18. August 2020 / 15:01 Uhr

Wermsdorf schießt sich ins Finale des TZ-Bärenpokals

Wermsdorf schießt sich ins Finale des TZ-Bärenpokals

Justus Keller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Torschütze Robby Staude (Nr. 25) und Patrick Weidner (Nr. 9) bejubeln das entscheidene 5:2, Tobias Ohme und Keeper Patrick Eichhof sind geknickt.
Torschütze Robby Staude (Nr. 25) und Patrick Weidner (Nr. 9) bejubeln das entscheidene 5:2, Tobias Ohme und Keeper Patrick Eichhof sind geknickt. © André Kamm
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Die Freude war bei Blau-Weiß Wermsdorf groß, als man den Rivalen SV Zwochau am Samstag mit 5:2 bezwang und damit ins Finale des TZ-Bärenpokals einzog. Dort erwartet die Nordsachsen am 28. August der SC Hartenfels Torgau.

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Wermsdorf. Nach Monaten des Wartens, der Vorfreude und Anspannung war es am Samstag endlich soweit – Blau-Weiß Wermsdorf empfing an der Sachsendorfer Straße den SV Zwochau zum bisher wichtigsten Spiel, das wie bereits kurz berichtet mit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte und in einem Jubel-Orkan endete: 5:2 (2:0) im Halbfinale des TZ-Bärenpokals gegen den Nordsachsenliga-Rivalen, erstmaliger Einzug ins Endspiel, das am 28. August (20 Uhr) im Torgauer Hafenstadion gegen den SC Hartenfels über die Bühne geht.

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Akribisch haben blau-weiße Helfer im Vorfeld vollen Einsatz gezeigt, Hygienekonzepte erarbeitet und umgesetzt, so 270 Zuschauern ein hoch emotionales Erlebnis ermöglicht. Angereist als Unterstützer sind Sportfreunde aus Beilrode, auch eine Delegation aus Jesewitz ist dabei. Die Jungs, die als Kreisliga-Aufsteiger in der anstehenden Saison noch selbst bei der Wermsdorfer Zweiten vorstellig werden, feuern die Platzbesitzer lautstark an und verschönern das Stadion mit Spruchbändern. Auch die mitgereisten Zwochauer Fans lassen ihre Farben mit einem Fahnenmeer hochleben. Es ist angerichtet.

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Gastgeber-Trainer Dierk Kupfer kann personell aus dem Vollen schöpfen, wählt mit Tom Köppe auf der Sechserposition eine defensive Variante und bietet Urgestein Robby Staude im Sturmzentrum neben Florian Böttger auf. Ein letzter flammender Appell vom Coach, und es geht los. Die Kupferlinge legen schnell die Nervosität ab und ziehen ihr Spiel auf. Ein erster Abschluss von Pascal Weidner segelt übers Kreuzeck. Dann aber verpasst Sascha Jericke der blau-weißen Festtagslaune einen herben Dämpfer und drückt den Ball nach einer Flanke zum 0:1 über die Linie (19.).

Gastgeber vergeben gute Möglichkeiten

Die Heimelf muss mächtig schlucken. Der Gegentreffer wird zur Moralprobe, die bravourös bestanden wird. Sebastian Körner hat nur drei Minuten später die Antwort parat, tankt sich gegen drei Verteidiger durch und überwindet den herauseilenden Gäste-Schlussmann Patrick Eichhof unter tosendem Wermsdorfer Beifall zum Ausgleich – unfassbar wichtig für Selbstverständnis und Spielverlauf.


Doch Zwochau bleibt gefährlich. Sven Kummer muss unbedrängt nur noch einschieben (25.), aber die Nerven flattern und er jagt die Kugel über den Querbalken. Auf der anderen Seite machen die Weidner-Zwillinge Dominik und Pascal Druck über ihre rechte Bahn und koproduzieren die große Möglichkeit zum zweiten Treffer. Dominik ist nach 31 Minuten durch und bedient Böttger, der aber die Mutter aller Luftlöcher schlägt. Der Druck auf Eichhof wächst, doch noch vergeben die Gastgeber ihre Möglichkeiten. Denny Beckedahl setzt einen Freistoß knapp neben das Dreiangel, Pascal Weidner schiebt am kurzen Pfosten vorbei, Justus Keller fehlen bei einer Körner-Flanke nur Zentimeter. Nach 37 Minuten ist der Bann jedoch gebrochen: Pascal Weidner sprintet davon, behält den Überblick und serviert für Böttger, der diesmal cool bleibt und Eichhof vergeblich zum Spagat ansetzen lässt – 2:1. Wermsdorf hat die Partie schon vor der Pause gedreht und gefühlt schon mal das Flutlicht im Hafenstadion angeknipst.

Florian Böttger feiert seinen Treffer zum 2:1.
Florian Böttger feiert seinen Treffer zum 2:1. © André Kamm

Die zweite Halbzeit ist noch nicht alt, da findet ein Keller-Pass den perfekt kreuzenden Robby Staude, der frei durch ist und dessen Abschluss Eichhof nur noch verhindern kann, indem er den Stürmer regelwidrig von den Socken holt. Libero Denny Beckedahl verwandelt aus elf Metern abgeklärt zum 3:1 (52.) und darf bald darauf erneut jubeln. Fünf Minuten später schickt er Pascal Weidner auf die Reise, der zum wiederholten Mal die Dampflok anschmeißt und auch noch zum Edeltechniker wird, den Ball malerisch schön über den Keeper hinweg zum 4:1 ins Netz hebt.

Überzeugende Mannschaftsleistung

Die Vorentscheidung nach nicht mal einer Stunde? Davon will Marco Schädlich nichts wissen, nutzt eine Slapstick-Einlage in der blau-weißen Hintermannschaft und verkürzt aus Nahdistanz für Zwochau (60.). Am Einzug ins Finale lassen die Kupferlinge aber keine Zweifel mehr. Die Gastgeber kontrollieren das Geschehen und ein Körner-Einwurf leitet die Entscheidung ein. Die Nummer 22 schleudert das Spielgerät nach 65 Minuten unnachahmlich übers halbe Spielfeld, punktgenau auf den Kopf von Robby Staude, der zum 5:2 einnickt. Die Gegenwehr der Gäste ist gebrochen. So werden die Schlussminuten zum Schaulaufen und der letzte Pfiff des Tages geht im Jubel unter.

Zünftige Bierdusche nach dem Abpfiff.
Zünftige Bierdusche nach dem Abpfiff. © André Kamm

Eine überzeugende Mannschaftsleistung lässt die Blau-Weißen verdient ins Endspiel einziehen und damit zugleich die erstmalige Qualifikation für den Sachsenpokal eintüten. Es ist ein Tag, der im Gedächtnis seinen Platz findet, wozu auch die filmische Aufarbeitung beitragen wird. Das Spiel wurde von der Filmcrew „Team Rabenfront“ mit mehreren Kameras aufgezeichnet, der Bericht wird bald auf allen blau-weißen Kanälen zu sehen sein.

Nun fehlt nur noch der letzte Schritt. Im Finale wartet Hartenfels Torgau – der Meister, Landesklasseaufsteiger, Cupverteidiger und Gastgeber, sprich der haushohe Favorit. Doch auch an der Elbe weiß man: Die Hubertusburger können Sensationen…

Blau-Weiß Wermsdorf: Schönitz, Dominik Weidner, Beckedahl, Siebert, Kupfer, Köppe, Körner, Keller (Arendt), Pascal Weidner (Plakinger), Staude (Jülich), Böttger

Schiedsrichter: Patrick Schalkowski

Zuschauer: 270