16. März 2020 / 17:53 Uhr

Wie gehts weiter im Fußball? Fußball-Landesverband Brandenburg fordert einheitliche Lösung

Wie gehts weiter im Fußball? Fußball-Landesverband Brandenburg fordert einheitliche Lösung

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Der FLB stellt seinen Spielbetrieb vorerst ein.
Bis Donnerstag will der Fußball-Landesverband weitere Anweisungen herausgeben. © SPORTBUZZER-Montage
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Coronavirus: Anne Engel, Geschäftsführerin des Fußball-Landesverbandes Brandenburg, sieht den Deutschen Fußball-Bund auch für Amateurligen in der Verantwortung.

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Der Fußball in Brandenburg liegt bis einschließlich Sonntag auf Eis. Bis dahin hat der Fußball-Landesverband wegen des grassierenden Coronavirus alle Spiele abgesetzt. Wie es danach weitergeht, wird derzeit intensiv besprochen. Bis Donnerstag will der FLB weitere Anweisungen herausgeben. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird das Fußballverbot verlängert.

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Wann auf den märkischen Sportplätzen wieder gekickt werden kann, steht in den Sternen. „Es ist schwer, überhaupt die nächsten beiden Tage zu planen“, sagt FLB-Geschäftsführerin Anne Engel. „Momentan diskutieren wir alle möglichen Szenarien, sind aber noch nicht in der finalen Phase.“ In dieser Woche komme der Krisenstab zusammen. Sie hoffe, „dass wir weiterspielen können“, sagt Engel. Da es auch im Amateurfußball Spieler mit Verträgen gibt, muss das Ziel sein, die Spielzeit bis Ende Juni über die Bühne zu bringen. Aber was, wenn das nicht möglich ist? Das sind mögliche Szenarien:

In Bildern: Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Helden der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20. ©

Saisonfortsetzung: Ausgefallene Spieltage müssten nachgeholt werden. Das wird nicht ohne Neuansetzungen in der Woche funktionieren. Das könnte jedoch für berlinferne Vereine ein Problem sein, wenn sie viele Pendler im Team haben. Regulär endet die Punktspielsaison am 13. Juni. Notfalls müsste die Saison etwas gestreckt werden. Ob das auch bis in den Juli oder August ginge, wird dieser Tage vermutlich auch besprochen. Eine so weitreichende Streckung hätte durch Urlaube der Spieler und Vereinswechsel eine Wettbewerbsverzerrung zur Folge. Es sei denn, die Wechselperiode wird verschoben. Vorteil: Die Plätze sind im Sommer normalerweise gut bespielbar, so dass weitere Absagen unwahrscheinlich wären.



Saisonabbruch: Wenn die Spielzeit nicht auf dem Rasen zu Ende gebracht wird, stellt sich die Frage nach der Wertung. Wer darf aufsteigen, wer muss absteigen? Und nach welchen Kriterien? Gilt die momentane Tabelle oder die Hinrundentabelle? So oder so würden sich Vereine benachteiligt fühlen, weil sie beispielsweise mit einem Nachholespiel den Abstiegsplatz hätten verlassen können.

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Eine etwas kulantere Lösung wäre, alle Tabellenführer aufsteigen zu lassen, jedoch den Abstieg auszusetzen. Das hieße, dass die Ligen zumindest für ein Jahr aufgestockt werden müssten. Halbwegs sportlich ginge es noch zu, würde man den Abstieg teils über Relegationsspiele klären. So könnten etwa die letzten Mannschaften beider Landesligastaffeln Absteiger ausspielen.

Theoretisch ist auch eine Annullierung der laufenden Saison möglich. Das hieße, die neue Spielzeit startet in allen Ligen in der bisherigen Konstellation. Aber diese Lösung würde die bisher erbrachten Leistungen negieren.

Der FLB ist für den Spielbetrieb in Brandenburgliga, Landesligen und Landesklasse-Staffeln zuständig und könnte eine wie auch immer geartete Lösung anordnen. Die acht Fußballkreise koordinieren von den Kreisoberligen abwärts. Theoretisch könnte Havelland eine andere Lösung beschließen als Oberhavel/Barnim. „Die Kreise sind für den Spielbetrieb verantwortlich“, sagt Anne Engel, plädiert jedoch für einen einheitlichen Weg. „Das Ziel ist, gemeinsam zu arbeiten.“

Die FLB-Geschäftsführerin wünscht sich sogar ein Machtwort durch den Deutschen Fußball-Bund. „Die 21 Landesverbände innerhalb des DFB können nicht jeder eine Insellösung finden. Mein Wunsch wäre eine einheitliche Lösung für alle.“ Dazu gebe es bereits Gespräche auf Ebene der Landesverbände. Engel: „Wir brauchen eine größtmögliche Lösung. Das würde vieles vereinfachen.“ Es muss beispielsweise einheitlich geklärt werden, ob die jeweiligen Landesmeister in die Oberliga aufsteigen.

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