20. April 2021 / 15:38 Uhr

Wie ein Wolfsburger Kreisliga-Trainer auf Matthäus' Facebook-Foto kommt

Wie ein Wolfsburger Kreisliga-Trainer auf Matthäus' Facebook-Foto kommt

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Toni Renelli ist heute Trainer des TSV Ehmen - und landete 1997 auf einem Bild mit Lothar Matthäus
Toni Renelli ist heute Trainer des TSV Ehmen - und landete 1997 auf einem Bild mit Lothar Matthäus © dpa (via Facebook) / Roland Hermstein
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"Das bin ja ich!" Lothar Matthäus postete ein 23 Jahre altes Foto auf Facebook. Darauf zu sehen: Matthäus selbst, Didi Hamann, Thorsten Fink - und Toni Renelli, Trainer des Wolfsburger Kreisligisten TSV Ehmen.

Dass auch Lothar Matthäus seine Meinung zu den Super-League-Plänen hat, ist nicht weiter verwunderlich. Und trotzdem staunte Toni Renelli, Trainer des Wolfsburger Kreisligisten TSV Ehmen, nicht schlecht, als er am Dienstagmittag auf Matthäus' Facebook-Post zum Thema aufmerksam gemacht wurde. Denn der Rekordnationalspieler stellte ein gut 23 Jahre altes Bild dazu, eine Jubelszene mit Didi Hamann, Thorsten Fink und einem Fan. "Das bin ja ich!", stellte ein überraschter Renelli fest - und danach gab sein Handy keine Ruhe mehr.

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Ein paar Klicks in den Online-Archiven waren nötig, um festzustellen, wann genau das Bild entstanden ist: Es war der 20. Dezember 1997, die Bayern hatten gerade ihr allererstes Liga-Spiel in Wolfsburg durch ein spätes 3:2 von Sammy Kuffour gewonnen. "Ich weiß noch, dass es sehr kalt war", so Renelli, der während der Partie als Balljunge vor der Nordkurve im VfL-Stadion am Elsterweg im Einsatz war. "Ich spielte damals beim VfL in der Jugend, war insgesamt sieben Jahre Balljunge", erinnert er sich. "Eigentlich war ich zu der Zeit Bremen-Fan. Aber die Bayern in Wolfsburg, das Stadion ausverkauft - das war natürlich ein großes Ding. Und ich habe immer versucht, mal ein Trikot abzustauben."

Bei Matthäus klappte das nicht. "Aber er hat mir seine Handschuhe geschenkt!" Ein persönliches Souvenir vom Weltfußballer und Weltmeister - der damals 14-Jährige ging stolz nach Hause. "Uli Hoeneß persönlich kam dann danach noch mal aus der Kabine zu uns Balljungen, hat noch Aufwärmshirts verschenkt. Das war eine starke Geste."

Dass es überhaupt ein Foto von ihm und Matthäus gibt, wusste Renelli bis gestern nicht. Steffen Erkenbrecher, mit dem er zusammen bei Lupo gespielt hatte, machte ihn darauf aufmerksam. Dessen Bruder Yannick Erkenbrecher, heute Sky-Moderator und vor über 20 Jahren selbst VfL-Jugendspieler, Renelli-Teamkollege und Balljunge, hatte es auf Facebook entdeckt. "Und dann", so Renelli, "kam bei mir eine Nachricht nach der anderen an..."

Via Facebook hat Renelli, der nach seiner VfL-Zeit für den SSV Vorsfelde und für Lupo/Martini am Ball war, sogar versucht, direkt Kontakt zu Matthäus aufzunehmen - mit dem Hinweis "Der kleine Junge bin ich". Es "wäre cool, wenn er antwortet." Die Meinung des ehemaligen Bayern-Stars zu den Super-League-Plänen teilt der Kreisliga-Coach (geht ab Sommer in seine dritte Saison in Ehmen) aber in jedem Fall: "Fußball ist für alle da - und nicht dazu, dass ein paar Klubs noch mehr Geld verdienen."