30. September 2019 / 08:20 Uhr

„Wie man so eine erste Halbzeit spielen kann, ist mir unerklärlich"– PSV Neumünster rutscht tiefer in die Krise

„Wie man so eine erste Halbzeit spielen kann, ist mir unerklärlich"– PSV Neumünster rutscht tiefer in die Krise

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Hier geblieben: Neumünsters Jannik Braun (re.) versucht, Eutins Egzon Lahi (li.) noch im Fallen und mit geschlossenen Augen zu Boden zu bringen. Doch die Eutiner ließen sich nicht stoppen.
Hier geblieben: Neumünsters Jannik Braun (re.) versucht, Eutins Egzon Lahi (li.) noch im Fallen und mit geschlossenen Augen zu Boden zu bringen. Doch die Eutiner ließen sich nicht stoppen. © Wottge
Anzeige

Mit einem 3:1-Auswärtssieg beim PSV Neumünster landete Eutin 08 einen Befreiungsschlag in der Fußball-Oberliga und verschärfte gleichzeitig die Krisenstimmung bei den seit vier Spielen punktlosen Polizisten. Ein Lebenszeichen im Abstiegskampf sandte Inter Türkspor Kiel mit dem 1:0-Sieg beim TSV Kropp aus. Das rettende Ufer sieht der Aufsteiger Eckernförder SV bei nunmehr zehn Punkten Rückstand nur noch mit dem Fernglas.

Anzeige
Anzeige

PSV Neumünster – Eutin 08 1:3

Jetzt ist die Krise an der Stettiner Straße angekommen! Die Gäste aus Eutin wählten in der Anfangsphase die rustikale Klinge, um den Polizisten den Schneid abzukaufen. Das gelang. „Wir wollten die Galligkeit rauslassen. Wollten zeigen, dass wir dieses Duell für uns entscheiden wollen“, konstatierte 08-Coach Dennis Jaacks. Erst Zeichen gesetzt, dann wurde der Ball laufen gelassen. Kevin Ferchen markierte aus spitzem Winkel die 08-Führung (16.). Youngster Tim Röben legte nach Sankowski-Flanke das schnelle 2:0 (26.) nach. Schon vor der Pause hätten Röben (38.) und Ferchen (38.) per Doppelchance für die Vorentscheidung sorgen müssen. Der PSV fand bis zur 42. Minute überhaupt nicht statt, dann setzte Torjäger Timo Barendt einen Kopfball knapp neben das Tor. Das Signal zur Aufholjagd? Grady Zinkondo verkürzte per Strafstoß nach Foul von Sören Lepin an Barendt auf 1:2 (55.). 20 Minuten später knallte Zinkondo den Ball an die Unterkante der Latte, da spielte der PSV nach der Ampelkarte für Philipp Lorenzen (66.) bereits in Unterzahl. Eutins Joker Max Wichelmann beendete mit dem 3:1 (88.) schließlich alle PSV-Hoffnungen auf einen Punkt. „Wie man so eine erste Halbzeit spielen kann, ist mir unerklärlich. Eutins Sieg geht in Ordnung“, bilanzierte ein konsternierter PSV-Coach Thomas Möller.

TSV Kropp – Inter Türkspor Kiel 0:1

Hier geht's zum Spielbericht!

Mehr aus der Oberliga Schleswig-Holstein

SV Frisia 03 Risum-Lindholm – Eckernförder SV 4:1

Die Rote Laterne gehört endgültig dem Eckernförder SV. Die Mannschaft von Trainer Maik Haberlag fuhr nach der Partie gegen Risum-Lindholm abermals mit leeren Händen nach Hause. Dabei hatten sie kein schlechtes Spiel gemacht. „So läuft es Woche für Woche. Aber das reicht einfach nicht“, konstatierte Haberlag, dessen Team die Partie im Griff hatte, ohne sich jedoch nennenswerte Möglichkeiten zu erspielen. Dagegen gingen die Hausherren mit dem ersten Torabschluss nach einem Freistoß durch Paulsen (37.) in Führung. Diesen konnte der ESV kurze Zeit später durch Christopher-Dirk Nommels (41.) ausgleichen. Statt mit einem Remis in die Pause zu gehen, fingen sich die Eckernförder aber noch vor dem Halbzeitpfiff das zweite Standardgegentor (43.). „In der zweiten Hälfte hatten wir eine Drangphase. Aber wir schaffen es hinten nicht, einen einfachen Ball zu verteidigen“, ärgerte sich der ESV-Coach, der mitansehen musste, wie Bruhn (68.) zum 3:1 traf. Die Schwarz-Weißen warfen zwar alles nach vorne. Doch eine gefährliche Torchance sprang nicht mehr heraus. Stattdessen besiegelte Fust (81.) die neunte ESV-Niederlage mit seinem Treffer zum 4:1-Endstand.

(Max Brosta)

Die besten Torjäger in Schleswig-Holstein aus der Saison 2019/2020 (Oberliga, Landesliga und Verbandsliga). Stand: 9. März 2020

34 Tore Zur Galerie
34 Tore ©

VfB Lübeck II – TSV Bordesholm 3:2

Die Anfangsphase gehörte noch den Bordesholmern, die das Pech hatten, dass Schiedsrichter Lukas Koch ihnen einen Vorteil und das daraus resultierende Tor durch Marvin Mohr zurückpfiff und nicht anerkannte. Die Gäste verloren ihren guten Spielfluss und hatten insbesondere bei Lübecker Standards so ihre Probleme. Hendrik Bombek (22.) und Furkan Kalfa (32.) brachten den VfB mit 2:0 nach vorne. Den nach Foulspiel an Mika Jöhnck fälligen Elfmeter nutzte Malte Lucht zum Anschlusstreffer (37.). Ab Wiederanpfiff waren die Bordesholmer nach einer Systemumstellung präsenter in den Zweikämpfen. Der gerade eingewechselte Eugen Halili schaffte mit seinem ersten Ballkontakt das 2:2 (64.) durch einen direkt verwandelten Freistoß. Die spielstarken Gastgeber kamen in der hitzigen Partie zu guten Torchancen, von denen TSV-Keeper Thorsten Schütt einige glänzend zunichte machte. Gegen Lübecks 3:2 durch Vico Dombrowski (81.) war aber auch Schütt machtlos. Gegen dezimierte Lübecker (Nils Kjär erhielt Gelb-Rot wegen einer Unsportlichkeit/83.) hätten die Bordesholmer in der Nachspielzeit fast sogar noch den Ausgeich erzielt. „Das wäre des Guten vielleicht zu viel gewesen. Bei aller Enttäuschung muss man auch eingestehen, dass die Lübecker das eine Tor besser waren“, lautete das Fazit des Bordesholmer Ligamanagers Matthias Hummel.

(Reinhard Gusner)