19. Dezember 2019 / 14:06 Uhr

"Wie ein guter VW": VfL-Manager Schmadtke zieht sein Hinrunden-Fazit

"Wie ein guter VW": VfL-Manager Schmadtke zieht sein Hinrunden-Fazit

Engelbert Hensel und Alexander Flohr
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jörg Schmadtke zieht nach dem letzten VfL-Heimspiel des Jahres ein positives Hinrunden-Fazit.
Jörg Schmadtke zieht nach dem letzten VfL-Heimspiel des Jahres ein positives Hinrunden-Fazit. © Boris Baschin
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Einmal noch muss der VfL Wolfsburg in diesem Jahr ran, am Samstag (15.30 Uhr) steigt das Hinrunden-Finale in der Fußball-Bundesliga bei Meister Bayern München. Vor diesem Spiel zieht VfL-Manager Jörg Schmadtke sein Hinrunden-Fazit.

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Ein Spiel noch, dann ist die Hinrunde für den VfL gelaufen, am Samstag (15.30 Uhr) muss der Wolfsburger Fußball-Bundesligist zu Rekordmeister Bayern München, bei dem der VfL in seiner Erstliga-Historie noch nie gewann. „Ihr wisst ja wie das ausgeht, ich weiß es nicht, ich warte mal ab“, so Jörg Schmadtke am späten Mittwochabend nach dem 1:1 gegen Schalke in seiner gewohnt lockeren Art. Der Manager schaute bereits vor dem Hit bei den Bayern auf die VfL-Hinrunde. „Die war gut“, so der 55-Jährige.

Im vergangenen Jahr war der VfL mit 28 Punkten als Tabellenfünfter in die Pause gegangen, vor der Partie in München haben die Wolfsburger nun 24 Zähler auf ihrem Konto und Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen – und das nach einer ersten Halbserie, in der der VfL erstmals seit der Spielzeit 2015/16 wieder in drei Wettbewerben ran gedurft hatte.

In der Europa League wurde die Gruppenphase gemeistert. In der K.o.-Phase geht‘s nun im nächsten Jahr gegen Malmö FF. „Jetzt wird der eine oder andere sagen, das war eine leichte Gruppe, da muss man ja durch. Das haben wir geschafft, wir sind nicht eingeknickt.“ Und das sei eben nicht unbedingt selbstverständlich gewesen. Denn die Dreifachbelastung „kannten wir so nicht, daher war das schon gut“, so Schmadtke.

Die Bilder zur Bundesliga-Partie des VfL Wolfsburg gegen den FC Schalke 04

Wolfsburgs Maximilian Arnold (links) und Schalkes Daniel Caligiuri schauen dem Ball hinterher. Zur Galerie
Wolfsburgs Maximilian Arnold (links) und Schalkes Daniel Caligiuri schauen dem Ball hinterher. ©

22 Spiele in Folge hatten die Wolfsburger zunächst nicht verloren, dann gab es die heftige 1:6-Peitsche in der zweiten Pokal-Runde gegen RB Leipzig, es folgten drei weitere Niederlagen – und so musste der neue VfL-Trainer Oliver Glasner seine erste Krise in Wolfsburg meistern. Der Österreicher, vor der Saison vom Linzer ASK gekommen, hat es trotz seiner öffentlichen Spielerkritik nach dem 0:1 in Freiburg hinbekommen, dass ihm das Team weiterhin folgt.

Zudem war Glasner bereit, von seinem favorisierten System (3-4-3) abzugehen und hinten wieder mit Viererkette spielen zu lassen. Gegen Gladbach gab‘s auch deshalb die beste Saisonleistung, das lange für Probleme sorgende Offensivspiel funktionierte. Gegen Schalke nun war die erste Halbzeit, was die Offensive anbelangt, furios. Schmadtke lobt: „Unser Spiel hat sich im Lauf der Hinserie entwickelt. Wir haben hinten erst mal Stabilität reingebastelt, das hat gut funktioniert, jetzt wird unser Spiel nach vorn besser und trotzdem sind wir hinten weiterhin stabil.“

Dass solch eine Entwicklung nach dem Trainerwechsel im Sommer Zeit brauche, sei ihm klar gewesen. Dass es diese Zeit heutzutage im schnelllebigen Fußballgeschäft nicht immer gibt, findet der Manager nicht gut. „Ich mache das jetzt fast 35 Jahre, früher war alles ein bisschen entspannter, jetzt geht es nur noch um Ergebnisse – es gibt keine Zeit mehr für Entwicklung“, beklagt Schmadtke.

„Ich finde, man muss eine Mannschaft aber auch ein Trainerteam mehr schützen, wenn man von der Konstellation überzeugt ist.“ Er ist sich sicher, dass das Zusammenspiel zwischen Trainer und Mannschaft beim VfL stimme – auch nach der Niederlage in Freiburg habe er daran nicht gezweifelt.

Die Spieler des VfL Wolfsburg nach der Partie gegen Schalke 04 in der Einzelkritik

<b>Koen Casteels:</b> Beim 0:1 konnte er nichts machen. Ansonsten hatte er kaum Chancen, um sich zu beweisen. - Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Beim 0:1 konnte er nichts machen. Ansonsten hatte er kaum Chancen, um sich zu beweisen. - Note: 3 ©

Schmadtke fand die Glasner-Kritik am Team „legitim“. Die Frage sei nach solch einer Schelte, „wie du das mit deinen Spielern wieder einfängst, aber das ist gelungen, das sieht man ja an der Reaktion.“ An der Reaktion des Teams, das sich anschließend steigerte.

Vor allen Dingen im Spiel nach vorn. Der Manager vorm Jahresfinale: „Vor vier oder sechs Wochen haben wir noch darüber gesprochen, dass wir zu wenig Torchancen haben, jetzt haben wir sie in Hülle und Fülle und sind hinten trotzdem stabil. Wir sind gegen Schalke gute 117 Kilometer gelaufen, waren nicht aufzuhalten – wie ein guter VW. Unser Spiel entwickelt sich in die richtige Richtung.“ Und auch das sei „gut“.

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