13. Juli 2021 / 16:05 Uhr

WFC-Neuzugang Rico Morack: "Gab überhaupt keine Anpassungsprobleme"

WFC-Neuzugang Rico Morack: "Gab überhaupt keine Anpassungsprobleme"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Rico Morack (r.) trug in den vergangenen sechs Jahren das Trikot von Hertha BSC II. In der Spielzeit 2011/12 lief er für den damaligen Drittligisten SV Babelsberg 03 auf, der am MIttwoch bei seinem neuen Verein in Werder zu Gast ist.
Rico Morack (r.) trug in den vergangenen sechs Jahren das Trikot von Hertha BSC II. In der Spielzeit 2011/12 lief er für den damaligen Drittligisten SV Babelsberg 03 auf, der am MIttwoch bei seinem neuen Verein in Werder zu Gast ist. © S. Räppold/M Koch/imago, Jan Kuppert
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Brandenburgliga: Der 33 Jahre alte Innenverteidiger Rico Morack trifft mit dem Werderaner FC auf seinen Ex-Verein SV Babelsberg 03.

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Bislang fällt die Umstellung gar nicht so groß aus. „In der Vorbereitung haben wir hier auch so gut wie jeden Tag Training“, sagt Rico Morack. Mit „hier“ meint er den Fußball-Brandenburgligisten Werderaner FC, dem er sich in der Sommerpause angeschlossen hat. „Vom Umfang her ist es also aktuell so, wie es bei Hertha BSC in Coronazeiten auch war, als einmal am Tag Training auf dem Programm stand“, erläutert der 33-Jährige.

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In den vergangenen sechs Spielzeiten stand er für die Regionalliga-Mannschaft der Berliner in 112 Punktspielen auf dem Feld. Im Sommer beendete er seine professionelle Laufbahn und schloss sich dem WFC an. „Es war jetzt einfach der richtige Zeitpunkt, um den Fokus auf die berufliche Zukunft zu legen und trotzdem ambitioniert zu kicken“, erklärt der Defensivspieler, der einst beim FV Turbine Potsdam mit dem Fußball begann. Bei den Waldstädtern ging er seine ersten Schritte an der Seite von Daniel Frahn. Der Angreifer ist am Mittwochabend mit dem Regionalligisten SV Babelsberg 03 (18.30 Uhr, Arno-Franz-Sportplatz) zu einem Testspiel auf der Insel in Werder zu Gast. „Frahni und auch Marcus Hoffmann kenne ich aus gemeinsamen Zeiten auf der Cottbuser Sportschule und später aus vielen Duellen in der Regionalliga“, berichtet der zweifache Familienvater Morack von der Zeit, als er in der Lausitz die Schulbank drückte und beim SV Babelsberg 03 seine ersten Erfahrungen auf dem Großfeld sammelte.

In Bildern: Das sind die Rekordspieler der Regionalliga Nordost seit 2012/13. Stand: 16. April 2021.

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Das sind die Rekordspieler der Regionalliga Nordost seit der Saison 2012/13. ©

2003 folgte der Wechsel in den Nachwuchs von Hertha BSC, wo er in der A-Jugend unter anderem in einem Team mit Jerome Boateng und Patrick Ebert spielte. Der Sprung in die Bundesliga blieb ihm allerdings verwehrt. Vater Mathias, der auch für Motor Babelsberg und Stahl Brandenburg auflief, hatte es auf 34 DDR-Oberligaspiele für den 1. FC Union Berlin gebracht. „Da haben mir einfach ein paar Prozent gefehlt, so ehrlich muss man sein. Ich bin mit meinem Werdegang trotzdem absolut zufrieden und stolz auf das, was ich erreicht habe“, sagt Rico Morack.

Dazu gehören sechs Zweitligaspiele, die der Rechtsfuß in der Spielzeit 2009/10 unter Trainer Uwe Rapolder für den TuS Koblenz absolvierte. Es folgte ein Knorpelschaden im Knie, eine lange Ausfallzeit und sogar die Angst um die Karriere in jungen Jahren. „Zum Glück ging das aber alles gut und mein Knie hat mir später keine Probleme mehr bereitet. Dafür bin ich dankbar und mir bewusst, dass es ein absolutes Privileg ist, sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben.“

Tony Fuchs: "Auf dem Platz geht Rico immer ans Limit"

2011/12 stand Morack im Kader des kommenden Gegners vom Babelsberger Park und lief in 26 Drittligaspielen auf. Natürlich sei Nulldrei ein „besonderer Verein“ für ihn, dessen Werdegang er immer besonders interessiert verfolgt habe. Zum einen, weil er dort im Nachwuchs- und Männerbereich gespielt hat. Zum anderen, weil er schon als „Knirps auf der Tribüne“ gestanden und seinem Papa zugeschaut hat.

Auch der Werderaner FC hat bei ihm aber einen besonderen Stellenwert. „Papa war hier Trainer, mein Bruder Ronny hat hier gespielt. Zum Vorsitzenden Klaus-Dieter Bartsch hatte ich über all die Jahre immer mal wieder Kontakt und jetzt passt das Gesamtpaket einfach gut zusammen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung.“ Neben der beruflichen Neuorientierung will er weiter „ambitionierten Fußball“ spielen. „Natürlich sind das Tempo und die individuelle Qualität in der Brandenburgliga anders als in der Regionalliga. Aber die Jungs hier können alle kicken, ziehen super mit und haben mich richtig gut aufgenommen – da gab es überhaupt keine Anpassungsprobleme“, stellt Morack nach seinen ersten Tagen beim WFC fest und freut sich nach neun Spielzeiten Regionalliga Nordost (vor Hertha BSC II bei der TSG Neustrelitz und Viktoria Berlin) auf die anstehende Saison in der höchsten Landesspielklasse.

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Nicht mehr an seiner Seite ist dann Tony Fuchs, mit dem er in den vergangenen Jahren die „Hertha-Bubis“ führte und der nur lobende Worte für seinen Kumpel findet. „Auf dem Platz geht Rico immer ans Limit, egal in welcher Liga. Er überzeugt mit seiner Mentalität und hat generell eine Top-Einstellung zum Sport“, sagt Fuchs. „Zusätzlich ist er ein Führungsspieler, lautstark, kopfballstark und nimmt das Heft stets in die Hand.“ Auch in der Kabine sei Morack wichtig für die Mannschaft und könne dieser mit seiner Erfahrung viel geben. Sätze, die man beim Werderaner FC mit Sicherheit sehr gerne liest.

Marc-Anthony Weisse kommt aus Wernsdorf

Nach Rico Morack (Hertha BSC II) und Tobias Lietz (RSV Eintracht 1949) konnte sich der Werderaner FC für die kommende Brandenburgliga-Spielzeit auch die Dienste von Marc-Anthony Weisse sichern. Das bestätigte WFC-Präsident Klaus-Dieter Bartsch auf MAZ-Nachfrage. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler wechselt vom Werderaner Ligarivalen SV Frankonia Wernsdorf in die Blütenstadt. Bereits im Winter schloss sich der 20-jährige Loic Nawrot (RSV Eintracht) dem Team an, kam aufgrund des Saisonabbruchs aber noch nicht zum Einsatz. Neben Bastian Moryson (TuS Sachsenhausen) und Mateuz Wallroth (verlässt den Verein aus privaten Gründen) stehen zukünftig auch Henrik Müller und Gabriel Garcia (beide Ziel offen) nicht mehr im Kader des Trainerduos Ingo Hecht/Martin Nitzsche. Defensivroutinier Ondrej Suchacek und Mittelfeldspieler Hannes Raymund treten aus beruflichen Gründen zunächst kürzer.