02. August 2021 / 17:00 Uhr

"Wie in einer eigenen Welt": Wolfsburgs Arnold schwärmt von Olympia-Erfahrung

"Wie in einer eigenen Welt": Wolfsburgs Arnold schwärmt von Olympia-Erfahrung

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Er ist zurück: Am Montag übte VfLer Maximilian Arnold erstmals nach seiner Olympia-Reise wieder mit den Wolfsburgern.
Er ist zurück: Am Montag übte VfLer Maximilian Arnold erstmals nach seiner Olympia-Reise wieder mit den Wolfsburgern. © Roland Hermstein
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Maximilian Arnold ist nach seiner Olympia-Reise mit dem DFB-Team zurück beim VfL Wolfsburg. Sportlich lief es nicht erfreulich, die Erfahrungen in Japan will der Mittelfeldspieler aber nicht missen.

Gelb-Rot beim Auftakt gegen Brasilien, Sperre im zweiten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien, nur 1:1 gegen die Elfenbeinküste und damit das Vorrunden-Aus für das DFB-Team: Sportlich gesehen lief das Olympische Turnier für VfL-Profi Maximilian Arnold alles andere als optimal. Dennoch blickt der Mittelfeldspieler des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten mit großem Stolz auf die Zeit in Japan zurück und zieht für sich das Fazit: "Das war wie in einer eigenen Welt, das möchte ich nicht missen."

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Knapp zwei Wochen war Arnold mit Deutschlands Olympia-Auswahl in Japan unterwegs - eine andere Kultur, viele neue Eindrücke inklusive. "Das war das Verrückteste, was ich je erlebt habe", strahlt der 27-Jährige. Die Eröffnungsfeier, die Besuche im Olympischen Dorf und noch viel mehr beeindruckten Wolfsburgs Nummer 27. Arnold schildert im Gespräch freudestrahlend wie ein kleiner Junge, der zu seinen Stars aufschaut: "Am Buffet hat die US-amerikanische Turnerin Simone Biles ihr Essen geholt. Bei der Feier ist Alexander Zverev mitgelaufen, die Tischtennis-Athleten, die deutschen Judoka, die Bronze geholt haben. Mit denen allen zu sprechen, ist überragend." Und trotz aller Widrigkeiten, Corona-Regeln und ohne Zuschauer sei bei Arnold sogar "olympisches Flair aufgekommen".

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Nur war das Turnier für Arnold und die DFB-Elf schneller vorbei als viele gedacht hatten. Vier Punkte in der Vorrunde reichten nur zu Platz drei in der Gruppe. Das Aus. "Ich hätte mir gewünscht, dass es etwas anders läuft", gibt der VfL-Profi zu, sagt aber auch: "Wenn man ehrlich ist, war auch nicht mehr möglich." Einige Vereine hatten sich im Vorfeld quergestellt ihre Spieler für Olympia nicht abgestellt - das sorgte für Kritik, der deutsche Kader war klein. "Durch die zwei Platzverweise haben wir den dritten Torwart akquiriert, der hätte dann spielen können", zeigt Arnold auf. Hinzu kamen die klimatischen Bedingungen: "Es ist schon krass. Am zweiten Spieltag hatte ich morgens Training, musste ein gesondertes Programm machen. Dann saß ich zehn Minuten und es tropfte nur so runter."

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Aber nicht nur das: Zu wenig Spieler, hohe Luftfeuchtigkeit - und es fehlte dem DFB-Team an Vorbereitungszeit. "Wir haben nur sechs Tage zusammen trainiert, das hat man im ersten Spiel gesehen", merkt Arnold an und erinnert an das 2:4 zum Auftakt gegen die Südamerikaner. "Brasilien hat fünf Wochen vorher schon trainiert, Saudi-Arabien sogar acht Wochen, die hatten zehn Testspiele." Das sei erneut ein Zeichen dafür gewesen, "was es bedeutet, wenn man im Fußball ein wenig Zeit hat", sagt Arnold. "Wir haben uns viel mehr vorgenommen. Ich habe den Ehrgeiz zu gewinnen, daher ist es schon enttäuschend. Aber ich konnte das Turnier genießen, ich bereue es auf gar keinen Fall."

Und wenn man dem frühen Aus etwas Positives abgewinnen möchte, dann die Tatsache, dass sich Arnold nun wieder mit dem VfL auf den Saison-Start vorbereiten kann. Am Montag stieg der Mittelfeld-Chef ins Training ein. "Ich will so schnell wie möglich wieder spielen", sagt Arnold und denkt dabei an die Pokal-Partie am Sonntag (15.30 Uhr) bei Viertligist Preußen Münster. Die Testspiele der Wolfsburger habe das Eigengewächs gesehen. "Man merkt, umso mehr Zeit wir haben, desto besser klappen die Abläufe. Das war auch unter Oliver Glasner so", so Arnold. Vor zwei Jahren hatte der VfL unter dem Österreicher wegen der Europa League auch wenige Trainingseinheiten. Das wird diesmal ähnlich sein, dennoch sagt Arnold klar: "Wenn wir nur die Bundesliga hätten, wäre es sicher einfacher, aber es ist das Schönste, dass wir Champions League spielen können. Daher machen wir das Beste draus."