10. Juli 2019 / 17:52 Uhr

Werderaner FC Viktoria: Der Verein von der Insel wird 99

Werderaner FC Viktoria: Der Verein von der Insel wird 99

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Klaus-Dieter Bartsch und sein Arno-Franz-Sportplatz.
Klaus-Dieter Bartsch und "sein" Arno-Franz-Sportplatz. © Luise Fröhlich, Astrid Cibulka - SPORTBUZZER-Grafik
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Brandenburgliga: Klaus-Dieter Bartsch ist seit 25 Jahren Präsident des WFC.

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Mit Jubiläen kennt sich Klaus-Dieter Bartsch inzwischen bestens aus. Im letzten Winter feierte er seinen 60. Geburtstag, seit dem 1. Mai ist er seit 50 Jahren Mitglied im Werderaner FC. Und vergangenes Jahr feierte er sein Dienstjubiläum beim Fußballverein aus der Blütenstadt: Seit 25 Jahren ist er Präsident des WFC, der in diesem Jahr auch noch seinen 99. Geburtstag feiert.

Bartsch will aber lieber nach vorne schauen, für die 100-Jahr-Feier des Vereins in genau einem Jahr plant er bereits. „Ein Knaller wäre natürlich ein Spiel gegen die Hertha“, sagt der WFC-Präsident – und die Chancen stehen gar nicht so schlecht. Werder ist ein Partnerverein des Fußball-Bundesligisten, Manager Michael Preetz kam auch schonmal zum Weihnachtsbaumfällen in die Blütenstadt. Mit den guten Kontakten zum Hauptstadtverein hofft Bartsch auf ein Gastspiel der Hertha auf der grünen Insel.

Von Karsten Bosecker bis Ingo Hecht: Die Trainer des Werderaner FC seit 2003

Karsten Bosecker (bis Februar 2003): Unter Karsten Bosecker (r.) war der Werderaner FC sehr erfolgreich. Im Februar 2003 stellte er sein Amt zunächst aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung, kehrte jedoch später als Co-Trainer unter Mathias Morack zurück. Zur Galerie
Karsten Bosecker (bis Februar 2003): Unter Karsten Bosecker (r.) war der Werderaner FC sehr erfolgreich. Im Februar 2003 stellte er sein Amt zunächst aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung, kehrte jedoch später als Co-Trainer unter Mathias Morack zurück. © Michael Hübner/Lothar Benesch
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Das wäre nicht nur für die Blütenstädter etwas Besonderes, denn an einem Ort wie auf dem Arno-Franz-Sportplatz dürften die wenigsten Hertha-Profis schon einmal gespielt haben. „Wir sind wohl der einzige Verein in Deutschland, der auf einer Insel spielt, das kennt man sonst nur von England. Ringsherum ist Wasser“, scherzt Bartsch über die Lage auf der Werderaner Insel, die in der Havel liegt.

Doch es ist nicht das einzige besondere Detail des Sportplatzes. „Der Platz wurde 1934 gebaut, im Zuge der Olympischen Spiele 1936 in Berlin haben sich hier auch Athleten vorbereitet. Die Stehtraversen, die rund um den Platz gebaut wurden, sind vom gleichen Maurer wie beim Olympiastadion“, erzählt Bartsch, der das selbst herausgefunden hat. „In meinem ersten Leben habe ich Tiefbauer gelernt. Dann kam die Wende und der damalige Bürgermeister hat mich gefragt, ob ich Platzwart werden will“, sagt der WFC-Präsident, der auch Vorsitzender des Stadtsportbundes ist und in der Stadtverwaltung im Sachgebiet Sport arbeitet. „Als ich angefangen habe, war der Platz verwildert, dann sind mir die Steine ins Auge gefallen und ich habe mich ein bisschen damit befasst“, sagt Bartsch, der auch Mitglied im Werderaner Hertha-Fanclub ist.

Der WFC-Macher steht für den Verein, der inzwischen rund 480 Mitglieder hat, wie wohl kein Zweiter. Zunächst war er Spieler („Das hat nicht so gut funktioniert“), dann Schiedsrichter, Platzwart, später Mannschaftsleiter, Trainer der zweiten, dann der ersten Männermannschaft, seit 25 Jahren ist er schließlich Präsident. „Ich habe keine Familie, keine Kinder, der Verein ist ein Stück weit wie meine Familie“, sagt Bartsch. Ingo Hecht, seit gut eineinhalb Jahren Trainer der ersten Mannschaft in der Brandenburgliga, sagt über den WFC-Präsidenten: „Ohne ihn würde der Verein in der Art gar nicht existieren können. Ohne ihm Honig um den Mund schmieren zu wollen, aber es ist überragend, wie er sich einbringt.“

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Das zeigt sich auch sportlich, seit acht Jahren spielt die erste Männermannschaft ohne Unterbrechung in der Brandenburgliga. Gibt es da Ambitionen auf die Oberliga? „Als ich angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass wir mal in der Brandenburgliga spielen. Deshalb sage ich gerne: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Andere Brandenburgligamannschaften sind weiter, aber wir müssen uns vor keinem verstecken“, sagt Bartsch, der sich aber in zwei, drei Jahren auch einen weiteren Aufstieg in die Oberliga vorstellen könnte.

Wobei er einen noch größeren Wunsch hätte. „Den Landespokal gewinnen, das wäre ein Traum. Das wäre noch schöner als die Meisterschaft. Einmal im ZDF-Sportstudio interviewt werden, wenn man Hertha zugelost bekommt – oder auch jeden anderen – das ist ein Ansporn. Falkensee-Finkenkrug hat es vorgemacht, als sie dann im DFB-Pokal gegen Stuttgart gespielt haben“, schwärmt Bartsch.

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