30. März 2020 / 10:36 Uhr

Peter Baier: Jeden Morgen Sport und sehr viel Gartenarbeit

Peter Baier: Jeden Morgen Sport und sehr viel Gartenarbeit

Marcus Alert
Märkische Allgemeine Zeitung
Peter Baier geht mittlerweile ganz in seiner Gartenarbeit auf.
Peter Baier geht mittlerweile ganz in seiner Gartenarbeit auf. © Marcus Alert
Anzeige

Teil 3 der Serie "Was macht eigentlich?": Der letzte Fußball-Westhavelland-Chef Peter Baier gab vor sechs Jahren sein Amt auf und beschäftigt sich nun fernab des runden Leders.

Anzeige
Anzeige

Vor sechs Jahren gab Peter Baier sein Amt als Vorsitzender des Fußballkreises Westhavelland im Zuge der Fusion mit dem FK Havelland-Mitte auf. Bis zuletzt war er Verfechter der Zusammenlegung der beiden Fußballkreise. Er stellte sich nicht mehr der Wahl, so dass Hartmut Lenski, der Havelland-Mitte-Chef problemlos in seinem Amt bestätigt wurde. Bei einer Kampfabstimmung hätte er sowieso kaum eine Chance gehabt, da die Vereine aus dem Bereich Potsdam/Nauen klar in der Mehrheit waren.

Heute sieht Baier die Fusion nicht mehr nur positiv. „Es ist schon schwierig, bei dieser großen Anzahl an Mannschaften und somit Ligen den Überblick zu behalten“, so der inzwischen 77-Jährige. Territorial sei man vor der Zusammenlegung deutlich näher dran gewesen. Sein Fußballkreis-Kollege Detlef Kuhlmann geht noch einen Schritt weiter: „Die Fusion war ein riesiger Rückschritt.“ Zum Abschied wurde Peter Baier zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er darf als solcher zwar an Sitzungen teilnehmen, hat aber, anders als damals propagiert, kein Stimmrecht.

Mehr aus der Serie "Was macht eigentlich?"

Inzwischen hat der Brandenburger bis auf gelegentliche Einladungen kaum noch Kontakte zum neuen Fußballkreis. Nie abgerissen sind dagegen die Beziehungen zu den alten Mitstreitern. Einmal im Monat trifft sich Peter Baier mit Dieter Seewald, Herbert Löhst, Detlef Kuhlmann oder auch Frank Beck zum Kegeln. Und eine lange Tradition hat das Sommerfest auf dem Margarethenhof bei Plaue. Keine so schönen Anlässe sind dagegen Beerdigungen, wie zuletzt bei seinem langjährigen Stellvertreter Bernd Kuhlmey.

Fußball war bis 2014 ein wichtiger Bestandteil im Leben von Peter Baier, der einst bei der BSG Stahl Brandenburg begann und in den B-Junioren dann zu Motor Süd wechselte. Während seiner Armeezeit kickte er für Vorwärts Gardelegen in der Bezirksliga. Als Spieler der Stadtliga übernahm er 1971 die Leitung der damaligen Volkssportliga und gehörte damit automatisch dem Kreisfachausschuss Fußball an, deren Vorsitzender er 1986 wurde. Als 1992 die Ausschüsse von Brandenburg, Belzig und Rathenow zum Fußballkreis Westhavelland vereinigt wurden, wählte man Peter Baier zum Vorsitzenden. Und das blieb er 22 Jahre lang.

In Bildern: Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Helden der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20. ©

Der pensionierte Elektromeister, der vor der Wende im Stahl- und Walzwerk und danach bei den Städtischen Werken tätig war, kümmert sich heute hauptsächlich um seinen Garten, in den er viel Zeit investiert. Schon zu seiner aktiven Zeit war er selten auf dem Fußballplatz zu finden. Denn Rückenprobleme ließen kein längeres schmerzfreies Stehen zu.

Mittlerweile hat Peter Baier seine fünfte Hüfte. Vor zehn Jahren bekam er links eine aus Kunststoff und vor zwei Jahren rechts. Als dort Keime auftraten, musste er voriges Jahr noch einmal unter das Messer. Längst bewegt er sich wieder ohne Krücken. Probleme bereitet ihm hauptsächlich der Rücken. Täglich treibt er daher am Morgen Sport, um beweglich zu bleiben. „Sonst könnte ich mich sicherlich nicht mehr so gut bewegen“, ist er überzeugt.