19. April 2021 / 20:38 Uhr

Wie ein Pausenraum in Pandemie-Zeiten: Judo-Ass Scoccimarro beendet Trainingslager auf La Palma

Wie ein Pausenraum in Pandemie-Zeiten: Judo-Ass Scoccimarro beendet Trainingslager auf La Palma

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Trainingslager auf La Palma: Am Dienstag kehrt Judo-Ass Giovanna Scoccimarro mit dem deutschen Olympia-Team von der Kanaren-Insel zurück.
Trainingslager auf La Palma: Am Dienstag kehrt Judo-Ass Giovanna Scoccimarro mit dem deutschen Olympia-Team von der Kanaren-Insel zurück. © Privat/IJF
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Intensiv trainieren, dabei Sonne tanken und auch Spaß haben. Giovanna Scoccimarro kehrt am Dienstag mit dem deutschen Judo-Olympia-Team von La Palma zurück nach Deutschland. Dort hat der Deutsche Judo-Bund in der Zwischenzeit sein Sicherheitskonzept verschärft und den Fahrplan bis Tokio konkretisiert.

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Intensiv trainieren, dabei Sonne tanken und auch Spaß haben. Giovanna Scoccimarro kehrt heute mit dem deutschen Judo-Olympia-Team von der Kanaren-Insel La Palma zurück nach Deutschland. Dort hat der Deutsche Judo-Bund (DJB) in der Zwischenzeit sein Sicherheitskonzept verschärft und den Fahrplan bis Tokio bekannt gegeben. Damit weiß die Lessienerin, die für den MTV Vorsfelde kämpft, welche Aufgaben sie bis zum Olympia-Start zu lösen hat.

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Tapetenwechsel

In der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma hat das Olympia-Team vor zwei Wochen in einem Hotel sein Trainingslager aufgeschlagen, ist unter sich, Touristen gibt es keine. „Wir lassen Judo ein bisschen hinter uns, konzentrieren uns auf Kraft und Kondition“, hatte Claudiu Pusa im Vorfeld gesagt. Was dem Frauen-Bundestrainer ebenfalls wichtig war: „In dieser Zeit tut allen ein Tapetenwechsel mal richtig gut.“

Mehr über Giovanna Scoccimarro

Gut tat der auch Scoccimarro: „Es läuft alles soweit, und es macht mir auch Spaß. In der Sonne trainieren ist ja auch etwas Schönes.“ Für Abwechslung im Insel-Alltag sorgte jüngst ein Quadrathlon, ansonsten gab’s nach vier Tagen Training immer einen Tag frei.

Und so ist auf all den Bildern, die die Lessienerin von der Insel schickt, ein Lächeln zu sehen. La Palma, quasi ein Pausenraum in Zeiten der Pandemie. Der Endspurt im Kampf ums Tokio-Ticket und die Sorge, ob Olympia auch wirklich in drei Monaten stattfinden kann, dürfen hier mal etwas in den Hintergrund rücken.

Wenn Scoccimarro dann heute mit dem Olympia-Team wieder in Deutschland landet, gibt es aber eine volle Dosis Realität, es warten erweiterte Sicherheits-Maßnahmen auf die Sportler. Das Präsidium und der Vorstand des DJB haben in Zusammenarbeit mit Ärzten und der Athletenvertreterin zusätzliche Maßnahmen zur Sicherheit der Sportlerinnen und Sportler verabschiedet.

Scoccimarro begrüßt neue Verordnungen

Präsident Daniel Keller erklärt dazu: „Wir arbeiten stetig daran, es unseren Athletinnen und Athleten zu ermöglichen, sich so sicher wie möglich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten.“ Der Verband fokussiert sich deshalb auf nationale Lehrgänge, „bei denen wir selbst Ausrichter sind und somit lückenlose Hygienekonzepte, auch für andere Teilnehmer, gewährleisten können“, so Keller.

Das jüngste Trainingslager in Georgien habe gezeigt: „Wir können keine ausreichende Sicherheit bei Lehrgängen im Ausland garantieren, die Durchsetzung der Hygienekonzepte nicht ausreichend nachvollziehen. Hingegen gehen wir von einer ausreichenden Sicherheit für unsere Sportlerinnen und Sportler bei den von der Internationalen Judo-Föderation ausgerichteten Wettkampfveranstaltungen aus“, sagt Sportdirektor Hartmut Paulat.

Gleichzeitig sind verpflichtende tägliche Testungen für die Athletinnen und Athleten sowie das Trainerteam an den Bundesstützpunkten ab sofort fällig. Das Training an den Bundesstützpunkten erfolgt nach wie vor in festen Trainingsgruppen, ein Standortwechsel der Athletinnen und Athleten außerhalb von Lehrgängen und Wettkämpfen ist untersagt.

Scoccimarro begrüßt die neuen Verordnungen: „Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen sind natürlich gut, weil man versucht, für die Top-Athleten das Risiko so gering wie möglich zu halten.“

Nächster Halt in Kazan

Fest steht ebenfalls: „Wir werden nur noch Wettkämpfe anfahren, die für die Olympischen Spiele notwendig sind“, so Paulat. Für die Lessienerin steht damit als Nächstes der Grand Slam in Kazan (5. bis 7. Mai) an. Dort geht sie ebenso wie ihre nationale Konkurrentin Miriam Butkereit (TSV Glinde) in der Klasse bis 70 Kilogramm an den Start. Nur eine Athletin wird Deutschland in Tokio vertreten.

Spätestens nach der WM in Budapest (Ungarn/6. bis 13. Juni) steht dann fest, ob Scoccimarro ihre im Vorjahr erkämpfte Nominierung für Olympia 2020 auch für die nun am 23. Juli 2021 startenden Spiele behält. Die Weltranglisten-Achte geht jedenfalls mit einem Vorsprung in die entscheidenden Wochen.