23. Mai 2020 / 19:25 Uhr

Werder-Coach Kohfeldt nach Sieg in Freiburg kämpferisch – Lemke kritisiert: "Unbremisch"

Werder-Coach Kohfeldt nach Sieg in Freiburg kämpferisch – Lemke kritisiert: "Unbremisch"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Werder-Trainer Florian Kohfeldt fordert nach dem Sieg gegen den SC Freiburg von seiner Mannschaft ein, den Fokus weiter aufrecht zu erhalten.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt fordert nach dem Sieg gegen den SC Freiburg von seiner Mannschaft ein, den Fokus weiter aufrecht zu erhalten. © Pressefoto Ulmer/Pool
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Dieser Sieg war richtig wichtig: Der SV Werder Bremen rückt nach dem 1:0-Erfolg beim SC Freiburg wieder näher an die Nicht-Abstiegsplätze heran. Der Abstand zu Platz 15 beträgt nur noch sechs Punkte. Der zuletzt stark kritisierte Florian Kohfeld nimmt sein Team nun in die Pflicht.

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Die Schreie der Erleichterung bei Werder Bremen hallten von den nahezu leeren Rängen des Schwarzwald-Stadions wider. Trainer Florian Kohfeldt und seine Spieler brüllten ihre Freude über den immens wichtigen 1:0 (1:0)-Sieg beim SC Freiburg am Samstagnachmittag einfach frei heraus. Aber wenige Sekunden nach dem Abpfiff eilte Kohfeldt dann schon in die Kabine. "Aus Selbstschutz, weil ich natürlich den ein oder anderen gerne in den Arm genommen hätte, aber das geht in diesen Zeiten nicht", sagte der 37-Jährige mit Blick auf die Corona-Krise. "Deswegen bin ich rein gegangen, habe mich auf meinen Stuhl gesetzt und gefreut."

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Dank des ersten Bundesliga-Siegs seit Januar verkürzten die stark abstiegsbedrohten Bremer zumindest vorerst den Abstand auf Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsrang auf zwei Punkte. Die Fortuna tritt erst am Sonntag (18 Uhr/Sky) im Derby beim 1. FC Köln an. Leonardo Bittencourt hatte in der 19. Minute für den hart erkämpften und letztlich auch glücklichen Bremer Sieg gesorgt. "Das war ein erster Schritt, nicht mehr, aber es war ein erster Schritt", mahnte Kohfeldt. "Die Erleichterung, wenn der Schiedsrichter abpfeift, ist groß.“

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Werder-Trainer Kohfeldt: "Müssen Fokus aufrechterhalten"

Im TV-Interview bei Sky nahm der zuletzt von zahlreichen Werder-Legenden und Experten scharf kritisierte Kohfeldt sein Team nach dem Erfolgserlebnis nun in die Pflicht. "Diese Energie müssen wir weitergeben, den Fokus müssen wir aufrechterhalten. Wir müssen in dem Modus bleiben, es war eines unserer letzten neun Finals. Die Basis bleibt der Kampf und die Leidenschaft", forderte der 37-Jährige.

Kohfeldt selbst hatte sich am Freitag vor dem Freiburg-Spiel kämpferisch gezeigt: "Ich bin nach wie vor der Beste auf dieser Position", sagte der Werder-Coach. Bremen-Idole wie Rune Bratseth oder Dieter Burdenski stellten in den vergangenen Tagen Kohfeldt öffentlich in Frage. Das führte dazu, dass selbst Gegner-Trainer Christian Streich für Kohfeldt in die Bresche sprang. "Wenn ich gesehen, gehört und gelesen habe, was einige Leute, ehemalige Spieler von Bremen und sogenannte Experten abgelassen haben, da muss ich sagen, das ist unmöglich", sagte Streich. "Da muss ich sagen, ob diese Leute nicht mal nachdenken, bevor sie irgendwelche Sachen in die Mikrofone schwätzen."

Ex-Werder-Manager Lemke: Kohfeldt "unbremisch"

Werders lautester Mann stand nicht mal auf dem Spielfeld. Kohfeldt gab stattdessen an der Seitenlinie alles. Er war permanent in Bewegung, und dank der Geisterkulisse hörte man fast jedes seiner Kommandos: „Rhythmuswechsel!“, „Umstellen auf Dreierkette!“, „Weiter, weiter!“ - Kohfeldt ließ kaum eine Aktion unkommentiert.

Diese Art kommt nicht bei jedem gut an: Der langjährige Bremen-Manager Willi Lemke hat sich über die jüngsten Aussagen von Werder Bremens Florian Kohfeldt gewundert, plädiert aber dennoch für einen Verbleib des Trainers. "Ich frage mich die ganze Zeit, was Florian Kohfeldt mit dieser Pressekonferenz bewirken wollte. Das war total unbremisch. Kein Mensch sagt bei uns: Ich bin der Beste", sagte Lemke am Samstag bei Sky. Und ist sich sicher, dass Kohfeldt im Falle einer Niederlage akut um seinen Job hätte bangen müssen. „Wenn wir 0:3 verloren hätten, wäre es ganz, ganz bitter geworden“, sagte Lemke. Nach dem 1:0-Sieg im Breisgau plädiert Lemke aber dafür, „auf jeden Fall“ die Saison mit dem 37-Jährigen zu beenden.