26. März 2020 / 14:39 Uhr

Wie coache ich mein Team in der Corona-Pause? Soziale Medien helfen Trainern und Spielern

Wie coache ich mein Team in der Corona-Pause? Soziale Medien helfen Trainern und Spielern

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Wo sind meine Spieler hin?, könnte Chemie-Leipzig-Coach Miroslav Jagatic fragen. Aktuell bekommt er keinen von ihnen zu Gesicht.
"Wo sind meine Spieler hin?", könnte Chemie-Leipzig-Coach Miroslav Jagatic fragen. Aktuell bekommt er keinen von ihnen zu Gesicht. © Christian Modla
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Egal ob Regionalliga oder Stadtliga, alle Fußballtrainer eint im Moment eine Hürde: der fehlende unmittelbare Kontakt mit ihren Spielern. Die bundesweiten Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie sorgen dafür. Wir haben uns umgehört, wie die Coaches damit umgehen und sie mit ihren Kickern in Verbindung bleiben.

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Leipzig. Leiden Fußballtrainer und -spieler schon unter Trennungsschmerz? Wie halten sie in diesen seltsamen Zeiten Kontakt? Was geben die Übungsleiter ihren Schützlingen für die Zwangspause mit auf den Weg?

Miroslav Jagatic, Coach von Regionalligist Chemie Leipzig, sagt, dass er ständig mit seinem Trainerstab im Telefonkontakt sei. „Um quasi in Konferenz immer wieder neu anzupassen, was die Spieler in Eigenverantwortung machen sollten.“ Fitnesstrainer Erik Fischer hat den Akteuren ein Fitnessprogramm an die Hand gegeben und ergänzt diese Aufgaben fürs individuelle Training regelmäßig per WhatsApp. „Das haben wir erst einmal kurzfristig so vorgesehen, passen das aber immer wieder an. Zudem spielen wir alle möglichen zeitlichen Szenarien durch, um schnell reaktionsfähig zu sein, falls sich Regelungen und Termine für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ändern“, sagt Jagatic.

Levnaic: "Das Warten fällt schwer"

Dessen Regionalliga-Kollege vom ZFC Meuselwitz hat mit seinem Co-Trainer Marco Kämpfe einen Trainingsplan ausgearbeitet, mit dem sich die Akteure einzeln fit halten sollen. „Damit muss halt jeder klarkommen“, sagt Weber und wünscht sich, am 20. April wieder mit dem Mannschaftstraining und Anfang Mai wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu können. Bis dahin hält man Kontakt über soziale Medien. „Das ist ja heute alles einfacher als noch wenigen Jahren“, so Weber.

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Inter Leipzig-Trainer Zoran Levnaic hat seinen Oberliga-Kickern drei wöchentliche Ausdauerläufe aufgetragen. „Außerdem kommunizieren wir viel über die WhatsApp-Gruppe oder anders per Internet“, so der Coach. Seine größtenteils ausländischen Spieler sind in der Zwangspause alle in Leipzig. „Sie können ja momentan auch gar nicht reisen.“ Levnaic, den das als Serbo-Kroaten auch betrifft, rechnet mit vielleicht noch zwei Monaten Fußballverbot und gesteht: „Das Warten fällt schwer.“

In der Landesklasse hat Tino Berger beim Radefelder SV seinen Jungs keine Trainingsaufträge erteilt. „Ich habe nur gesagt, jeder solle sich etwas bewegen und vertraue meinen Spielern, dass sie das auch tun.“ Ab und zu schreibe man sich Handy-Nachrichten. Das wird auch eine weitere Etage tiefer, in der Stadtliga, so gehandhabt. TuS Leutzsch-Coach Bill Lehmann: „Wir nutzen natürlich die sozialen Medien, um in Kontakt zu bleiben. Ich denke, jeder hat in dieser Zeit den Drang, selber etwas körperlich zu unternehmen, sei es Radfahren oder Laufen. Jedem werden die Bewegung und der Fußball ja irgendwie fehlen.“ Er hofft, dass die Saison in den unteren Ligen, also auch in Liga acht, Ende April oder Anfang Mai mit englischen Wochen weitergeht. „Es wäre schön, wenn die Saison zu Ende gespielt werden könnte. Ich könnte es aber auch nachvollziehen, wenn die aktuelle Saison im Amateurbereich annulliert würde. Denn wir merken ja gerade deutlich, dass die Gesundheit der Menschen am wichtigsten ist.“

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