um den Wiederaufbau", betont der Ex-Darmstadt-Coach mit Blick auf die Ungewissheit bezüglich der Kaderplanung. "Die meisten Menschen wissen, dass es schwierig ist, jetzt ein Ziel auszugeben, da wir den endgültigen Kader derzeit noch nicht kennen." Bislang verstärkten sich die Hanseaten mit Linksverteidiger Kyu-hyun Park, Nicolai Rapp, Anthony Jung und Lars Lukas Mai (jeweils Innenverteidigung) primär in der Defensive. Weitere personelle Bewegungen soll es noch geben.

Doch davon, dass seine Mannschaft nun durch die mit Größen wie dem Hamburger SV, Schalke 04 oder Fortuna Düsseldorf durchaus prominent besetzte zweite Liga marschiert, will Anfang nichts wissen. "Ich habe nichts gegen kurzfristigen Erfolg. Aber der kann auch sein, dass wir in der Tabelle zwar nicht ganz oben sind, aber Spieler entwickelt haben", erklärte der gebürtige Kölner, der beim FC in der Saison 2018/19 selbst auf der Trainerbank saß, und gab zu Bedenken: "Ich glaube einfach nicht, dass man in nur einer Transfer-Periode einen echten Wiederaufbau hinbekommt. Die Gleichung: Ein großer Verein steigt ab und direkt wieder auf, geht so nicht auf."

Anfang will mit "Mix aus Verändern und Bewahren" erfolgreich sein

Er selbst wolle einen "Mix aus Verändern und Bewahren" etablieren und strebe keineswegs eine vollumfängliche Grunderneuerung an. "Ich bin nicht hier, um aufzuräumen. Aber alles nur anzunehmen und mich anzupassen – das kann es auch nicht sein", so Anfang. Sein persönliches Ziel definierte er klar: "Ich will einen anderen Stil zeigen, ohne dass die alte Herangehensweise verloren geht. Dazu müssen wir uns Widerständen stellen, an und über die Schmerzgrenze gehen." Dafür wolle er "eine Kommunikationskultur etablieren, mit der wir uns alle gegenseitig fordern." Ein erstes sportliches Ausrufezeichen kann am Samstag folgen. Denn da geht es bereits in die neue Zweitliga-Saison. Gegner ist Hannover 96 (20.30 Uhr, Sky/Sport 1).