01. April 2021 / 06:44 Uhr

Nach Slapstick-Einlage von Werner: Das sagen Bundestrainer Löw und Kapitän Gündogan

Nach Slapstick-Einlage von Werner: Das sagen Bundestrainer Löw und Kapitän Gündogan

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw (links) und Kapitän Ilkay Gündogan (rechts) sprechen über die ausgelassene Chance von Timo Werner.
Bundestrainer Joachim Löw (links) und Kapitän Ilkay Gündogan (rechts) sprechen über die ausgelassene Chance von Timo Werner. © IMAGO/Laci Perenyi/Getty (Montage)
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Die deutsche Nationalmannschaft tut sich extrem schwer gegen Nordmazedonien und kassiert die erste Niederlage in einer WM-Quali seit fast 20 Jahren. Besonders für einen Spieler aus dem Team von Bundestrainer Joachim Löw war es erneut ein bitterer Abend - Timo Werner.

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Bei der Länderspiel-Premiere gegen den krassen Außenseiter Nordmazedonien kassierte die zwar überlegene, aber wieder ineffiziente deutsche Nationalmannschaft durch das 1:2 (0:1) die erste Niederlage in einer WM-Qualifikation seit beinahe 20 Jahren. "Die Enttäuschung ist riesengroß", konstatierte Bundestrainer Joachim Löw nach der Pleite am Mittwochabend. Ergaben sich im ersten Durchgang noch manche Flipperfußball-Situationen im Strafraum und gute Chancen, kam die Löw-Elf im zweiten Durchgang selten in die gefährliche Zone. Nur einmal hätte der Ball im Tor liegen müssen. Zehn Minuten vor Schluss vergab der eingewechselte Timo Werner freistehend wenige Meter vor dem Tor die Riesenchance zum 2:1.

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"Ich habe das Gefühl gehabt, dass das so ein bisschen einen Knacks gab für die Mannschaft, dass wir diese Chance ausgelassen haben. Dass der Timo Werner so eine Großchance vergibt, da macht er sich selbst wahrscheinlich die größten Vorwürfe. In solchen Situationen hat der Timo in der Vergangenheit schon bewiesen, dass er sie auch richtig löst und Tore erzielt. Das wäre das 2:1 für uns gewesen. Das war auf jeden Fall ein Dämpfer. Die Chancenauswertung müssen wir aufzeigen, die müssen wir im Training forcieren", meinte Löw. Werner saß wie auch schon gegen Island und Rumänien zunächst auf der Bank.

DFB-Team in Noten: Die Einzelkritik gegen Nordmazedonien

Deutschland in der Einzelkritik gegen Nordmazedonien. Zur Galerie
Deutschland in der Einzelkritik gegen Nordmazedonien. ©

Nach zwei Kurz-Einsätzen über zwölf und 13 Minuten durfte der Chelsea-Angreifer am Mittwochabend in Duisburg über eine halbe Stunde ran. Doch überzeugen konnte der frühere Bundesliga-Torjäger überhaupt nicht - er erhielt die SPORTBUZZER-Note 6 für einen ganz schwachen Auftritt. "Es tut mir leid für den Timo. Er ist derjenige, der das Tor am allermeisten machen will in so einer Situation", kommentierte Ersatz-Kapitän Ilkay Gündogan die Szene vor der sichergeglaubten 2:1-Führung.

Werner immer noch Top-Torjäger im DFB-Team

Der 25-jährige Werner musste gegen Nordmazedonien zum dritten mal zusehen, wie das Bayern-Duo Serge Gnabry und Leroy Sané zusammen mit seinem Chelsea-Kollegen Kai Havertz die Offensivreihe besetzte. Zweieinhalb Monate vor dem EM-Ernstfall ist Werner also erstmal Joker und nicht mehr Stammkraft wie im bisherigen Verlauf der Saison, in der er mit vier Toren der erfolgreichste Schütze vor Gnabry (3) ist. Mit jeweils insgesamt 15 Länderspiel-Treffern sind beide auch die Topschützen im aktuellen DFB-Kader. Nach seinem Wechsel für 53 Millionen Euro von RB Leipzig zum FC Chelsea durchlebt Werner gerade eine neue Phase in seiner Karriere. Er muss sich in einer neuen Liga behaupten und in einem neuen Land einleben. Fünf Tore nach 28 Premier-League-Partien sind keine gute Quote für einen, der im Leipziger Trikot ein Torgarant war.

Schwächephasen sind für Werner auch nichts Neues. Er erlebte sie in Leipzig und auch schon im DFB-Trikot. Werner benötigt Vertrauen des Trainer und muss sich wohlfühlen, um Topleistungen abrufen zu können. Er ist inzwischen aber auch lange genug im Fußball-Business, um dessen Schnelllebigkeit zu kennen. Als er im vergangenen November erstmals nach seinem Wechsel nach England wieder in der Leipziger Arena auflief, traf er prompt in seinem "Wohnzimmer" beim 3:1 gegen die Ukraine in der Nations League zweimal. In den beiden abschließenden Testspielen gegen Dänemark (2. Juni) und Lettland (7. Juni) kurz vor dem EM-Start muss Werner abliefern - sonst ist ein Stammplatz weiter kein Thema.