15. November 2020 / 14:57 Uhr

"Wie ein Schnuller fürs Baby!" So freuen sich die Grizzlys Wolfsburg übers Eishockey-Comeback 

"Wie ein Schnuller fürs Baby!" So freuen sich die Grizzlys Wolfsburg übers Eishockey-Comeback 

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Grizzlys Wolfsburg Fanbanner vor dem Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Düsseldorfer EG am 14.11.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Eishockey 2020: Keine Anhänger, in der Kurve ein Transparent und Fan-Klub-Banner, Maskenpflicht auch für Betreuer - dennoch sind auch die Grizzlys Wolfsburg froh nach dem Start in den Magentasport-Cup. © City-Press Gmbh/Grizzlys Wolfsburg
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Die Generalprobe ist geglückt! In doppelter Hinsicht. Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg schaut nach dem 7:0 gegen Düsseldorf zum Auftakt in seine Gruppe beim Magentasport-Cup hoffnungsvoll nach vorn - und Richtung DEL-Saison.

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Das 7:0 gegen die dezimierte DEG, "Sportlich kann man nicht viel Wert rausziehen", sagte Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf ehrlich. Es war kein Duell auf Augenhöhe, weil Düsseldorf nur drei Sturmformationen hatte und die dritte aus Junioren bestand. Wolfsburg hingegen ist schon länger im Training und war komplett. "Dennoch", so der Manager, "wir haben es ordentlich gemacht, es gab gute Ansätze." Dass es noch Luft nach oben gebe - "völlig normal".

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Grizzlys Wolfsburg - Düsseldorfer EG: Geisterspiel ohne Fans

Geisterspiel ohne Fans: Im Magentasport-Cup gewannen die Grizzlys Wolfsburg mit 7:0 gegen die Düsseldorfer EG. Zur Galerie
Geisterspiel ohne Fans: Im Magentasport-Cup gewannen die Grizzlys Wolfsburg mit 7:0 gegen die Düsseldorfer EG. © Britta Schulze

Bittner mit dem Spruch des Tages

Spielen zu können - das machte alle glücklich. Routinier Dominik Bittner bildete ein Abwehrpärchen mit Spätzugang Julian Melchiori. "Das könnte etwas werden", meinte Fliegauf. "Das sah ganz gut aus." Natürlich hatte Melichiori, der vorige Woche aus Kanada eingetroffen war, noch spürbar Rückstand. Dessen Fazit: "Mit Bits war es super, er ist auch ein erfahrener Spieler, wir haben vorher viel miteinander geredet. In einigen Bereich war ich noch eingerostet, bei den Entscheidungen in der eigenen Zone und im Puckhandling kommt da noch was. Mit dem Team war es toll."

Bittner brachte derweil die Glücksgefühle aller Spieler auf den Punkt: "Das ist wie wenn man einem kleinen Kind den Schnuller wegnimmt und das flennt dann nur. Und jetzt haben wir endlich den Schnuller wieder und dürfen Eishockey spielen, das ist einfach nur ein gutes Gefühl."

Die Liga wird am Donnerstag darüber befinden, ob die DEL, deren Start zweimal verschoben worden war, wie zuletzt geplant am 18. Dezember startet. Die Anzeichen mehren sich, das größte Fragezeichen steht wohl dahinter, ob am Ende alle 14 Teams dabei sein werden. Fliegauf glaubt, dass das klappen könnte und verteidigte gegenüber der dpa die Verzögerungen und das Vorgehen der Liga: „Ich glaube, dass wir bis jetzt Vieles richtig gemacht haben und das Zepter des Handelns nach wie vor selber in der Hand haben." Es gebe noch die Möglichkeit, „eine vernünftige Saison“ zu spielen. „Ich glaube, dass es richtig war, abzuwarten. Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir vielleicht in voller Stärke starten können. Das wäre natürlich sehr gut fürs Eishockey und für unsere Liga.“

Abläufe positiv bewertet

Das Turnier gibt jetzt acht Klubs die Chance auf gute Testspiele, zugleich ist es aber auch ein Probelauf für Partien unter verschärften Hygienebedingungen in Corona-Zeiten. Die Grizzlys sprachen am Samstagabend noch ihre Abläufe durch. Fliegauf: "Tenor war, dass alles gut geklappt hat, sowohl auf unserer Seite als auch auf Gästeseite."

So ist zum Beispiel der Durchgang zwischen Bowling-Center und Eis-Arena nun gesperrt, der Gäste-Bus abgeschirmt, es herrscht Maskenflicht am Zeitnehmertisch, auf der Pressetribüne - und auch für die Betreuer der Teams. "Was halt schade ist, sind die fehlenden Zuschauer", so Fliegauf. Die Bande des Fanblocks zierte aber ein extra für diese Zeit angefertigtes Transparent der Anhänger und Fan-Klub-Banner waren über Sitzplätzen in der Fankkurve ausgebreitet. Für die DEL-Saison planen die Grizzlys noch mehr in Richtung Heim-Atmosphäre und Einbindung der Anhänger.