27. Juli 2016 / 09:12 Uhr

Werneuchen peilt langfristig wieder die Kreisoberliga an

Werneuchen peilt langfristig wieder die Kreisoberliga an

Knut Hagedorn
Märkische Allgemeine Zeitung
Chris Winkelmann fungiert als Spielertrainer beim ehemaligen Kreisoberligisten Rot-Weiß Werneuchen.
Chris Winkelmann fungiert als Spielertrainer beim ehemaligen Kreisoberligisten Rot-Weiß Werneuchen. © Verein/Archivbild
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2. Kreisklasse Ost Oberhavel/Barnim: Der MAZ-Sportbuzzer sprach in einem Interview mit Spielertrainer Chris Winkelmann über die unruhigen letzten Wochen und die anstehenden Aufgaben in Werneuchen.

Anfang Juli sorgten die Verantwortlichen des Barnimer Sportvereins Rot-Weiß Werneuchen für einen sportlichen Paukenschlag, im negativen Sinne. Für viele völlig überraschend gab es im Männerbereich gravierende Einschnitte, die auch Auswirkungen im Besonderen auf die Kreisoberliga Oberhavel/Barnim hatte. Anhand großer personeller Probleme meldete der Werneuchener Vorstand die zweite Männermannschaft ab vom Spielbetrieb und verzichtete gleichzeitig auf das Spielrecht der ersten Männermannschaft in der höchsten Spielklasse des Fußballkreises. Das hatte zur Folge das die Kreisoberliga im kommenden Spieljahr 2016/2017 mit nur 15 Mannschaften an den Start geht. Die einstigen Kreisoberliga-Kicker aus Werneuchen selbst werden ab August dann den Startplatz der ehemaligen zweiten Männermannschaft in der 2. Kreisklasse Ost einnehmen.

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Knapp vier Wochen sind seit dieser schweren Entscheidung vergangen, der Rauch hat sich seit dem ein wenig verzogen. Gerade aus der Kreisoberliga gab es im Nachgang der Entscheidung viel Kritik und Unverständnis. Der MAZ-Sportbuzzer sprach nun in einem Interview mit Chris Winkelmann (26), der seit Juli als Spielertrainer beim ehemaligen Kreisoberligisten involviert ist, über die vergangenen Wochen und über die Ziele für die Zukunft in Werneuchen. 

MAZ-Sportbuzzer: Die gravierenden sportlichen Einschnitte Anfang Juli haben viele völlig überrascht. Wie haben Sie diese Tage erlebt und war die damalige Entscheidung im Nachhinein die richtige?

*Chris Winkelmann: *Es war auch für uns keine leichte Entscheidung damals, das kann ich jedem versichern. Das große Problem war einfach, das wir von einigen Abgängen komplett überrascht wurden, die dann nicht mehr zu kompensieren waren. Ende Mai hatten wir intern ein erstes Gespräch, wo die Planungen ganz klar in Richtung Kreisoberliga gingen. Auch zwei Wochen vor Ende der Wechselfrist (31. Juni 2016) gingen wir fest davon aus, auch im anstehenden Spieljahr dort zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt war ja schon intern geregelt gewesen, das ich die Mannschaft zunächst als Spielertrainer anführen soll. Vom Kader her sah es ganz gut aus, Konkurrenzfähig zu sein. Allerdings haben uns dann gerade die Abgänge von Paul Frick und Philipp Thimian hart getroffen, sportlich waren diese Abgänge nicht zu kompensieren. Weitere Austritte folgten anschließend (Kruska, Nevermann, Baum, Bataiosu, Juckel). Demnach mussten wir eine Entscheidung treffen, wie es weitergehen soll. Die dann verkündete Maßnahme des freiwilligen Verzichtes hat im übrigen nicht der Vorstand im Alleingang getroffen, sondern auch wir als Mannschaft. In einer demokratischen Abstimmung haben wir uns dann darauf verständigt, nicht mehr in der Kreisoberliga zu spielen. Wir hatten einfach zu wenig Spieler um diese Herausforderung zu stemmen. Diese Entscheidung fiel uns bei weitem nicht leicht, war aber am Ende alternativlos. Schon im letzten Jahr hat es nicht wirklich Spaß gemacht, schon dort waren wir oft überfordert und chancenlos. Mit dem nun vorhandenen Kader wären wir einfach nur noch Kanonenfutter gewesen. Mich hat auch ein wenig die Kritik vieler geärgert, gerade anhand des Umstandes das nun nur noch mit 15 Mannschaften gespielt wird. Erstens konnten wir es nicht früher entscheiden, zweitens denke ich wäre auch bei einem Verbleib von uns kein fairer Wettbewerb zu Stande gekommen, da wir vielleicht mal mit 11, mal mit sieben Mann oder gar nicht angetreten wären. So weiß jetzt jeder woran er ist. 

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Trotz der prekären Umstände geht der Fußball weiter in Werneuchen, wir waren die ersten Eindrücke seit dem Trainingsauftakt?

*Chris Winkelmann: *Alle hat bei null angefangen, vieles ist neu. Mit Kevin Brederek konnten wir einen weiteren Spieler dazu begeistern, künftig als mein Co-Trainer zu fungieren. Er wird dann die Mannschaft bei den Spielen von außen betreuen. Zudem ist es uns sogar gelungen zwei neue Spieler zu verpflichten, drei weitere kommen vielleicht noch dazu. Bei den drei Spielern handelt es sich um ehemalige Spieler von uns, die wir gerne wieder reaktivieren würden. Ich denke für die 2. Kreisklasse haben wir demnach eine sehr gut aufgestellte Mannschaft, immerhin neun Spieler aus dem jetzigen Kader haben letztes Jahr noch Kreisoberliga gespielt. Ich denke gerade unser eigenes Turnier am Wochenende wird ein erstes Schritt wieder sein in eine normale Zukunft, darauf freuen wir uns. Für die anstehende Spielzeit in der 2. Kreisklasse haben wir uns ganz klar das Ziel "Aufstieg" auf die Fahne geschrieben.

Was sind die langfristigen Ziele für den Fussballstandort Werneuchen?

*Chris Winkelmann: *Zunächst einmal ist es wichtig wieder Ruhe in den gesamten Verein zu bekommen, die letzten Wochen und Monate waren schon sehr turbulent. Wir wollen wieder Spaß am Fußball haben, das denke ich steht ganz weit oben. Ich denke es muss auch der Weg sein in Zukunft mehr noch auf die eigene Jugend zu bauen, in zwei Jahren kommen dann erstmals wieder Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in den Männerbereich, diese müssen dann voll integriert werden. Zudem denke ich war dieser Schritt vielleicht auch ganz gut für unseren Standort. Sicherlich zunächst sehr krass, aber nun haben wir wieder alle Möglichkeiten uns neu zu erfinden. Mögliche Erfolge in der Zukunft können ja auch interessant machen, wenn externe Spieler sehen das bei uns was passiert und sich was entwickelt, kann das durchaus dann förderlich sein auch wieder Spieler für uns begeistern zu können. Mein persönliches Ziel ist es in absehbarer Zeit wieder in die Kreisoberliga zurück zu kehren, wir wissen wie sich das anfühlte und wie toll diese Liga ist. Dann aber mit einem gesunden, stabilen Gerüst. 

4. Werneuchener Blitzturnier

Am Samstag versucht man mit dem eigens organisierten und veranstalteten Blitzturnier wieder in die Normalität zurück zu kehren beim SV Rot-Weiß Werneuchen. Vier Mannschaften werden dann um den Titel streiten. Bei der vierten Auflage des Turnieres wird es auch einen neuen Sieger geben, da Titelverteidiger SV Grün-Weiß Bergfelde nicht im Startfeld mehr vertreten ist. Dafür dürfte dieses Blitzturnier eine erste Standortbestimmung für die Gastgeber werden, denn mit dem FSV Lok Eberswwalde, Fortuna Britz II und der SG Oderberg/Lunow gastieren drei Kreisligisten in Werneuchen. Turnierbeginn ist um 15 Uhr. 

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