20. März 2020 / 14:25 Uhr

Wie der Sohn, so der Vater: Chris und Daniel Weber leiten Fußballspiele

Wie der Sohn, so der Vater: Chris und Daniel Weber leiten Fußballspiele

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
Daniel (l.) und Chris Weber sind gemeinsam als Schiedsrichter im Fußballkreis Havelland unterwegs.
Daniel (l.) und Chris Weber sind gemeinsam als Schiedsrichter im Fußballkreis Havelland unterwegs. © Marcus Alert
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Kreis Havelland: Der 15-jährige Chris Weber kam über eine AG der Rathenower Bürgelschule zur Schiedsrichterei.

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„Wie der Vater, so der Sohn“ lautet ein geläufiges Sprichwort. Bei Daniel und Chris Weber aus Rhinow ist es genau andersherum. Seit 2016 ist Sohn Chris als Fußball-Schiedsrichter im Kreis Havelland unterwegs, Vater Daniel legte im letzten Jahr seine Prüfung ab und greift seit dem Sommer vornehmlich in der 2. Kreisklasse zur Pfeife. „Ich bin damals über die Schul-AG der Bürgelschule zur Schiedsrichterei gekommen und muss sagen, dass es mir bis heute richtig viel Spaß macht“, erzählt der 15-jährige Chris Weber, der in der Jugend auch selbst gegen das runde Leder getreten hatte.

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Vater Daniel war in den letzten Jahren vornehmlich Jugendtrainer. Beim BSC Rathenow betreute er gemeinsam mit Sebastian Ehmke, der auf Landesebene als Schiedsrichter unterwegs ist, eine Nachwuchsmannschaft. „Nach einigen Spielen habe ich immer über die Unparteiischen geschimpft, Basti hat mir aber meist gleich den Wind aus den Segeln genommen. Ich dachte aber, dass ich das besser könnte“, scherzt Weber senior. Gesagt, getan. Schnell meldete sich Daniel Weber für die Schiri-Ausbildung an.

Chris Weber ist Mitglied im Förderkader

„Man bekommt schnell einen anderen Blickwinkel und versteht dann auch so manche Entscheidung besser“, erzählt der 43-Jährige, der in seiner Premieren-Saison bisher bei 16 Spielen angesetzt wurde. „Ein Spiel pro Wochenende reicht mir. Es muss auch ein bisschen Zeit für die Familie übrig bleiben“, so Weber, der aber dennoch meist über das komplette Wochenende im Zeichen der pfeifenden Zunft unterwegs ist.

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Seinen Sohn Chris fährt der Vater nämlich meist zu seinen Spielen. „Ich lasse meinen Vater immer meine Tasche kontrollieren, da ich einmal meine Schuhe vergessen hatte. Das ist richtig zur Routine geworden“, erklärt Weber junior, der auch zum Förderkader des Fußballkreises Havelland gehört. Von über 80 Nachwuchsschiedsrichtern haben es elf ins Förderprogramm geschafft.

Vorbereitung auf die anstehenden Spiele ist wichtig

Chris Weber ist stolz darauf, es in den Kader geschafft zu haben, besonderen Druck macht er sich deswegen aber nicht. „Natürlich ist es wichtig, Ziele zu haben, aber diese sollten auch erreichbar sein. Mein Ziel ist es schon, auf Landesebene zu pfeifen, was danach kommt wird man sehen“, so Weber, der kürzlich auch mit seinem Vater gemeinsam bei einem besonderen Spiel angesetzt war. „Wir durften das Testspiel zwischen dem Frauen-Bundesligisten Turbine Potsdam und den B-Junioren des FC Stahl Brandenburg an den Linien begleiten. Das hat schon Spaß gemacht“, erzählt Chris Weber.

Vor allem der Umgang mit verschiedenen Charakteren mache die Schiedsrichterei so interessant. „Man muss sich auf viele verschiedene Menschen einstellen. Meist dauert es ein paar Minuten bis man seine Linie klar gemacht hat. Dann geht es aber. Hilfreich ist es immer auch mal einen lockeren Spruch auf den Lippen zu haben“, erklären die Webers unisono. Für beide gehört eine richtige Vorbereitung aber dazu. Ein Blick auf die Tabelle oder die Fairplay-Wertung reicht da manchmal schon aus. „Und wenn man dann die Spieler nicht von oben herab behandelt, läuft das auch ganz gut. Da kann man nach dem Spiel auch mal ein Bier gemeinsam trinken“, erzählt Daniel Weber.