12. September 2019 / 21:29 Uhr

Werder-Sportchef Baumann kritisiert Land Bremen scharf: "Uns werden Knüppel zwischen die Beine geworfen"

Werder-Sportchef Baumann kritisiert Land Bremen scharf: "Uns werden Knüppel zwischen die Beine geworfen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Baumann
Kritik an der Landespolitik: Frank Baumann
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Nach dem Streit um die Polizeikosten kritisiert Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, den Bremer Innensenator scharf und bemängelt einen großen Wettbewerbsnachteil für seinen Klub in der Bundesliga.

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Ist die Bremer Landespolitik Schuld an der Stagnation des SV Werder Bremen? Der Ansicht ist zumindest Werder-Sportchef Frank Baumann. Der neueste Auslöser des Streits sind die Polizeitkosten, die die Deutsche Fußball-Liga der Stadt Bremen bezahlen muss. Die DFL will sich ein Teil des Gelder bei Werder zurückholen.

Das bringt Werder-Sportchef Baumann auf die Palme. "Wir bekommen nicht nur keine Unterstützung, uns werden sogar noch Knüppel zwischen die Beine geworfen", sagte er an Bremens Innensenator Ulrich Mäurer gerichtet. "Allen Beteuerungen von Herrn Mäurer zum Trotz haben wir seit Jahren einen großen Wettbewerbsnachteil. Das ist Tatsache."

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Der Hintergrund des Streits: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird vier Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen fristgerecht begleichen - gibt sich rechtlich aber längst noch nicht geschlagen. Dies teilte die DFL am Dienstag mit Blick auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zur Gebührenerhebung für zusätzliche Polizeikräfte bei Hochrisikospielen mit. Die Höhe der Gebührenbescheide liegt bei insgesamt 1,17 Millionen Euro und soll nun vorerst zur Hälfte von Werder Bremen beglichen werden.

Der Hintergrund des Streits

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sprach von einem wichtigen Schritt und riet dem Bremer Bundesligisten zugleich, sich zu wehren und gegen das Abwälzen der Kosten durch die DFL vorzugehen. Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald erneuerte jedoch zunächst einmal seine Kritik an der Bremer Politik: „Es wird einmal mehr deutlich, dass entgegen der Verlautbarungen der Initiatoren des Gesetzes der SV Werder Bremen großen finanziellen Schaden nimmt und einen nicht unerheblichen Wettbewerbsnachteil erfährt“, wird Hess-Grunewald in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Mehr zu den Polizeikosten

Auch Baumann kritisiert die Landespolitik scharf. "Wir sind der einzige Bundesliga-Standort, der in den letzten Jahren keinen Euro, keinen Cent von der Stadt bekommen hat, was Infrastruktur betrifft. Wir wissen, dass es unter den Politikern auch Werder-Fans gibt. Außer netten Worten haben wir in den letzten Jahren aber nichts bekommen...“

Polizeikosten beschäftigen Bremen seit Jahren

Um die Erstattung zusätzlicher Polizeikosten bei Hochrisikospielen gibt es seit längerem Streit. Auslöser der juristischen Auseinandersetzung war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen für einen umfangreichen Polizeieinsatz im Jahr 2015. Im März 2019 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass eine Beteiligung der Vereine bei Hochrisikospielen grundsätzlich rechtens ist.

Mit dem Urteil im Rücken versucht Bremens Innensenator auch Ressortchefs in anderen Bundesländer für die Idee zu gewinnen. Er werde sich mit „interessierten Kollegen“ in Kürze in Mainz treffen, um Modalitäten für einen Fußballsolidarfonds zu besprechen und dazu eine länderübergreifende Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, kündigte Mäurer an.

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