26. November 2020 / 16:54 Uhr

Werner und Werner: Trainer-Duo seit 27 Jahren, aber in Corona-Zeiten noch immer kreativ

Werner und Werner: Trainer-Duo seit 27 Jahren, aber in Corona-Zeiten noch immer kreativ

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mit allen Fußball-Wassern gewaschen: Werner Drewitz (l.) und Werner Fischer.
Mit allen Fußball-Wassern gewaschen: Werner Drewitz (l.) und Werner Fischer. © Cagla Canidar / MTV Gifhorn
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Werner Drewitz und Werner Fischer sind schon seit 27 Jahren ein Trainer-Duo, mit allen Fußball-Wassern gewaschen und zusammen fast 150 Jahre alt. Doch in der Corona-Pandemie mussten sich auch die beiden erfahrenen Coaches des MTV Gifhorn neu erfinden.

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Sie bilden eines der ältesten Trainer-Duos im heimischen Fußball, sind seit rund 27 Jahren ein Team und zusammen fast 150 Jahre alt: Werner Drewitz (78) und Werner Fischer (70), die Coaches der Kreisliga-U9 des MTV Gifhorn, haben in ihrem Fußballer-Leben praktisch schon alles erlebt, aber die Corona-Pandemie ist sogar für zwei, die mit allen Wassern gewaschen sind, eine neue Situation. Doch ihre Kreativität haben die beiden Werners über all die Jahre nicht verloren.

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Denn auch sie mussten sich natürlich mit der neuen Situation arrangieren, und das bereits nach dem ersten Lockdown. "Als die Lockerungen kamen und wir mit den Kindern wieder Training nach Corona-Regeln machen durften, war das keine schlechte Zeit", erinnert sich Fischer. Und Drewitz ergänzt: "Die Kinder haben sich perfekt und diszipliniert verhalten, Abstände eingehalten und Hände desinfiziert. Für Sieben- bis Achtjährige waren sie sehr verständnisvoll."

"Den Kindern fehlt der Fußball wirklich"

Doch die Auswirkungen der Corona-Pandemie hatten nun einen weiteren Sport-Stopp zur Folge. "Den Kindern fehlt der Fußball wirklich, das war schon im Sommer nach der Trainings-Rückkehr zu merken", sagt Drewitz und mahnt: "Man sollte bedenken, wie schlimm dieses Verbot gerade für die Kinder war, und das neue ist noch viel schlimmer." Deshalb hatten die beiden erfahrenen Trainer einen Plan, erklären sie. "Als wir wieder aufhören mussten, hatten wir abgemacht, dass wir in Gifhorn in der Brawo-McArena, einer Freiluft-Halle, jeden Freitag zwei Stunden trainieren, die Eltern waren alle damit einverstanden", sagt Drewitz und schiebt mit einem Schmunzeln nach: "Wir dachten, dass das so klappt, dass wir Corona ein wenig umgehen können."

Doch der Plan ging leider nicht auf, Amateur-Mannschafts-Sport ist komplett verboten - auch wenn die Idee eigentlich gut durchdacht war. Vom 4. November bis Ende Februar hatten sie die Halle reserviert, und der ältere der beiden Werners betont mit einem Lachen: "Wir waren die Ersten, die sich da breit gemacht haben." Die Organisation haben die beiden aber auch nicht ganz allein gestemmt, betont Fischer. "Die Mutter eines Spielers ist für mich und Werner praktisch als Teammanagerin tätig, sie hat auch dabei ordentlich mit angepackt."


Fast immer auf Platz 1

Auch auf andere kreative Ideen würden sich beiden immer einlassen. "Wir haben eine Whatsapp-Gruppe, wo mir mit den Eltern in Kontakt sind", erzählt Fischer. "Da sind wir immer am Überlegen, was wir machen können, und wir hören uns alle Vorschläge an." Und falls wegen Corona wirklich gar nichts gehe, sagt Fischer mit einem Lachen, "dann schnappen wir uns die Kinder und fahren irgendwo hin, wo wir Fußball spielen können".

Denn auch das erfahrene Duo hat nach all den Jahren, nach über 1000 Kindern, die es schon betreut hat, noch lange nicht genug von Fußball. "Wir machen das so lange, bis sie uns mit den Füßen voran vom Platz tragen", sagt der jüngere Werner im Spaß. Persönlich verstehen sich die beiden auch nach 27 Jahren auf und neben dem Platz bestens. Natürlich gebe es auch mal Diskussionen, aber, so Drewitz: "Es geht um Fußball, und da sind wir zum Schluss immer einer Meinung." Fischer pflichtet ihm mit einem Lachen bei und spielt auf die aktuelle Lage bei Bundesligist Schalke 04 an: "So ein Trainingszoff wie bei Vedad Ibisevic und Naldo ist uns noch nie passiert."

Und der Erfolg gibt ihnen Recht: Das Duo, das seine Mannschaften immer bis einschließlich der D-Jugend trainiert, war bislang mit einer Ausnahme (Platz zwei) immer Erster. Doch klar sei auch, betonen die beiden, das sei nicht das, worauf es ankomme. Fischer: "Die Kinder sollen in erster Linie Spaß am Fußball haben, wenn es dann am Ende für den ersten Platz reicht, freuen wir uns doppelt." Und sie scheinen in ihren 27 Jahren bis heute nicht ganz so viel dabei falsch gemacht zu haben, denn, so berichten die beiden mit einem Schmunzeln: "Es ist jetzt schon so weit, dass Kinder, die selbst bei uns trainiert haben, ihre eigenen Kinder zum Training zu uns bringen."