10. Mai 2021 / 13:33 Uhr

"Sind jetzt die bösen Buben": White Sharks Hannover treten in Uerdingen nicht an 

"Sind jetzt die bösen Buben": White Sharks Hannover treten in Uerdingen nicht an 

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die White Sharks kämpfen in der Relegation gegen Uerdingen um den Verbleib in der A-Gruppe.
Die White Sharks kämpfen in der Relegation gegen Uerdingen um den Verbleib in der A-Gruppe. © Florian Petrow
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Weil das Team der White Sharks Hannover bei einer Reise zu Bayer Uerdingen gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen hätte, traten die Wasserballer nicht zur ersten Bundesliga-Relegationspartie an. In den sozialen Medien gab es dafür heftige Kritik.

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Sportlich ist nur wenig los gewesen an diesem Wasserball-Wochenende, an dem freilich einige Partien anstanden. Eine Entscheidung der White Sharks Hannover ist es, die Wellen geschlagen hat. Sie traten zur ersten Bundesliga-Relegationspartie bei Bayer Uerdingen nicht an. „Wir hätten gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen und die Gesundheit der Spieler gefährdet“, sagte Sharks-Vorsitzender Jörg Deike. Mit dieser Meinung stehen die Sharks jedoch recht allein da, in den sozialen Medien gab es heftige Kritik. „Wir sind jetzt die bösen Buben, das ist nicht schön, aber damit müssen wir leben“, so Deike.

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In der Corona-Pandemie dürfen Profis sowie Bundes- und Landeskaderathleten weiter spielen. Die habe Bayer aber nicht in ausreichender Anzahl für ein Wasserballspiel, argumentierten die Sharks. Sie hätten sieben Feldspieler und zwei Torhüter aufbieten können, die den Kriterien genügen. Morgens stand die Mannschaft am Bus, dann entschied Deike, nicht loszufahren. „Wir haben bis zum Schluss auf eine Nachricht aus Uerdingen gewartet, dass sie nicht gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen“, sagte Deike.

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Uerdinger argumentieren dagegen

Der Sharks-Chef hatte den Dachverband DSV bereits am 29. April auf die neuen Richtlinien der Corona-Notbremse hingewiesen und um Klärung gebeten. Die Sharks schalteten zudem Rechtsanwalt Rainer Cherkeh ein, der ihre Auffassung bestätigte.

Die Uerdinger argumentieren, alle Spieler seien getestet und das Hygienekonzept nicht gefährdet. Zudem habe der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Wasserball-Bundesliga sinngemäß als Profisport eingestuft – diese Auffassung teilt auch Waspo 98. „Wir distanzieren uns von der Entscheidung der Sharks“, so Waspo-Präsident Bernd Seidensticker. „Der DOSB-Beschluss ist vom Januar und veraltet. Uns geht es um die Einhaltung der Gesetze“, so Deike, „wenn wir dafür einen Shitstorm ernten, ist das so.“ Er rechnet damit, dass die Partie nicht gewertet und neu angesetzt wird.