13. April 2020 / 14:30 Uhr

Wie aus Feldspieler Eduard Niedens ein Elferkiller wurde

Wie aus Feldspieler Eduard Niedens ein Elferkiller wurde

Jürgen Hansen
Peiner Allgemeine Zeitung
Normalerweise spielt Eduard Niedens (am Ball) bei Fußball-Kreisligist Schwicheldt auf dem Feld, doch wegen akuter Torwart-Not half er mehrfach zwischen den Pfosten aus, nicht nur in der Halle – und überzeugte.
Normalerweise spielt Eduard Niedens (am Ball) bei Fußball-Kreisligist Schwicheldt auf dem Feld, doch wegen akuter Torwart-Not half er mehrfach zwischen den Pfosten aus, nicht nur in der Halle – und überzeugte. © Fotos: Ralf Büchler
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Ob die Saison weitergeht, steht noch nicht fest. Ob Eduard Niedens weiterhin Fußball spielt, auch nicht. Denn Schwicheldts Aushilfs-Keeper nerven ständige Muskel-Verletzungen. Dabei könnte er nach dem Zugang von Torhüter Kai Samlandt (TSV Dungelbeck) wieder im Feld spielen.

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Sollte die Saison noch beendet werden, so ist für Schwicheldts Kreisliga-Fußballer in Sachen Meisterschaft der Zug so gut wie abgefahren. Denn mehrere schwache Auftritte während der Hinrunde sorgten dafür, dass die aufstiegsambitionierte Mannschaft derzeit kaum einholbare zehn Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Arminia Vöhrum hat. Doch es gibt nicht nur Enttäuschendes zu berichten. Ein Lichtblick ist Eduard Niedens, der ab Ende Oktober als Feldspieler den verletzten Stamm-Torwart Philipp Kurmeier zwischen den Pfosten vertrat. „Eduard ist ein Teamplayer, er akzeptierte den Wechsel ins Tor ohne Murren. Und er hat überragende Leistungen gebracht“, ist Rot-Weiß-Trainer Tobias Dreyer froh, ihn in den Reihen zu haben.

Der Vielgelobte selbst macht nicht viel Aufhebens um seinen Rollenwechsel. „Für mich ist das nichts Neues. Schon als Kind und Jugendlicher stand ich, wenn Not am Mann war, im Tor“, blickt der Verteidiger auf seine Fußball-Vergangenheit beim SV Lengede, dem TSV Klein Lafferde und der SG Lengede/Broistedt/Woltwiesche zurück. Seine zurückliegenden sieben Einsätze in der Herren-Kreisliga waren für seine jetzige Mannschaft zumeist mit Erfolgen gekrönt (14 Punkte). Auch mit den eigenen Leistungen zeigt sich der 29-Jährige zufrieden. „Es lief besser als gedacht. In der Strafraumbeherrschung traten zwar gelegentlich Schwierigkeiten auf, aber auf der Linie hielt ich alles, was zu halten war.“ Mehr noch: Er konnte sogar persönliche Triumphe feiern: „Wir kassierten in diesem Zeitraum drei Elfmeter. Keiner war drin. Zwei habe ich gehalten, einer ging am Tor vorbei.“

Torwart-Aushilfe Eduard Niedens überzeugt
Bei mehreren Hallen-Turnieren zeigte Eduard Niedens starke Leistungen im Schwicheldter Tor. © Ralf Büchler
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Niedens’ Intermezzo als Torwart hat sich inzwischen erledigt. Denn sollte der Fußball-Spielbetrieb der Saison 2019/2020 noch einmal aufgenommen werden, wird Rot-Weiß-Neuzugang Kai Samland (zuvor TSV Dungelbeck) zwischen den Pfosten stehen. Letztgenannter kann auf höherklassige Erfahrung zurückblicken, denn Samland gehörte vor einigen Jahren noch zum Aufgebot des damaligen Landesligisten Freie Turner Braunschweig. Auch Niedens, der als Programmierer arbeitet, kennt sich in der siebt-höchsten Liga aus. So spielte er acht Jahre für den SV Lengede, zwei davon in der Landesliga. „Das war eine Wahnsinnszeit. Unsere Mannschaft hatte einen super Zusammenhalt. Wir schafften den Aufstieg, gewannen mehrfach den PAZ-Cup und den Härke-Pokal.“

Niedens’ damaliger Trainer Christian Gleich, der 2018 in Schwicheldt eine neue Herausforderung suchte, überredete ihn, ebenfalls zu wechseln. Gleich ist inzwischen nicht mehr im Amt, und wohl erledigt hat sich für Rot-Weiß auch das Ziel Aufstieg. „Wir wollen den zweiten Tabellenplatz halten, mehr geht nicht. Die Vöhrumer werden es machen, sie spielen die Saison ihres Lebens, sie sind besser und abgezockter als wir. Nicht umsonst haben wir in dieser Serie dreimal gegen Vöhrum verloren“, erkennt der Stederdorfer neidlos an.

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Bessere Chancen auf den Titel hat Niedens’ Bundesliga-Lieblingsverein Borussia Dortmund, für den er seit der Kindheit schwärmt. „Die Fan-Kultur beim BVB ist einzigartig. So oft es geht, bin ich bei den Heimspielen im Dortmunder Stadion dabei.“ Ob die Borussia tatsächlich Meister wird, steht wegen der aktuellen Corona-Krise aber ebenfalls in den Sternen.

Offen ist auch Niedens’ weitere Karriere als Fußballer. „Vielleicht höre ich im Sommer auf. In den letzten drei Jahren habe ich wegen Muskelzerrungen- oder Faserrissen im Oberschenkel mehr pausiert als gespielt. Es ist ein elendiger Kampf, sich nach Verletzungen wieder heran zu quälen, um kurz danach wieder zu pausieren. Das ist auf Dauer sehr frustrierend.“

Das letzte Wort in diesem Zusammenhang ist jedoch noch nicht gesprochen. „Sollte wieder gespielt werden, werde ich mir angucken, wie die Rückserie verletzungsmäßig für mich verläuft. Am Saisonende werde ich mich dann mit Trainer Tobias Dreyer zusammensetzen. Alles weitere findet sich.“