15. November 2019 / 14:11 Uhr

Wermsdorf winkt das Halbfinale

Wermsdorf winkt das Halbfinale

Steffen Enigk
Leipziger Volkszeitung
Wermsdorfs Robby Staude (links) überläuft beim jüngsten 10:0-Kantersieg in der Nordsachsenliga den Krostitzer Christoph Thon.
Wermsdorfs Robby Staude (links) überläuft beim jüngsten 10:0-Kantersieg in der Nordsachsenliga den Krostitzer Christoph Thon. © André Kamm
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Fußball-Kreispokal: Blau-Weiß Wermsdorf hofft auf Coup in Bad Düben, SV Merkwitz empfängt Cupverteidiger Hartenfels Torgau

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Fußball-Kreispokal. Raus aus dem Liga-Alltag, rein ins Cupgeschehen: Am Wochenende steigt das Viertelfinale im Fußball-Kreispokal. Unter den besten Acht sind auch noch zwei Collm-Teams vertreten. Während sich Blau-Weiß-Wermsdorf beim Nordsachsenliga-Rivalen FV Bad Düben gute Chancen ausrechnet, erstmals ins Halbfinale einzuziehen, ist Kreisligist SV Merkwitz am Sonntag auf eigenem Platz (Anpfiff jeweils 13.30 Uhr) gegen Nordsachsenliga-Spitzenreiter und Cupverteidiger Hartenfels Torgau krasser Außenseiter.

Die Fußball-Fan unserer Region konnten letztmals 2017 einen Triumph im TZ-Bärenpokal feiern. Trainer Enrico Ueberschär führte damals Wacker Dahlen zum Final-Erfolg im Elfmeterschießen gegen Doberschütz-Mockrehna. Davon sind die Wermsdorfer zwar noch drei Siege entfernt, aber auch der Mannschaft von Dierk Kupfer ist dieses Kunststück zuzutrauen.

Die Hubertusburger zeigen wieder eine starke Saison, sind nach sieben Erfolgen in elf Spielen Liga-Dritter und überrollten zuletzt die Krostitzer Reserve mit 10:0. Die Form ist da, hält auch das Nervenkostüm?

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Duell auf Augenhöhe

Schon vor zwei Wochen ging es in Bad Düben knapp zu. Im Punktekampf trennten sich beide Teams 2:2. Allerdings sind die Wermsdorfer psychologisch im Vorteil. Sie holten einen 0:2-Rückstand auf und waren am Ende näher am Dreier.

Doch der Kontrahent ist auf Augenhöhe. Bad Düben liegt nur zwei Zähler und zwei Plätze hinter den Blau-Weißen, hat außerdem einen gefährlichen Torjäger in seinen Reihen. Sebastian von Gahlen traf schon 13-mal, ist Dritter der Liga-Schützenliste und war auch beim erwähnten 2:2 erfolgreich. Ihn vor allem müssen die Kupfer-Schützlinge unbedingt in den Griff bekommen.

Übermacht Torgau

Den denkbar dicksten Brocken aber haben die Merkwitzer vor der Brust. „Für uns ist schon das Erreichen des Viertelfinals ein großer Erfolg, aber ich hatte auf etwas mehr Losglück gehofft“, sagt Trainer Rene Zwetkoff vor dem Duell mit den schier übermächtigen Torgauern.

Höherklassiger Konkurrent

Die Rand-Oschatzer hatten in dieser Pokalserie stets auswärts antreten müssen und dabei Jesewitz (Kreisklasse, 4:1), Glesien (Kreisliga, 2:0) und Selben (Kreisklasse, 3:2) aus dem Weg geräumt. Nun also erstmals ein Heimspiel und erstmals wartet ein höherklassiger Konkurrent. In der Saison 2016/17 ging das für Merkwitz in der dritten Pokalrunde beim 1:8 gegen Radefeld schief, und auch diesmal wagt Rene Zwetkoff nicht auf eine Sensation zu hoffen: „Ich glaube manchmal an Wunder, aber hier nicht. Im Sommer hatten wir ein Testspiel in Torgau, da haben sie uns neun Stück eingeschenkt, und damals waren sie noch nicht im Rhythmus.“

Jetzt sind sie es. Die Hartenfels-Bilanz in der Nordsachsenliga liest sich furchterregend für die Merkwitzer: Zehn Siege und ein 3:3 gegen Schenkenberg bei 46:12 Toren. Allein Goalgetter Patrick Tänzer hat mit seinen 18 Treffern öfter eingenetzt als das gesamte SVM-Team eine Klasse tiefer (17 Tore), dazu waren Rico Drabon und Steven Hache jeweils neunmal erfolgreich.

Dieses Trio Infernale in den Griff zu bekommen, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit werden. Auf Kreisebene sind die Torgauer noch ungeschlagen, aber unbezwingbar sind sie nicht – in der ersten Runde des Sachsenpokals gab es ein 1:2 gegen Rapid Chemnitz.

Bloß nicht zweistellig verlieren

„Wir wissen, wie schwer das für uns wird, aber wir lassen nicht schon vorher den Kopf hängen“, erklärt Zwetkoff: „Wir wollen uns vernünftig präsentieren, hinten sicher stehen und vorne hilft vielleicht der liebe Gott.“ Dass einige Akteure angeschlagen sind, Stürmer Timo Radeck immer noch nicht einsatzfähig ist und Kapitän Michael Haupt urlaubsbedingt ausfällt, macht die Aufgabe für Merkwitz am Sonntag noch schwieriger. Auch deshalb sagt Zwetkoff bescheiden: „Alles, was unter zehn Gegentoren bleibt, ist für uns okay.“

In den beiden anderen Viertelfinal-Begegnungen treffen Kreisligisten auf Nordsachsenliga-Vertreter. Der FSV Beilrode erwartet am Sonnabend den SV Zwockau und die LSG Löbnitz die SG Zschortau.

Die Halbfinals sollen zu Ostern ausgetragen werden, der Auslosungstermin steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass das Pokalendspiel wieder unter Flutlicht im Torgauer Hafenstadion angepfiffen wird. Und vielleicht ist am 20. Mai auch Blau-Weiß Wermsdorf mit am Ball.

Im Punktekampf gefordert ist am Samstag übrigens der SV Mügeln-Ablaß. Die Obstländer bestreiten um 14 Uhr ein Nordsachsenliga-Nachholspiel bei Schlusslicht Doberschütz-Mockrehna.