08. Dezember 2019 / 09:19 Uhr

Werner, Ilsanker, Wolf – drei Erfolgsgeschichten bei RB Leipzigs Sieg gegen Hoffenheim

Werner, Ilsanker, Wolf – drei Erfolgsgeschichten bei RB Leipzigs Sieg gegen Hoffenheim

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Nicht nur Timo Werner bekam Lob - auch sein Teamkollege Stefan Ilsanker (li.) erntete Zuspruch von den Mannschaftsverantwortlichen.
Nicht nur Timo Werner bekam Lob - auch sein Teamkollege Stefan Ilsanker (li.) erntete Zuspruch von den Mannschaftsverantwortlichen. © GEPA Pictures
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Während RB Leipzig den fünften Liga-Sieg in Folge gegen die TSG 1899 fast schon routiniert in trockene Tücher packte, schrieben Timo Werner, Stefan Ilsanker und Hannes Wolf im vorletzten Heimspiel des Jahres auch ihre ganz eigenen Erfolgsgeschichten.

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Mit dem fünften Liga-Sieg in Folge hat RB Leipzig nicht nur Platz zwei in der Tabelle gesichert, sondern auch die überragende Form der vergangenen Wochen eindrucksvoll bestätigt. Besonders auffällig war, dass gegen starke Hoffenheimer beim 3:1-Erfolg ein im Vergleich zu den jüngsten Ergebnissen fast durchschnittlicher Auftritt genügte. Drei unterschiedliche Erfolgsgeschichten standen dabei am Samstag stellvertretend für die gute Stimmung bei den Roten Bullen.

Da wäre zum einen Timo Werner, der seit Wochen in bestechender Form ist und auch am Samstag – trotz der ein anderen vergebenen Chance - mit zwei Toren einmal mehr entscheidenden Anteil am Leipziger Sieg hatte. Dabei sah es wenige Minuten vor dem Anpfiff gar nicht danach auch, dass der Deutsche Nationalstürmer auf Torejagd gehen könnte. Bei einem Schuss während des Aufwärmens spürte Werner plötzlich einen Schmerz im Fuß und humpelte begleitet vom Mannschaftsarzt in die Kabine. Dass er trotz dieses Schreckmoments seine Saisontore 14 und 15 ablieferte und damit in der Liste der erfolgreichsten Angreifer der Saison nur noch einen Treffer hinter Bayern Münchens Robert Lewandowski steht, verdeutlicht das aktuelle Selbstverständnis des 23-Jährigen.

DURCHKLICKEN: Die Bilder vom 3:1 im Hinspiel

RB Leipzig marschiert weiter von Sieg zu Sieg. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann gewann gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 3:1. Zur Galerie
RB Leipzig marschiert weiter von Sieg zu Sieg. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann gewann gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 3:1. ©

Nagelsmann und Krösche glauben an Werner

Julian Nagelsmann war sich nach der Partie sicher, dass sein Schützling auch im Duell mit dem Topstar vom deutschen Rekordmeister mithalten kann: "Er kann das schaffen. Wenn er weiter so Tore schießt, ist er im Rennen." Daran hatte auch Markus Krösche keine Zweifel: "Ich traue Timo alles zu. Man sieht, dass er nicht nur vollstrecken, sondern auch vorbereiten kann. Er ist ein Spieler, der sich besonders in den letzten Monaten sehr gut entwickelt hat."

Neben Werner bekam auch Stefan Ilsanker vom Sportdirektor ein Sonderlob: "Der Erfolg hängt ganz extrem von den Spielern ab, die nicht so oft spielen und dann Leistung abrufen, wenn sie gebraucht werden. Da ist Ilse ein gutes Beispiel." Zur Erinnerung: Vor der Saison galt der österreichische Routinier als Wechselkandidat. Folglich verbrachte "Ilse" die ersten Monate der Saison als Dauergast auf der Bank und wurde zudem nicht für den Champions-League-Kader nominiert. Durch die Verletztenmisere in der Innenverteidigung bekam er jedoch zuletzt regelmäßig Einsatzminuten und wusste sie zu nutzen – bisheriger Höhepunkt: ein Top-Auftritt neben Dayot Upamecano gegen Hoffenheim, wie auch Nagelsmann bestätigte: "Ilse hat es gut gemacht. Er hat gezeigt, dass man auf ihn zählen kann, wenn man ihn braucht. Auch heute hat er wieder sehr direkt verteidigt. Als die anderen schon platt waren, hatte er noch Benzin. Außerdem hat er in der ersten Halbzeut sehr gute Eröffnungsbälle gespielt."

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

Hannes Wolf (RB Leipzig): Ich habe lange darauf gewartet und viel dafür gearbeitet. Ich habe gehofft, dass wir das 3:0 machen, weil ich da meine Chancen höher eingeschätzt habe, rein zu kommen. Es war einfach ein überwältigendes Gefühl, heute erstmals hier aufzulaufen. Dass die Fans meinen Namen so laut gerufen haben, bedeutet mir sehr viel. Es wartet jetzt natürlich noch sehr viel Arbeit auf mich, um nach dieser langen Pause in Top-Form zu kommen.
 Zu meinem ersten Spiel für RB Leipzig gleich noch einen verdienten Sieg zu feiern, rundet diesen super Tag heute ab! Zur Galerie
Hannes Wolf (RB Leipzig): "Ich habe lange darauf gewartet und viel dafür gearbeitet. Ich habe gehofft, dass wir das 3:0 machen, weil ich da meine Chancen höher eingeschätzt habe, rein zu kommen. Es war einfach ein überwältigendes Gefühl, heute erstmals hier aufzulaufen. Dass die Fans meinen Namen so laut gerufen haben, bedeutet mir sehr viel. Es wartet jetzt natürlich noch sehr viel Arbeit auf mich, um nach dieser langen Pause in Top-Form zu kommen. Zu meinem ersten Spiel für RB Leipzig gleich noch einen verdienten Sieg zu feiern, rundet diesen super Tag heute ab!" ©

Keine Garantie für Ilsanker

Ob die jüngsten Auftritte zu einem Umdenken in Sachen Vertragsverlängerung – Ilsankers Kontrakt läuft noch bis Sommer 2020 – geführt hat, wollte Krösche jedoch bei allem Lob nicht verraten: "Ich will das nicht in Stein meißeln, weder das eine noch das andere." Während damit offen bleibt, ob der 30-jährige Ilsanker nach vier Jahren an der Pleiße noch eine Zukunft in Leipzig hat, durfte einer seiner Landsmänner erstmals im Dress der Roten Bullen auflaufen.

Für Hannes Wolf endete mit seinem Kurzeinsatz gegen die TSG eine monatelange Leidenszeit: "Es ist sehr schön. Ich habe lange darauf gewartet und viel dafür gearbeitet. Das tut gut", gab der 20-jährige Mittelfeldspieler nach der Partie Einblick in seine Gefühlswelt. Und auch Nagelsmann ließ es nicht kalt, dass Wolf, der sich im Juni bei der U21-Europameisterschaft einen Knöchelbruch zugezogen und seit seinem Transfer von Schwesterclub Red Bull Salzburg nicht gespielt hat, erstmals für seinen neuen Arbeitgeber auf dem Rasen stand: „Hannes Wolf hatte eine lange Leidenszeit. Das war extrem bitter. Er hat sich heute sehr gefreut und es gut gemacht. Mich freut es auch. Ich hatte selber viele Verletzungen und weiß, wie es ist, wenn der Trainer einen mal bringt, wenn man nicht damit rechnet. Das gibt im Normalfall einen Schub für die nächsten Wochen und Monate."

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf gegen Hoffenheim in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Hat Glück, dass seine verunglückte Spieleröffnung nicht zum Gegentor führt. Sieht beim 3:1 nicht gut aus. Ansonsten: nix zu tun. Note 4. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Hat Glück, dass seine verunglückte Spieleröffnung nicht zum Gegentor führt. Sieht beim 3:1 nicht gut aus. Ansonsten: nix zu tun. Note 4. ©

Nächste Chance am Dienstag

Mehr zu RB Leipzig

Bereits am Dienstag könnte auf Wolf, wie auch auf Werner die nächste Chance warten, der aktuellen RB-Erfolgsstory ein persönliches Kapitel hinzuzufügen. In Lyon geht es im letzten Gruppenspiel der Champions League ab 21 Uhr um den Gruppensieg. Ilsanker muss sich derweil wegen seiner Nicht-Nominierung mindestens bis zum nächsten Bundesligaspiel am Samstag gegen Düsseldorf gedulden.