15. Mai 2019 / 08:09 Uhr

Wermsdorf glänzt im Spitzenspiel

Wermsdorf glänzt im Spitzenspiel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nicht zu halten: Wermsdorfs Doppeltorschütze Sebastian Körner (Mitte) nimmt es mit den Zschortauern Christian Mörschke (rechts) und Martin Sonntag auf. USER-BEITRAG
Nicht zu halten: Wermsdorfs Doppeltorschütze Sebastian Körner (Mitte) nimmt es mit den Zschortauern Christian Mörschke (rechts) und Martin Sonntag auf. © André Kamm
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In der Fußball-Nordsachsenliga brennt Blau-Weiß Wermsdorf ein Offensiv-Feuerwerk ab und verteidigt mit einem 6:2-Erfolg über Zschortau den dritten Tabellenplatz.

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Zum zweiten von drei aufeinanderfolgenden Topspielen empfing Blau-Weiß Wermsdorf am vergangenen Sonnabend die SG Zschortau und festigte mit einem hoch verdienten 6:2 (3:0)-Sieg über den bisherigen Tabellenvierten seinen dritten Rang in der Fußball-Nordsachsenliga. Das Duell um einen Podestplatz war nichts für Schönwetterfußballer. Steter Nieselregen an der Sachsendorfer Straße stellte den Rahmen für die von Niklas Trybusch geleitete Begegnung. Der Wermsdorfer Co-Trainer Ralph Horbas musste dabei nicht nur den verhinderten Chefcoach Dierk Kupfer, sondern mit Sebastian Freiberg, Namensvetter Hanisch und Philipp Springer auch drei Starter der Vorwochen-Niederlage gegen Süptitz ersetzen

Dennoch hieß die blau-weiße Devise Wiedergutmachung, der die Hubertusburger früh Nachdruck verleihen sollten. Die Kupferlinge sind von Beginn an hellwach, griffig und offensiv durchschlagend. Die ersten Minuten sind gekennzeichnet von einem wahren Abschlussfeuerwerk vor dem von Marius Keller gehüteten Gästetor, und anders als eine Woche zuvor findet Wermsdorf auch eine schnelle Belohnung.

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Keine neun Zeigerumdrehungen sind durch, da sucht eine Pascal-Weidner-Flanke den einspringenden Florian Böttger, der mit feiner Kopfballtechnik zum 1:0 einnickt. Die Sachsendorfer Straße ist früh entzündet, sieht das blau-weiße Feuer in der Folge aber ein stückweit auf Sparflamme lodern. Die Platzbesitzer brauchen nach furiosem Start etwas, um zu gewohnter defensiver Kompaktheit zu finden und den Spielaufbau im Dauerregen zu organisieren. Die Gäste können wenig Konstruktives beitragen und so erleben die knapp 50 Zuschauer erstmal ein fußballerisch mäßiges Niveau.

Ansteigender Druck

Mit zunehmender Dauer gelingt dem Gastgeber dann immer besser ein kontrolliertes Passspiel und Zschortau wird tief in die eigene Hälfte gedrückt. Über die Außen kommen die Hubertusburger auf Schlagzahl und sorgen für ansteigenden Druck. In der 33. Minute wir dieser auch auf die Anzeigetafel gebracht. Zunächst verzieht Pascal Weidner noch in aussichtsreicher Position, Sturmpartner Dominic Arendt sichert aber den Rebound und legt auf für Linksaußen Sebastian Körner, dessen Schuss unhaltbar abgefälscht wird und zum 2:0 im Netz landet.

Der Funke ist wieder richtig übergesprungen, die Kupferlinge agieren mit breiter Brust und ordentlich Überzeugung. Nur 100 Sekunden nach dem Führungsausbau bucht Justus Keller über rechts die Reise für Dominic Arendt. Die Nummer 7 ist auf Solotrip, schickt seinen Gegenspieler per Hackentrick ins Kino und biegt auf die Schnellstraße ab, wo für Zschortau Fahrverbot herrscht, Rechtsverteidiger Dominik Weidner aber ebenfalls unterwegs ist. Überlegt gibt Arendt in die Mitte und findet dort Wermsdorfs mitgeeilten D-Zug, der das Spielgerät aus vollem Lauf mit links zum 3:0 (35.) einschweißt und dann in der Jubeltraube seiner Mitspieler kaum noch Luft holen kann.

Bis zum Pausentee lässt Blau-Weiß nicht nach, spielt überzeugend auf und schwört sich zur Halbzeit dann darauf ein, genau so weiterzumachen. Der Regen nimmt zu, dem geneigten Hubertusburger Zuschauer bietet sich kurz nach Wiederbeginn aber ein leider ein allzu vertrautes Bild. Die Konzentration der Kupferlinge ist zum wiederholten Mal in dieser Saison noch irgendwo zwischen Kabine und Seitenaus und es setzt den postwendenden Euphoriedämpfer. Nach einem Zschortauer Freistoß bekommen die Hausherren den Ball nicht raus. Maik Eckert muss noch nachhelfen, damit die Gäste auch wirklich zum Erfolg kommen – und schießt Gegner Moritz Bienefeld so an, dass das Spielgerät in perfekter Bogenlampe über den machtlosen Keeper Benjamin Schöntitz zum 3:1 (50.) ins Tor segelt.

Abwehrkette schüttelt sich kurz

Die SG sieht ihre Chance gekommen, weiß um die Wermsdorfer Schwächen nach der Pause. Doch Blau-Weiß ist von der Vorwoche geläutert. Es geht eben nicht auf Teufel komm raus nach vorne und ins offene Messer. Die Abwehrketten um Libero Denny Beckedahl schütteln sich kurz und sortieren sich dann neu.. Das Heft des Handelns bleibt so in der Hand der Gastgeber und gewinnt dann wieder mehr Souveränität. Ein ersatzgeschwächtes Zschortau muss dem laufintensiven Spiel der Heimelf zunehmend Tribut zollen, die konzentriert auf Fehler lauert und die Vorentscheidung sucht. Sinnbildlich der Einsatz Pascal Weidners, der sich entschlossen durchsetzt und im richtigen Moment auf Arendt ablegt, der den alten Abstand wieder herstellt und zum 4:1 (71.) einschiebt.

Die Kupferlinge spielen mit klarem Kopf, uneigennützig und als Team Richtung Verteidigung des Bronzerangs der Nordsachsenliga. Ein individueller Fehler von Justus Keller im Aufbau bringt die Gäste zwar wenig später noch mal auf 4:2 heran – Christian Mörschke kann verkürzen (77.) – , die Vorentscheidung ist aber bereits gefallen. Die Gastgeber haben sich die Kräfte gut eingeteilt, lassen nun hinten nichts mehr zu. Vorne werden die Räume größer und mehr oder weniger effektiv bespielt.

So blicken die Gastgeber den drei Punkten entgegen, die mit von Tim Böhm gesponserten isotonischen Getränken begossen werden können. Der Linksfuß aus der A-Jugend darf in der 77. Minute sein Debüt für Wermsdorfs Erste geben. Sein Trainer, Linksverteidiger Robby Staude, zeigt in der Schlussphase großen Offensivdrang, tankt sich in der 87. Minute energisch über außen durch, im Doppelpass landet der Ball bei Arendt, der ihn unter die Latte hämmert und mit seinem zweiten Treffer erneut auf drei Tore Vorsprung stellt. Die letzte Aktion der Partie gehört dann Sebastian Körner, der nach Diagonalball von Rechtsaußen Keller frei durch ist, vor Torhüter Keller ruhig bleibt und überlegt zum 6:2 einnetzt (90.).

Höchster Saisonsieg für Blau-Weiß Wermsdorf

Blau-Weiß feiert im Spitzenspiel verdientermaßen den höchsten Saisonsieg, liefert dabei eine Leistung mit viel Licht aber dennoch einigem Schatten ab. Den gilt es in der kommenden Woche tunlichst zu vermeiden, wenn es zum Ligaprimus nach Delitzsch geht. Dort kommt es darauf an, die Hubertusburger DNA von Einsatz und Leidenschaft als Team auf den Platz zu kriegen, um dem haushohen Favoriten trotzen zu können.

Nicht mit dabei sein wird dem Vernehmen nach ein beachtlicher Teil der Dominik Weidnerschen Haarpracht. Dessen Zopf soll im Zuge der Feierlichkeiten zum wichtigen Heimsieg und anlässlich des ersten Saisontreffers der blau-weißen Nummer 4 einer Schere aus den Händen der feierwütigen Meute zum Opfer gefallen sein.

Blau-Weiß Wermsdorf: Schönitz; Dominik Weidner (77. Böhm), Beckedahl, Staude, Eckert (73. Jülich), Köppe, Sebastian Körner, Böttger, Keller, Arendt, Pascal Weidner.

Tore: 1:0 Böttger (9.), 2:0 Sebastian Körner (33.), 3:0 Dominik Weidner (35.), 3:1 Bienefeld (50.), 4:1 Arendt (71.), 4:2 Mörschke (77.), 5:2 Arendt (87.), 6:2 Sebastian Körner (90.).

Schiedsrichter: Niklas Trybusch. Zuschauer: 45.

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