01. September 2020 / 12:35 Uhr

Wermsdorfer schmeißen IFA Chemnitz aus dem Sachsenpokal

Wermsdorfer schmeißen IFA Chemnitz aus dem Sachsenpokal

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Wermsdorfer freuen sich mit dem Torschützen Justus Keller (2.v.l.) über das 4:1.
Die Wermsdorfer freuen sich mit dem Torschützen Justus Keller (2.v.l.) über das 4:1. © René Wegner
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Nach dem Gewinn des Kreispokals kegelten die Wermsdorfer Landesklassist IFA Chemnitz aus dem Sachsenpokal. Die Nordsachsen hätten früh alles klar machen können, ließen die Chemnitzer allerdings kurz vor Schluss noch mal bis auf 4:3 herankommen.

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Nordsachsen. Weniger als 48 Stunden nach dem dramatischen Finaltriumph im Fußball-Kreispokal setzte Blau-Weiß Wermsdorf noch einen drauf: Das Team von Dierk Kupfer schaltete Landesklassist IFA Chemnitz aus und erreichte die zweite Runde des Landespokals.

Die Kupferlinge ziehen ihr gewohntes Spiel auf. Vorne wird hoch gepresst, im Mittelfeld einiges an Laufarbeit geleistet und in der von Denny Beckedahl organisierten engmaschigen Abwehr kompromisslos verteidigt.

Chemnitz ist sichtlich überfordert mit der blau-weißen Moralmaschine. Wermsdorf kommt zu ersten Chancen, wobei allen voran Meik Eckert nach 14 Minuten bei seinem „Abschluss“ mit links dann doch noch Spätfolgen der Feierlichkeiten erkennen lässt. Der Landesklassist kontert im Gegenzug mit einer guten Möglichkeit, doch Schlussmann Benjamin Schönitz pariert aus Nahdistanz. In der 20. Minute ist es wieder Schönitz, der im Fokus steht, doch diesmal unglücklich aussieht, als er einen Freistoß vor die Beine von Felix Klein-Heinzmann klatschen lässt, der sich mit dem 0:1 bedankt.

Blau-Weiß hat Spaß am Fußball

Während Chemnitz nun denkt, dass die Ausfahrt an den Fuß der Hubertusburg doch noch zum gemütlichen Sonntagsspaziergang werden könnte, findet Rechtsaußen Pascal Weidner plötzlich seinen Torjägerinstinkt. Nur wenige Augenblicke nach dem Rückstand spurtet die Nummer 9 nach Steckpass von Dominic Arendt entschlossen Richtung IFA-Gehäuse, hebt überzeugt den Blick und schließt flach und platziert ins lange Eck ein – 1:1 (23.). Und es soll noch besser kommen. Chemnitz spielt mit dem Anstoß zurück auf Torwart Nico Folge und der darf den Ball kurz darauf wieder aus dem Netz fischen. Arendt wirft sich entschlossen in den Zweikampf, erzwingt den Fehlpass hin zu Nebenmann Sebastian Körner, der vorm leeren Tor cool bleibt und seine Farben in Führung schießt (24.).

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Munter geht es weiter mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Blau-Weiß hat Spaß am Fußball, der Mannschaft und sich selbst, feiert auf Stollen und nassem Grün einfach weiter. Doppelvorlagengeber Arendt spielt den Partyanimateur, belohnt sich kurz vor dem Pausenpfiff für seinen Einsatz. Pascal Weidner schmeißt über den Flügel den Turbo an, zieht an der gegnerischen Verteidigungslinie entschlossen vorbei und findet den startenden Teamkameraden mit genialem Pass. Arendt hat die gesamte Torbreite vor sich, schießt aber Folge an und murmelt den Rebound mit dem Bauch ins Netz zum 3:1 (42.). Ein Tor, irgendwie passend und bezeichnend für das Wermsdorfer Wochenende.

Wermsdorfer Kraft und Konzentration schwinden

Es ist Halbzeit und die Kupferlinge wissen gar nicht mehr so recht, wohin mit den Glücksgefühlen. Das Spiel ist gerade wieder angepfiffen, Chemnitz schießt eine Rakete durch den eigenen Strafraum, direkt in den Spann von Justus Keller, der volley zum 4:1 abzieht (48.).

Nun kann es in Blau-Weiß wirklich niemand mehr fassen, was hier los ist. Bedauerlicherweise schwinden nun auf Seiten der Gastgeber aber zunehmend Kraft und Konzentration und man stellt das fußballerische Bemühen weitesgehend ein. So wird die lange Anreise für die Chemnitzer immerhin noch etwas lohnenswerter, weil Toni Barth mit seinem Doppelpack (74. und 84.) wieder Spannung aufbauen kann und auf 4:3 verkürzt.

Mit Mann und Maus verteidigt sich Wermsdorf durch die letzten Zeigerumdrehungen der Begegnung und fällt sich schließlich erschöpft, ausgelaugt, aber im absoluten Freudentaumel in die Arme.

J.K.