13. Oktober 2021 / 18:45 Uhr

Wie die alten Römer: Trainingsüberraschung bei den Grizzlys Wolfsburg

Wie die alten Römer: Trainingsüberraschung bei den Grizzlys Wolfsburg

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Wie eine römische Legion: Die Grizzlys rückten zusammen. © Jürgen Braun
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Ein Ende der Personalnot zeichnet sich bei den Grizzlys Wolfsburg ab, Trainer Mike Stewart überrascht mit einem Ausflug in die Geschichte und lässt den deutschen Eishockey-Vizemeister zusammenrücken wie eine römische Legion.

Das vergangene Wochenende war für die Grizzlys Wolfsburg im Eishockey-Oberhaus ein wenig paradox. Zweimal gab es reichlich Gegentore. Fünf gegen Augsburg, vier in Bremerhaven. "Und dabei", so attestierte Trainer Mike Stewart seinen Schützlingen, "haben wir es von der Defensivleistung her gar nicht schlecht gemacht." In der Tat hatten die Gegner eher viel Scheibenglück, die Grizzlys praktisch keines. Keine konkrete Kritik möglich, aber doch irgendwie das Gefühl, dass im Defensivauftritt noch Luft nach oben gewesen sein müsste - da griff Stewart am Mittwoch zum Trainingsende zu ein wenig Psychologie.

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Er ließ seine Spieler eine enge Formation aufbauen, teils Rücken an Rücken, einen geschlossenen Verband, die Schläger nach außen gerichtet. "Team Defense", betonte Stewart in einer Kurzansprache, fuhr um die Gruppe herum, mit angetäuschten Schlägerscheinangriffen. Es sah ein wenig aus wie eine römische Militärformation. Und das steckte auch dahinter, bestätige der Trainer nach der Einheit: "Ich mag Geschichte, ich streue manchmal solche Dinge ein, es sollte zeigen: Allein hast du kaum Chancen, trittst du geschlossen auf, bist du schwer zu überwinden."

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Am vergangenen Wochenende gab es reichlich Gegentore gegen wenige Grizzlys, für die Zukunft zeichnet sich Besserung ab. U23-Verteidiger Steven Raabe mischte nach mehrwöchigem Krankheitsausfall voll mit, auch Angreifer Trevor Mingoia, einer der Topscorer, war nach kurzer Verletzungspause zurück.

Verteidiger Janik Möser mischte zudem auch mit - zwar weiterhin im weißen Trikot (Spieler darf nicht hart angegangen werden), aber auch in den Gruppen- und Zweikampfübungen. Somit waren 19 Feldspieler auf dem Trainings-Eis, das erhöhte die Trainingsqualität und die Möglichkeiten in den Übungseinheiten. Bei Möser, so erläuterte es Stewart, "wird es eine Entscheidung von Tag zu Tag in Absprache mit ihm und den Physiotherapeuten". Möser hatte eine Armverletzung, es ist nichts kaputt, aber ob er voll belastbar ist, bleibt mindestens bis zur Abfahrt am Donnerstag in Richtung Ingolstadt offen.

Glück im Unglück hatte Spencer Machacek, der sich kurz vor Trainingsende einen Cut am Kinn zuzog. "Das passiert", nahm es der Angreifer gelassen und fuhr bald darauf zum Arzt.

Die Partie am Freitag (19.30 Uhr) an der Donau ist das einzige Spiel der Wolfsburger am Wochenende, am Sonntag haben sie spielfrei, danach geht es ab Dienstag im engen Rhythmus weiter. Wenn Möser wieder ins Aufgebot stößt, müsste - wenn niemand mehr ausfällt - ein anderer fitter Ü23-Akteur weichen. Da Raabe großen Praxis-Rückstand hat, zeichnet sich laut Stewart schon ab: "Mindestens ein Stürmer, wenn Möser ausfällt aber eher zwei, werden in der Abwehr zum Einsatz kommen." Gut gemacht hatten es zuletzt sowohl Sebastian Furchner als auch Fabio Pfohl.